Pandemie

Wegen Coronavirus: Sorge um Hockey-Länderspiele in Hamburg

Tobias Hauke will mit den Hockeyherren Ende März in Hamburg ran.

Tobias Hauke will mit den Hockeyherren Ende März in Hamburg ran.

Foto: imago sport / imago/Horstmüller

Eishockey-WM der Frauen und Marathon in Barcelona abgesagt. Formel-1-Rennen in Bahrain ohne Zuschauer

Hamburg. Der weltweite Ausbruch des Coronavirus bereitet nun auch dem Sport in Hamburg vermehrt Sorgen. Am Sonnabend sagte der australische Hockeyverband die Europareisen seiner Damen- und Herrenteams wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr ab. Damit fallen die Pro-League-Heimspiele der deutschen Teams gegen Australien am 21. und 22. März in Mönchengladbach aus. Ein Ausweichtermin konnte noch nicht benannt werden. „Wir bedauern die
Absage sehr, damit gehen uns absolute Topspiele in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele verloren“, sagte Heiko von Glahn, Generalsekretär des Deutschen Hockey-Bundes (DHB).

In Hamburg sollen die deutschen Damen und Herren am 28. und 29. März je zweimal gegen Neuseeland antreten. Deren Verband hat bislang noch nicht auf die Krise reagiert. „Wir hoffen, dass die Spiele in Hamburg stattfinden können. Neuseeland macht Dinge manchmal bewusst anders als Australien“, hieß es aus dem lokalen Organisationsteam. Die Partien sollen auf der Anlage des Uhlenhorster HC stattfinden. Am 26. März sind zudem die Teams aus Belgien zu Gast. Diese Spiele sind aktuell nicht in ihrer Austragung gefährdet, könnten aber aufgrund der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unter Ausschluss der Zuschauer ausgetragen werden müssen.

Bereits abgesagt ist die Eishockey-WM der Frauen, die vom 31. März bis zum 12. April im kanadischen Halifax geplant war. Dies betrifft auch Angreiferin Emily Nix von den Crocodiles Hamburg. Akut gefährdet ist die WM der Männer, die vom 8. bis 24. Mai in der Schweiz stattfinden soll. Dort sind bis mindestens 15. März alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 teilnehmenden Personen abgesagt worden. Weltverbandsprä­sident René Fasel sprach sich bereits gegen einen Zuschauerausschluss aus. „Für mich ist es undenkbar, 64 WM-Spiele ohne Zuschauer zu bestreiten. Dann lassen wir die WM lieber ganz ausfallen“, sagte er.

Ohne Zuschauer wird in jedem Fall das zweite WM-Wochenende in der Formel 1 in Bahrain (20. bis 22. März) stattfinden. Die Königsklasse des Motorsports eröffnet ihre Saison an diesem Wochenende in Melbourne (Australien). Dafür gibt es noch keine Einschränkungen. Das vierte Saisonrennen in China (19. April) wurde bereits auf unbestimmte Zeit verschoben, für das dritte Rennen am 5. April in Vietnam gibt es noch keine Entscheidung.

In Barcelona wurde der für den 15. März geplante Marathon auf den 25. Oktober verschoben. Außerdem findet das teilnehmerstärkste europäische Hallenhandballturnier für Nachwuchsmannschaften nicht statt. Der Veranstalter des 29. Prager Handballcups sah sich gezwungen, das für Ostern geplante Turnier für Juniorenteams aller Altersklassen bereits jetzt abzusagen, um die Zukunft des traditionsreichen und beliebten Turniers aus finanzieller Sicht nicht zu gefährden. In diesem Jahr wollten 571 Mannschaften aus 24 Ländern, darunter 91 deutsche Teams, in Prag starten.

In den wichtigsten US-Profiligen im Basketball (NBA), Baseball (MLB), Eishockey (NHL) und Fußball (MLS) soll der Zugang der Medienvertreter zu den Umkleidekabinen untersagt werden. Für das Tennisturnier in Indian Wells (US-Bundesstaat Kalifornien) in dieser
Woche gelten verschärfte Hygienemaßnahmen auf und neben dem Platz. So sollen die Spielerinnen und Spieler ihre Handtücher selber tragen und sich diese nicht von den Ballkindern bringen lassen, wie die Organisatoren mitteilten. Zudem werden alle Ballkinder, die Beschäftigten in den Restaurants und die Freiwilligen bei Karten- und Einlasskontrollen Handschuhe tragen. Der Kontakt zwischen Fans und Tennisprofis werde eingeschränkt.