Fußball

Ex-HSVer Fink und Sakai holen ersten gemeinsamen Titel

Hoch soll er leben: Kobes Spieler wirbelten ihren Trainer Thorsten Fink nach dem Cupsieg durch die Lüfte.

Hoch soll er leben: Kobes Spieler wirbelten ihren Trainer Thorsten Fink nach dem Cupsieg durch die Lüfte.

Foto: dpa

Trainer und Spieler triumphieren mit Kobe geschichtsträchtig. Um Lukas Podolski ranken sich nach dem Cupsieg besondere Gerüchte.

Tokio. Lukas Podolski feierte im goldenen Lametta-Regen mit Andrés Iniesta, heizte mit dem Kaiserpokal in der Hand den Fans in der Kurve ein und genoss den historischen Moment in vollen Zügen. Am Ende des womöglich letzten Kapitels seines Japan-Abenteuers gewann der Ex-Nationalspieler mit Vissel Kobe und seinem deutschen Trainer Thorsten Fink (ehemals u.a. HSV) das Pokalfinale und damit den ersten Titel der Vereinsgeschichte.

„Champions. Nach 25 Jahren haben wir für Kobe Geschichte geschrieben“, teilte Podolski via Twitter mit: „Danke an die Fans für die Unterstützung und die unglaubliche Atmosphäre. Habt eine tolle Party in Kobe.“ Aus der Hafenstadt meldete sich Bürgermeister Kizo Hisamoto und verwies auf die bewegende Geschichte: „Vissel Kobe wurde geboren, als die Stadt 1995 von einem furchtbaren Erdbeben getroffen wurde, und ist ein Teil der Bevölkerung geworden. Nun wurde der lang ersehnte Titel gewonnen.“

Ex-HSVer Sakai feiert seinen ersten Titel

Den feierten Podolski und Co. allerdings nicht in Kobe, sondern am Neujahrstag im Neuen Nationalstadion von Tokio, wo im Sommer die Olympischen und Paralympischen Spiele ausgetragen werden. Kobe setzte sich mit dem 34 Jahre alten Podolski in der Startelf mit 2:0 gegen die Kashima Antlers durch. Die Treffer erzielten Tomoya Inukai (18.) mit einem Eigentor und Noriaki Fujimoto (38.).

Der ehemalige HSV-Profi Gotoku Sakai spielte durch und feierte damit den ersten Titel seiner Profikarriere. Für den früheren HSV-Trainer Fink indes war es nach zwei Schweizer Meisterschaften und einem Pokalsieg der vierte bedeutenden Cup als Coach.

Fink wechselt Podolski in der Nachspielzeit aus

Ex-Weltmeister Podolski wurde in der Nachspielzeit ausgewechselt. Für den Rheinländer war es der vierte Pokalsieg im vierten Land. 2008 war er mit dem FC Bayern in Deutschland, 2014 mit dem FC Arsenal in England und 2016 mit Galatasaray Istanbul in der Türkei Cup-Sieger geworden.

Am Mittwochmorgen wird der 130-malige Nationalspieler in Kobe sein, wenn die Mannschaft im Meriken Park festlich empfangen wird. Doch die Zukunft des Stürmers ist offen. Sein Vertrag läuft Ende des Monats aus und es ist nicht unwahrscheinlich, dass das Pokalendspiel sein letzter Einsatz im Land der aufgehenden Sonne war.

Podolski will seine Karriere fortsetzen

Während Trainer Fink auf einen Verbleib seines Stars hofft, stehen die Interessenten offenbar Schlange. Nach Informationen des „Kölner Express“ und des „Kölner Stadtanzeigers“ soll es in den nächsten Tagen Gespräche zwischen Podolski und FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle über eine mögliche FC-Zukunft geben, einen Termin für das Treffen gebe es aber noch nicht.

„Ich würde gerne weiterspielen, aber das Paket muss passen“, sagt der 34 Jahre alte Podolski der Zeitung. Mittlerweile sei, so heißt es, aber auch ein Karriereende nicht mehr ausgeschlossen.

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete zuletzt von interessierten Vereinen aus den USA, Polen, Mexiko und Brasilien. Die Fans seines früheren Bundesliga-Clubs 1. FC Köln träumen zudem von einer Rückkehr ihres Idols. Sicher scheint aber lediglich, dass Podolski seine Karriere im Gegensatz zum für ihn im Pokalfinale eingewechselten früheren Welt- und Europameister David Villa nicht beenden wird.

Folgt "Poldi" seinem Kumpel Schweinsteiger?

Denkbar ist auch ein Engagement Podolskis bei Chicago Fire – dem Ex-Club von Podolski-Kumpel Bastian Schweinsteiger – und bei Gornik Zabrze in Podolskis polnischer Heimat. Gehandelt werden zudem CF Monterrey in Mexiko und Flamengo Rio de Janeiro. In Köln scheinen die Verantwortlichen eher darauf bedacht, Podolski nach dessen aktiver Karriere prominent einzubinden. Der Stürmer hält seit jeher eine enge Beziehung zur Domstadt, in der er längst auch als Geschäftsmann tätig ist.

Seine nächste Reise führt Podolski zumindest in die Heimat. Am 12. Januar wird der beliebte Profi bei dem von ihm veranstalteten Hallencup in Gummersbach am 12. Januar dabei sein. Die Frage nach seiner Zukunft könnte dann schon beantwortet sein.