Erstrundenpleite für Mischa Zverev beim Heimturnier

Hamburg. Ein selbst gebastelter Willkommensgruß hing am Montag an der Eingangstür zum Leistungszentrum des Hamburger Tennisverbands in Horn. „Lieber Mischa, wir freuen uns, dass du da bist. Deine Fans!“, stand unter einem Foto, das Mischa Zverev zeigte. Leider werden die Fans ihren Liebling nur noch im Doppel an der Seite des Bielefelders Louis Wessels – erstmals am Mittwoch – erleben können. Nach einer unnötigen 6:2, 6:7 (9:11), 4:6-Niederlage gegen den Spanier Bernabe Zapata Miralles (22/Nr. 238 der Welt) war das ATP-Challengerturnier in seiner Heimatstadt für den 32 Jahre alten Hamburger in der Einzelkonkurrenz bereits nach der ersten Runde beendet.

Unnötig war die Niederlage deshalb, weil der auf Weltranglistenposition 295 abgerutschte Ex-Daviscupspieler nach einem Kraftakt im zweiten Satz, mit dem er im Tiebreak einen 1:6-Rückstand aufgeholt hatte, zwei Matchbälle leichtfertig vergab. „Da war mehr drin, diese Niederlage ärgert mich sehr“, sagte der ältere Bruder des Weltranglistensechsten Alexander Zverev (22), der die rund 250 Besucher im ersten Satz noch mit seinem charakteristischen Serve-and-Volley-Spiel begeistert hatte.

Immerhin konnte am Auftakttag der zweite Hamburger Altmeister jubeln. Tobias Kamke (33), Nummer 240 der Welt, setzte sich dank einer über weite Strecken souveränen Leistung mit 6:4, 6:2 gegen den Kasachen Aleksandr Nedowjesow (32/Nr. 197) durch und trifft in Runde zwei am Mittwoch nun auf den Serben Nikola Milojevic (24/Nr. 151). „Der Sieg war sehr wichtig, denn obwohl ich seit Wochen gut spiele, haben mir die Ergebnisse gefehlt“, sagte der ehemalige Daviscupspieler, der bereits an diesem Dienstag wieder gefordert ist.

Im Doppel trifft er nicht vor 17 Uhr mit seinem Kumpel und Trainer Julian Reister (33), der seine Karriere vor drei Jahren beendet hatte, auf Adrian Menendez-Maceiras (Spanien) und Sergej Stachowski (Ukraine). „Für mich ist das das Highlight der Woche“, sagte Kamke augenzwinkernd. Es liegt an ihm, für weitere Höhepunkte zu sorgen.