DFB-Einzelkritik

Serge Gnabry erwärmte die Herzen der Fans

Serge Gnabry bei seinem sehenswerten Führungstor, das er mit dem Außenrist erzielte.

Serge Gnabry bei seinem sehenswerten Führungstor, das er mit dem Außenrist erzielte.

Foto: Christian Charisius / dpa

Klostermann sprintete direkt in den EM-Kader. Havertz, der Dirigent der Zukunft, verzückte schon am Mittwoch.

Dortmund. Joachim Löw verzog keine Miene und klatschte halbherzig mit seinem Trainerteam ab, seine aus der Not geborene Bubi-Elf machte sich gequält zur Ehrenrunde auf. Zwar hat die nach dem Ausfall von 15 Nationalspielern völlig neuformierte DFB-Elf beim 2:2 (2:0) im Prestigeduell mit Argentinien lange Zeit mit überfallartigem Konterfußball verblüfft - am Ende vor lediglich 45 197 Zuschauern in Dortmund aber Lehrgeld bezahlt.

Ter Stegen: Beim De-Paul-Schuss streckte er sich vergeblich, der Ball klatschte an den Pfosten. Bei beiden Gegentoren machtlos. Sicher bei der Spieleröffnung, generell souverän. An Kapitän Manuel Neuer kommt er wohl trotzdem nicht vorbei.

Klostermann: Bereitete das 1:0 vor, leitete das 2:0 ein, sprintete so vielleicht direkt in den EM-Kader.

Can: An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht. Das demonstrierte er, trotz einer vergebenen Großchance. Robin Koch: Sein Vater Harry trug die Haare lang, er trägt sie auffällig blond. Sein Debüt verlief bis auf die Frisur lange unauffällig, beim Gegentor verschätzte er sich.

Süle: Fehlerlos. Kompromisslos. Gut.

Halstenberg: Erst Nervös. Dann grandios (Freistoß an die Latte). Später sicherer.

Kimmich: Notelf-Kapitän, Heißsporn. Kimmich sah früh Gelb, lieferte sich früh ein erstes Gerangel, war die ganze Zeit Führungsspieler.

Havertz (bis 83.): Der Dirigent der Zukunft verzückte schon am Mittwoch.

Rudy (ab 83.): Ein alter Bekannter.

Brandt (bis 67.): Fühlt sich so richtig wohl nur im Zentrum, musste aber wieder auf der Außenbahn aushelfen. Da fehlte der letzte Punch, derzeit mangelt es ihm an Selbstbewusstsein.

Amiri (ab 67.): Durfte noch ein bisschen mitmischen.

Gnabry (bis 71.): Der Wind pfiff in Dortmund, der Regen plätscherte, aber Gnabry erwärmte die Herzen. Wunderbares Tor, wunderbare Vorarbeit – am schönsten aber war seine Ballannahme mit der Fußspitze in der 14. Minute.

Waldschmidt: Bemüht, wie es ein Debütant auch sein sollte.

Serdar (ab 71.): Noch ein Debütant. Ballverlust vor dem 2:2.