Fussball-Ticker

Werder will Gregoritsch, aber Ex-HSV-Profi ist "zu teuer"

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Gregoritsch-Transfer für Werder zu teuer

Der angedachte Wechsel des Ex-HSV-Profis Michael Gregoritsch vom FC Augsburg zu Werder Bremen droht zu platzen. "Ein Transfer in dieser Größenordnung ist für uns, unabhängig von Namen, in diesem Jahr komplett unrealistisch", sagte Werders Geschäftsführer Frank Baumann dem "Kicker".

"Wir haben schon einiges investiert, aber nicht in dieser Größenordnung eingenommen. Nach wie vor ist es so, dass wir grob überschlagen für Transfers nur das ausgeben können, was wir eingenommen haben. Da braucht man also kein Mathe-Abitur", erklärte Baumann weiter. "Wir erwarten auch keine Einnahmen mehr, die in den zweistelligen Millionenbereich hineingehen, weil wir unsere Topspieler nicht verkaufen möchten."

Der 25 Jahre alte Gregoritsch gilt in Bremen als Wunschspieler von Trainer Florian Kohfeldt und möchte auch gern zu Werder wechseln. Allerdings fordern die Augsburger für den offensiven Mittelfeldspieler einen zweistelligen Millionenbetrag. Werder hat in diesem Sommer bereits rund zehn Millionen Euro für die Verpflichtungen von Stürmer Niclas Füllkrug von Hannover 96 sowie des bislang nur von Bayern München ausgeliehenen Marco Friedl ausgegeben.

Rucksack-Meldung bei Hinteregger ein Missverständnis?

Wir bleiben beim FC Augsburg: Die Verhandlungen über den Transfer von Martin Hinteregger entwickeln sich laut Geschäftsführer Stefan Reuter nicht weiter. "Da gibt es keinen neuen Sachstand", sagte der Manager der "Augsburger Allgemeinen". Der Österreicher war in dieser Woche mit dem Team in die Vorbereitung eingestiegen. Der 26 Jahre alte Verteidiger will nach seiner jüngsten Leihe fest zu Eintracht Frankfurt wechseln.

Zu einem Bericht, wonach Hinteregger mit einem Eintracht-Rucksack zum ersten Sommertraining des FC Augsburg erschienen war, sagte Reuter: "Hinti hat mir gesagt, dass es ein Rucksack der österreichischen Nationalmannschaft war. Auch der hat einen Adler drauf."

Rafinha tritt gegen Kovac nach

Nach einer persönlich durchwachsenen letzten Saison beim FC Bayern hat Abwehrspieler Rafinha Trainer Niko Kovac deutlich kritisiert. Vor allem seine Nicht-Einwechslung am letzten Spieltag der vorigen Saison nimmt der Brasilianer dem Coach übel. "Das war ein Tiefschlag, der negative Höhepunkt! Ich war so enttäuscht! Der Trainer wusste, dass es mein letztes Spiel ist", sagte Rafinha der "Sportbild" und ergänzte: "Der Trainer hat mir mein Abschiedsspiel weggenommen."Auch im DFB-Pokalfinale gegen Leipzig (3:0) eine Woche später kam Rafinha nicht zum Einsatz.

Der 33-Jährige, der zu Flamengo nach Rio de Janeiro wechselte, sagte: "Irgendetwas zwischen Trainer und Mannschaft fehlte, vielleicht, weil er nur wenigen Spielern vertraut hat, zu selten den Kontakt zu den anderen gesucht hat." Anders als seine Vorgänger habe es Kovac nicht geschafft, die Unzufriedenheit bei den illustren Ersatzspielern zu verkleinern, meinte Rafinha. Er selbst sei nach einem Auftaktgespräch mit dem Coach auch von mehr Einsatzzeiten in der Saison ausgegangen.

Dennoch zog der Südamerikaner nach acht Jahren bei den Bayern ein positives Fazit. Er wurde siebenmal Meister, viermal Pokalsieger und gewann 2013 die Champions League. "Ich hatte mehr glückliche als traurige Jahre", sagte er. Zu seiner Kovac-Kritik sagte Rafinha: "Ich will damit nicht nachtreten, nur zeigen, wie ich mich fühle."

Fortuna leiht Thommy vom VfB aus

Düsseldorf hat für eine Saison Erik Thommy vom VfB Stuttgart ausgeliehen. Zudem sicherten sich die Rheinländer eine Kaufoption für den Offensivspieler, der in der vergangenen Saison 19 Spiele für den Bundesliga-Absteiger absolvierte. Bei der Fortuna steht zudem die Verpflichtung des ghanaischen Außenspielers Nana Ampomah vom belgischen Erstligisten Waasland-Beveren kurz bevor.

Aytekin ist Schiedsrichter des Jahres

Deniz Aytekin und Marina Wozniak sind vom DFB erstmals als Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet worden. Das Duo gehört seit 2004 dem Kreis der DFB-Referees an und wird am Freitag während eines feierlichen Abends im Schiri-Trainingslager in Grassau geehrt.

"Die Auszeichnung erfüllt mich mit sehr viel Stolz und ist etwas ganz Außergewöhnliches. Allerdings ist es eine Auszeichnung für mein gesamtes Gespann", sagte der 40-jährige Aytekin, der seit 2008 insgesamt 163 Partien in der Bundesliga geleitet hat. Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich hob Aytekins "sehr gutes Spielverständnis" hervor: "Er leitet seine Partien überlegt und mit großer Ruhe. Seine Akzeptanz auf dem Spielfeld ist beachtlich."

Für Wozniak stellt die Auszeichnung den krönenden Abschluss ihrer Laufbahn dar. "Es ist ein ganz besonderes Dankeschön für die Arbeit, die man über Jahre investiert hat", sagte die 39-Jährige, die auf insgesamt 118 Partien in der Frauen-Bundesliga kommt und an jeweils zwei Welt- und Europameisterschaften sowie den Olympischen Spielen 2012 teilgenommen hatte: "Nun kann ich nicht nur mit einem weinenden Auge, sondern vor allem auch mit einem lachenden Auge meine Karriere beenden."

Reus offensiv: "Ziel ist, ganz oben zu stehen"

Marco Reus hat sich die offensivere Kommunikationsstrategie des BVB zu Herzen genommen. "Unser Ziel muss sein, ganz oben zu stehen und in Pokal und Champions League besser abzuschneiden", sagte der Nationalspieler. Im Magazin "GQ" betonte er: "Wenn man überlegt, was wir jetzt für eine Mannschaft haben, dann gibt es hoffentlich kein Halten mehr."

Daran hat Reus auch selbst Anteil. Seinen DFB-Kollegen Julian Brandt hat er persönlich von Leverkusen zum BVB gelotst. "Ich habe ihm erklärt, welche Möglichkeiten es in Dortmund gibt, welches Potenzial der Verein hat und dass ein Spieler wie er zum BVB gehört", sagte er. "Ich wollte Julian unseren Verein so nahe bringen, wie es nur irgendwie möglich ist. Ich habe ihm gesagt, dass wir hier etwas Großes zusammen erreichen können." Nicht ganz uneigennützig: "Er erhöht ja auch meine Chancen, Titel zu gewinnen."

Solskjaer: "Keine Angebote" für Pogba

Manchester Uniteds Teammanager Ole Gunnar Solskjaer hat Spekulationen zurückgewiesen, wonach Weltmeister Paul Pogba vor einem Abschied stehe. Bisher gebe es "keine Angebote" für einen seiner Profis, sagte er. Dass Berater wie im Fall Pogba dessen Agent Mino Raiola "die ganze Zeit" redeten, sei normal, ergänzte der Norweger.

Pogba war zuletzt mit Real Madrid und seinem Ex-Club Juventus Turin in Verbindung gebracht worden. Raiola hatte erst am Dienstag der britischen Radiostation Talksport gesagt, es sei "allseits bekannt, dass Paul weiterziehen möchte". Aktuell befindet sich der Mittelfeldspieler aber mit ManUnited auf Vorbereitungs-Tour in Perth/Australien. "Wir sind Manchester United, wir müssen keine Spieler verkaufen", sagte Solskjaer.

Piqué muss 2,1 Millionen Steuern nachzahlen

Gerard Piqué (32) vom FC Barcelona muss den spanischen Steuerbehörden rund 2,1 Millionen Euro nachzahlen. Das zuständige Gericht in Madrid habe einen Einspruch des 32-Jährigen gegen die Strafe zurückgewiesen, berichteten mehrere spanische Zeitungen übereinstimmend. Das Urteil stammt demnach bereits vom 13. Mai. Abwehrstar Piqué wurde vorgeworfen, zwischen 2008 und 2010 den Verkauf seiner Bildrechte nicht ordnungsgemäß versteuert haben.

Bereits 2013 war er deshalb zu einer Nachzahlung von fast 1,5 Millionen Euro und einer Geldstrafe von 678.000 verurteilt worden, hatte dagegen aber Einspruch eingelegt. Nun kann sich der frühere Welt- und Europameister noch an das höchste spanische Gericht wenden.

Auch Piqués Ehefrau, die kolumbianische Popsängerin Shakira, hat Ärger mit dem spanischen Fiskus. Sie soll zwischen 2012 und 2014 rund 14,5 Millionen Euro an den Steuerbehörden vorbeigeschleust haben. Die 42-Jährige hatte den Vorwurf bei einem Gerichtstermin im Juni zurückgewiesen.

Ebbe Sand hört als Sportdirektor bei Brøndby auf

Der Ex-Schalker Ebbe Sand hört als Sportdirektor des dänischen Erstliga-Clubs Brøndby IF auf. Der 46-Jährige habe sich im Zuge organisatorischer Veränderungen bei dem Verein entschlossen, künftig nicht mehr für den Club tätig sein zu wollen, teilte Brøndby mit. Carsten V. Jensen, bis vor kurzem Sportchef beim Ligakonkurrenten FC Nordsjælland, werde stattdessen die neu geschaffene Position des Fußballdirektors übernehmen.

"Brøndby IF wünscht sich eine neue Richtung und hat mir eine neue Organisationsstruktur präsentiert. Das beinhaltet, dass sich meine Rolle ändert, und ich habe nach reiflicher Überlegung beschlossen, dass es das Beste ist, wenn sich unsere Wege trennen", wurde der frühere Topstürmer vom Verein aus dem Vorort Kopenhagens zitiert.