Fußball-Ticker

Zieht Hertha BSC mit Stadion aufs Tempelhofer Feld?

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Hertha-Stadion: Neubau auf Tempelhofer Feld?

In der Dauerdebatte um eine mögliche neue Fußball-Arena von Bundesligist Hertha BSC hat Berlins Sportsenator Andreas Geisel einen Standort am Tempelhofer Feld nicht ausgeschlossen. Die Initiative dafür könne aber nicht vom Senat kommen, sagte der SPD-Politiker dem Radiosender 105‘5 Spreeradio am Dienstag. "Wenn man das Gesetz ändern will, ist vielleicht der Verlierer der Abstimmung nicht der geeignetste, der den Vorschlag macht", sagte Geisel. Wenn der Club allerdings eine Diskussion darüber starten würde, "warum nicht."

Das sogenannte Tempelhof-Gesetz verbietet eine Bebauung des Felds, seitdem die Berliner mit einem vielbeachteten Volksentscheid im Jahr 2014 jegliche Pläne des Senates zu einer Randbebauung auf der Freifläche abgelehnt hatten. Das Gesetz kann auch ohne direkte Beteiligung der Bevölkerung geändert werden. Dennoch sind sich alle Parteien im Abgeordnetenhaus einig, dass eine Änderung nur mit Zustimmung der Berliner erfolgen darf.

Hertha will im Jahr 2025 das Olympiastadion als bisherige Spielstätte verlassen und eine eigene, selbstgebaute Arena ziehen. Zuletzt hatte Geisel einen Standort auf dem Gelände des Flughafens Tegel vorgeschlagen, der Club hatte angekündigt, dies prüfen zu wollen. Der Bundesligist präferiert bislang einen Neubau auf dem Olympiagelände. In einer Standortanalyse hatte Hertha auch das Tempelhofer Feld prüfen lassen. Diese kam zum Ergebnis, dass ein Neubau sich als "problematisch" erweisen könnte.

Wolfsburg holt Otavio von Absteiger Ingolstadt

VfL Wolfsburg hat den brasilianischen Linksverteidiger Paulo Otavio vom FC Ingolstadt verpflichtet. Das bestätigten beide Vereine am Dienstag. Der dritte Wolfsburger Neuzugang nach Kevin Mbabu (Young Boys Bern) und Joao Victor (Linzer ASK) unterschrieb bei dem Europa-League-Teilnehmer einen Vierjahresvertrag.

"Paulo ist ein Spieler, der über ein gutes Tempo verfügt, Einsatzbereitschaft mitbringt und dazu auch viele weitere Fähigkeiten hat", sagte Wolfsburgs Sportdirektor Marcel Schäfer. Der neue VfL-Trainer Oliver Glasner kennt den 24 Jahre alten Paulo Otavio bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit in Linz.

Bayerns Davies: "Bosse geben mir Zeit"

Nachwuchstalent Alphonso Davies sieht sich beim FC Bayern durch die teaminterne Offensiv-Konkurrenz mit Kingsley Coman und Serge Gnabry sowie dem Werben um Nationalspieler Leroy Sané nicht unter erhöhtem Leistungsdruck. "Sie drängen mich überhaupt nicht im Verein! Sie wollen, dass ich mich an die Liga gewöhne", sagte der 18-Jährige der Bild-Zeitung. Der Teenager war im vorigen Winter für zehn Millionen Euro aus Vancouver geholt worden.

"Es ist schwierig, als Jugendlicher aus Kanada zu kommen und für einen der besten Vereine der Welt zu spielen", sagte er, ergänzte aber in Richtung der FCB-Bosse: "Sie geben mir wirklich die Zeit, und ihr Plan war bisher sehr gut."

Dass Bayern Sané von Manchester City verpflichten will, der für Davies ein weiterer harter Rivale auf der offensiven Außenbahn wäre, sieht der Kanadier nicht negativ. "Wenn Leroy zu uns kommen sollte, kann ich von ihm eine Menge lernen", sagte der Jung-Profi.

Koller bei Basel vor dem Aus?

Der langjährige Bundesliga-Coach und Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft, der Schweizer Marcel Koller (58), steht beim FC Basel vor dem Abschied. Dies berichtet der Blick.

Die Nachfolge soll Patrick Rahmen übernehmen. Koller besitzt noch einen Vertrag bis 2020 in Basel und führte die Mannschaft in dieser Saison zum Pokalsieg.

Paderborn verlängert mit Ausrüster

Bundesligist SC Paderborn hat die Zusammenarbeit mit seinem Ausrüster Saller vorzeitig um fünf weitere Jahre bis zum Ende der Saison 2024/25 verlängert. Dies teilte der Aufsteiger am Dienstag mit.

"Kontinuität ist ein wichtiger Baustein für sportlichen Erfolg. Deshalb sind wir glücklich darüber, Saller auch in den kommenden Jahren als Partner an unserer Seite zu wissen, zu dem aus einer geschäftlichen Zusammenarbeit seit vielen Jahren eine gute Freundschaft entstanden ist", sagte SCP07-Geschäftsführer Martin Hornberger.

DFB-Frauen müssen auf Marozsan verzichten

Die deutschen Fußballerinnen müssen bei der WM in Frankreich vorerst ohne Spielmacherin Dzsenifer Marozsan auskommen. "Sie hat einen Zehenbruch. Das bedeutet, dass wir in der Vorrunde nicht mehr auf sie zurückgreifen können", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg am Tag vor dem zweiten Spiel gegen Spanien am Mittwoch (18 Uhr/ZDF und DAZN) in Valenciennes.

"Wir werden versuchen, sie bei der WM wieder auf den Platz zu bringen, aber eine Prognose können wir nicht abgeben", sagte Voss-Tecklenburg. Die 27-Jährige von Champions-League-Sieger Olympique Lyon hatte im Auftaktspiel gegen China (1:0) am vergangenen Sonnabend einen Schlag auf den linken Fuß erlitten und trotzdem durchgespielt.

"Der Ausfall tut weh, vor allem persönlich, weil das eine besondere WM für Dzseni ist", sagte die Bundestrainerin, die noch nicht durchblicken lassen wollte, wie sie personell auf den Ausfall ihrer Nummer 10 reagieren wird. Auch einige andere deutsche Spielerinnen hatten gegen China arge Blessuren davongetragen.

Marozsan selbst zeigt sich kämpferisch. Es gebe für sie keinen Grund, "den Kopf hängen zu lassen. Wer mich kennt, weiß ganz genau, dass ich nicht so einfach aufgeben werde", schrieb sie am Dienstag bei Instagram. Die Verletzung war ihr nach eigenen Angaben bei einem Foul im Auftaktspiel gegen China zugefügt worden.

Die Spielmacherin versicherte dem deutschen Team ihre Unterstützung: "Ich werde, so gut es geht, meine Mannschaft neben dem Platz unterstützen und alles daran setzen, dass ich wieder schmerzfrei werde." Zu möglichen weiteren Einsätzen während des Turniers äußerte sie sich nicht. Nach DFB-Angaben fällt Marozsan zumindest auch für das dritte Gruppenspiel am Montag in Montpellier gegen Südafrika aus.

Scharfschützen gegen Hools bei Copa America

Gastgeber Brasilien hat für die am Freitag startende Copa America umfassende Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Zum Auftaktspiel Brasilien-Bolivien in Sao Paulo werden Scharfschützen und Spürhunde im Land des fünfmaligen Weltmeisters eingesetzt, um die Sicherheit für die zahlreichen Fans zu gewährleisten.

In den Stadien sind insgesamt bis zu 10.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, die Polizei will derweil außerhalb der Arenen Ausschreitungen durch Hooligans verhindern. "Mit all unserer Erfahrung kann ich garantieren, dass wir die Voraussetzungen für eine sichere Copa America haben", sagte Cesar Martinez, Sprecher des Justiz- und Sicherheitsministeriums, der Nachrichtenagentur AFP.

Brasilien war bereits 2013 Gastgeber des Confederations Cup, 2014 der Weltmeisterschaft und 2016 der Olympischen Spiele – bei keinem der Großveranstaltungen habe es größere Zwischenfälle gegeben.

Das Auftreten gewaltbereiter Rowdys zählt zu den größten Problemen im brasilianischen Fußball. Während der Copa America werde es nicht nur eine täglich aktualisierte Datenbank von international bekannten Hooligans geben, sondern auch die Sicherheit auf Flughäfen, in Hotels, auf den Straßen sowie an touristischen Orten soll durch Polizeipräsenz erhöht werden.

BVB: Isak vor endgültigem Wechsel

Der schwedische Stürmer Alexander Isak wird die Bundesliga offenbar endgültig verlassen und von Vize-Meister Borussia Dortmund zu Real Sociedad San Sebastian nach Spanien wechseln. Nach Informationen der Zeitung "El Mundo Deportivo" wird der 19-Jährige in Kürze den Medizincheck absolvieren. Die Basken, die die abgelaufene Saison als Neunter beendeten, sollen bereit sein, rund zehn Millionen Euro zu bezahlen.

Der einst als Ausnahmetalent geltende Isak war im Alter von 17 Jahren für 8,6 Millionen Euro von AIK Solna zum BVB gewechselt. In der Bundesliga kam er aber nur zu fünf Einsätzen mit insgesamt 116 Minuten Spielzeit und blieb dabei ohne Tor. In der vergangenen Rückrunde war er an Willem II Tilburg in den Niederlanden ausgeliehen. Obwohl er sich dort mit 13 Toren und sieben Vorlagen in 16 Ligaspielen empfahl, traut man ihm in Dortmund offenbar keinen Stammplatz zu.

Villareals Pedraza einer für die Eintracht?

Eintracht Frankfurt zeigt laut spanischen Medienberichten Interesse an Offensivspieler Alfonso Pedraza (23) vom FC Villarreal. Sein Vertrag in La Liga hat noch eine Laufzeit bis 2021, als Ablösesumme sind 15 Millionen Euro im Gespräch. Nach dem Verkauf des Serben Luka Jovic für 70 Millionen Euro an den spanischen Rekordmeister Real Madrid suchen die Hessen Verstärkungen im Offensivbereich.

Iran: Trainer soll Gehalt im Koffer abholen

Der iranische Meister Persepolis Teheran will das Restgehalt seines kroatischen Trainers in Höhe von 600.000 Euro in bar bezahlen, da wegen der US-Sanktionen eine Banküberweisung nicht möglich sei. Coach Branko Ivankovic solle nach Teheran zurückkommen und den Koffer voller Bargeld abholen, teilte der Verein laut Nachrichtenagentur Isna am Dienstag mit. Damit will der Club einerseits seinen Erfolgstrainer, der 1999/2000 auch den Zweitligisten Hannover 96 betreute, weiterhin an sich binden und andererseits vermeiden, dass auch der Kroate den Iran bei der Fifa anzeige.

Hintergrund der kuriosen Entscheidung sind die im Zusammenhang mit dem Atomstreit verhängten US-Sanktionen gegen den Iran. Der Gottesstaat kann deswegen keine internationalen Banktransaktionen durchführen und dementsprechend auch die hohen Gehälter seiner ausländischen Trainer nicht überweisen.

Aus diesem Grund hatten unter anderen der Portugiese Carlos Queiroz und der Deutsche Winfried Schäfer den Iran bei der Fifa angezeigt. Beiden schuldet das Land Restgehälter oder Abfindungen im hohen sechsstelligen Bereich. Es ist daher in Teheran auch ein Rätsel, wie der iranische Fußballverband das Millionengehalt seines neuen Nationaltrainers Marc Wilmots aus Belgien bezahlen will.

Wehen kann Torjäger Schäffler halten

Zweitliga-Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden hat den Vertrag mit Torjäger Manuel Schäffler um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Der 30 Jahre alte Stürmer kam 2016 von Holstein Kiel zu den Hessen, für die er seither in 104 Drittligaspielen 52 Tore erzielte. In der vergangenen Spielzeit steuerte Schäffler, der einst beim TSV 1860 München, dem MSV Duisburg und dem FC Ingolstadt Zweitliga-Erfahrung sammelte, 16 Treffer und sieben Vorlagen zum Aufstieg bei. "Er ist einer unserer wichtigsten Spieler in der Offensive", sagte Wehen Wiesbadens Trainer Rüdiger Rehm über den Angreifer.

Gladbach und Heidenheim waren am fairsten

Borussia Mönchengladbach war der fairste Club in der vergangenen Saison der Bundesliga. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Fair-Play-Statistik der DFL hervor.

Hinter der Borussia landeten Bayer Leverkusen und RB Leipzig auf den Plätzen zwei und drei. In der 2. Liga gewann der 1. FC Heidenheim die Wertung vor dem VfL Bochum sowie den beiden Drittplatzierten Darmstadt 98 und SC Paderborn.

Für die Zweitligisten ist die Platzierung mit einer Prämie verbunden, die zweckgebunden in die Nachwuchsarbeit fließen muss. Heidenheim erhält 25.000 Euro, Bochum 15.000 Euro, Darmstadt und Paderborn jeweils 5000 Euro.

Die Grundlage für die Statistik bilden die Berichte der Schiedsrichter und Schiedsrichterbeobachter. In die Wertung fließen sechs Kriterien ein. Neben Verwarnungen und Platzverweisen sind dies Respekt vor dem Gegner und den Schiedsrichtern, das Verhalten von Offiziellen und Fans sowie die Attraktivität des Spiels.

Bayern München muss für Pyro zahlen

Rekordmeister Bayern München sowie die Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin und 1. FC Köln sind vom DFB wegen unsportlichen Verhaltens ihrer Anhänger zur Kasse gebeten worden. Gegen den FC Bayern wurde eine Geldstrafe von 5000 Euro ausgesprochen, die Eisernen müssen nach einer Entscheidung des Sportgerichts insgesamt 32.400 Euro und der 1. FC Köln 11.900 Euro bezahlen.

Der Grund ist jeweils das Abbrennen von Bengalischen Feuern und im Falle von Union auch das Zünden von Rauchkörpern. Beim FC Bayern betrifft es das Gastspiel bei Fortuna Düsseldorf (14. April). Bei den Berlinern gab es die Vorfälle bei den Ligaspielen gegen den Hamburger SV (28. April) und beim VfL Bochum (19. Mai).

Köln wurde für Ereignisse bei den Spielen gegen den FC Ingolstadt (3. März), beim 1. FC Heidenheim (7. April) und MSV Duisburg (10. April) bestraft. Beim Zweitligaspiel gegen Darmstadt 98 (26. April) war außerdem ein Kölner Zuschauer aufs Spielfeld gelaufen.

Das Urteil ist durch die Zustimmung der Vereine rechtskräftig.

VfB Stuttgart: Auch Aogo muss gehen

Absteiger VfB Stuttgart verzichtet in der 2. Bundesliga neben dem bisherigen Kapitän Christian Gentner auch auf den ehemaligen Nationalspieler Dennis Aogo. Der Ende des Monats auslaufende Vertrag des 32 Jahre alten Defensivspielers werde nicht verlängert, teilten die Schwaben am Dienstag mit. Aogo spielte seit Sommer 2017 in Stuttgart und kam seitdem auf 44 Einsätze in der Bundesliga.

"Dennis Aogo hat in den zwei Jahren beim VfB jeden Tag eine professionelle Einstellung gezeigt und alles für den Verein gegeben. Aufgrund der neuen sportlichen Ausrichtung haben wir uns jedoch dazu entschlossen, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern", sagte Sportvorstand Thomas Hitzlsperger laut Mitteilung.

Aogo wäre gerne in Stuttgart geblieben, wie er in einem Text auf seiner Facebook-Seite deutlich machte. "Ich sag ganz ehrlich, dass ich gern mit aller Kraft dabei geholfen hätte, die Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen. Ich glaube auch, dass hier nicht so vieles kaputt ist, wie zuletzt immer mal von außen behauptet wurde", schrieb er. "Mag abgedroschen klingen, aber es war mir eine Ehre, bis zum letzten Spiel meinen Platz beim VfB gehabt zu haben, der Verein hat so eine starke Energie, davon träumen viele andere."

Offen ist noch, ob Andreas Beck einen neuen Vertrag für die 2. Liga bekommt. Auch bei anderen Routiniers im bisherigen Kader ist die Zukunft trotz gültiger Verträge noch nicht abschließend geklärt.

Kehrtwende: Ratajczak spielt weiter beim SCP

Aufsteiger SC Paderborn hat den bereits offiziell verabschiedeten Torhüter Michael Ratajczak für die kommende Bundesliga-Saison doch noch mit einem Vertrag ausgestattet. Mit dem Kontrakt des 37-Jährigen für ein Jahr reagierte der SCP auf die Verletzungen von Leopold Zingerle und Leon Brüggemeier.

"Weil Leo und Leon nach ihren Verletzungen erst in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit zurückkommen werden, wird er zunächst wieder voll im Trainingsbetrieb sein", sagte am Dienstag der Leiter Sport, Martin Przondziono: "Sukzessive soll er sich dann auf eine Tätigkeit als Torwarttrainer in unserem Nachwuchsleistungszentrum konzentrieren. Wir freuen uns, dass wir eine entsprechende Verständigung mit ihm erzielt haben."

Havertz für Profis Spieler der Saison

Nationalspieler Kai Havertz ist von seinen Bundesligakollegen zum besten Feldspieler der abgelaufenen Saison gewählt worden. Der 20-Jährige von Bayer Leverkusen landete in der Umfrage des Fachmagazins kicker unter 250 Profis mit 20,8 Prozent der Stimmen hauchdünn vor dem Dortmunder Kapitän Marco Reus (20,0). Wesentlicher klarer fiel die Wahl zum besten Torwart der Saison auf Peter Gulacsi von RB Leipzig (25,6).

Auch in anderen Rubriken waren die Fälle eindeutig. Als Aufsteiger durften sich Trainer Adi Hütter (Eintracht Frankfurt/40,4) und BVB-Profi Jadon Sancho (30,4) freuen, als Absteiger straften die Profis den vor einem Jahr noch gefeierten Ex-Schalke-Coach Domenico Tedesco (50,0) und Bayern-Spieler Jerome Boateng (17,6) ab.

Die größte positive Überraschung bei den Clubs war nach Ansicht der Bundesligaspieler Eintracht Frankfurt (39,2) knapp vor Fortuna Düsseldorf (36,8). Als negative Überraschung nannten zwei Drittel der Befragten den abgestürzten Vizemeister Schalke 04 (75,2).

Ein klares Votum gab es auch gegen den Videobeweises, den nur ein Drittel der befragten Profis in seiner jetzigen Form behalten wollen (32,4). Beim Thema Handspiel gab es kaum zwei Meinungen: 84,0 Prozent der Spieler wollen, dass ein Handspiel im Strafraum nur bei erkennbarer Absicht mit einem Strafstoß geahndet wird.

Trainerwechsel beim AS Rom

Der ehemalige Schachtjor-Donezk-Trainer Paulo Fonseca ist neuer Coach des italienischen Erstligisten AS Rom. Er ersetzt den Römer Claudio Ranieri, der seinen am Ende der Saison ausgelaufenen Vertrag nicht mehr erneuert hatte.

Wie AS Rom auf seiner Webseite mitteilte, unterzeichnete der 46-jährige Portugiese Fonseca einen Zweijahresvertrag mit Option auf eine einjährige Verlängerung. "Fonseca ist ein junger und ehrgeiziger Trainer mit internationaler Erfahrung und großer Mentalität. Er ist wegen seines Konzepts eines mutigen und offensiven Fußballs bekannt. Er wird unsere Fans begeistern", sagte Roms Clubchef James Pallotta.

Buffon als Casillas-Ersatz nach Porto?

Der portugiesische Vizemeister FC Porto hat laut Gazzetta dello Sport Kontakte zum ehemaligen italienischen Nationaltorhüter Gianluigi Buffon aufgenommen, der am Ende dieser Saison Frankreichs Abonnement-Meister Paris St. Germain verlassen wird.

Der 41-Jährige sei laut Gazzetta trotz seines hohen Fuballer-Alters auf der Suche nach einem neuen Klub und könnte den früheren spanischen Welttorhüters Iker Casillas in Porto ersetzen, der im Mai einen Herzinfarkt erlitten hat. Buffon war vor einem Jahr in der Hoffnung von Juventus Turin zu PSG gewechselt, mit mit dem französischen Hauptstadtklub die Champions League zu gewinnen. Allerdings kam im Achtelfinale gegen den englischen Rekordmeister Manchester United das überraschende Aus.

Braunschweigs Hofmann zum KSC

Stürmer Philipp Hofmann wechselt ablösefrei vom Drittligisten Eintracht Braunschweig zum Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC. Das gaben beide Vereine am Dienstag bekannt. Der 26-Jährige erzielte in der vergangenen Saison elf Tore für die Eintracht. Sein ursprünglich bis 2020 datierter Vertrag in Braunschweig verlor aber nach der deutlich verpassten Rückkehr in die 2. Bundesliga seine Gültigkeit.

"Ich hatte sehr gute Gespräche mit Trainer Alois Schwartz und Manager Oliver Kreuzer. Ich freue mich sehr auf die neue Saison in der 2. Bundesliga", sagte Hofmann. Mit Nick Proschwitz vom SV Meppen und Rückkehrer Orhan Ademi von den Würzburger Kickers hat die Eintracht bereits zwei Nachfolger für den Angriff verpflichtet.

Draxler will bei PSG bleiben

Nationalspieler Julian Draxler sieht seine Zukunft beim französischen Meister Paris St. Germain. "Ich bin weit davon entfernt zu sagen: Ich halte es hier nicht mehr aus, ich muss weg. Im Gegenteil: Ich fühle mich sehr wohl, komme auf meine Spiele, habe einen Super-Trainer und bin in einem Super-Verein", sagte der 25-Jährige im Kicker-Interview.

Draxlers Vertrag läuft noch bis Juni 2021. "Der Verein ist im positiven Sinne verrückt, da kann von heute auf morgen viel passieren. Aber ich denke nicht, dass mich in Paris jemand vom Hof jagen will", sagte der Weltmeister von 2014, der sich auch einen langfristigen Verbleib in Paris vorstellen kann: "Wenn mir eine Vertragsverlängerung angeboten wird, höre ich mir das an."

Schalke verschiebt Sportdirektor-Anstellung

Schalke 04 verzichtet offenbar zunächst auf die eigentlich geplante Einstellung eines Sportdirektors. Nach Informationen der "WAZ ist kurzfristig mit keinem Abschluss zu rechnen, da die Gespräche mit Kandidaten nicht den Eindruck vermittelt hätten, "dass eine Zusammenarbeit sinnvoll wäre". Gerüchten zufolge sollen der von Paderborn nach Leipzig gewechselte Markus Krösche, Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder und der frühere Ingolstädter Thomas Linke im Gespräch gewesen sein.

Ob später in der Saison doch noch ein Sportdirektor eingestellt werde, sei offen. Zunächst plane Schalke eher mit einem Team-Manager nach dem Vorbild von Sebastian Kehl beim Ruhr-Rivalen Borussia Dortmund. Dieser wird nach "WAZ"-Informationen allerdings nicht Gerald Asamoah werden. Der Ex-Nationalspieler, der diesen Posten im Saisonfinale unter Interimstrainer Huub Stevens bekleidete, soll zur U23 zurückkehren.

Der Vize-Meister von 2018 hatte im März Jochen Schneider als Sportvorstand und damit Nachfolger des zurückgetretenen Christian Heidel installiert. Schneider hatte daraufhin die Verpflichtung eines Technischen Direktors und eines Sportdirektors als Ziel ausgegeben. Als Technischer Direktor wurde Michael Reschke verpflichtet.

Eintracht Frankfurt: Auch Atletico will Rebic

Nach dem Abgang von Luka Jovic droht Eintracht Frankfurt der Verlust eines weiteren Teils des "magischen Dreiecks". Der kroatische Vize-Weltmeister Ante Rebic steht offenbar vor dem Absprung.

Laut der Bild-Zeitung rechnet die Eintracht mit einem Transfer des 25-Jährigen, der um die 40 Millionen Euro einbringen soll. Atletico Madrid und Inter Mailand sollen Interesse an dem Topverdiener der Hessen haben, der bis 2022 bei der Eintracht unter Vertrag steht.

Schon vor dem Transfer des Serben Jovic (21) zu Real Madrid für 70 Millionen Euro hatte der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic davor gewarnt, dass der Club möglicherweise das komplette Dreieck (Jovic, Rebic und Sebastien Haller) verlieren könnte.

Hertha will Covic und Dardai verleihen

Hertha BSC will die beiden Youngster Maurice Covic und Palko Dardai ausleihen. Das kündigte Geschäftsführer Michael Preetz im Kicker an. Der 21 Jahre alte Covic, Sohn des neuen Cheftrainers Ante Covic, sei "bereit für höhere Aufgaben als die Regionalliga. Er hat sich sehr gut entwickelt. Wir wollen ihn verleihen". Der Mittelfeldspieler kam bislang noch in keinem Pflichtspiel für das Profiteam zum Einsatz, er hatte sich Ende März eine Knieverletzung zugezogen.

Auch Palko Dardai soll vorerst bei einem anderen Verein Spielpraxis sammeln. "Wir streben bei Palko eine Ausleihe an", sagte Preetz. Der 20 Jahre alte Offensivspieler und Sohn von Ex-Chefcoach Pal Dardai hatte in der vergangenen Saison sieben Bundesligaeinsätze, davon einen von Beginn an, absolviert. Der 19 Jahre alte Außenstürmer Dennis Jastrzembski soll hingegen nicht verliehen werden. Dieser "hat die Qualität, uns jederzeit zu helfen", sagte Preetz.

Kuntz: "Spagat" für Tah kein Nachteil

DFB-Trainer Stefan Kuntz sieht in der Doppelbelastung für Jonathan Tah und Lukas Klostermann mit Blick auf die U21-EM keinen Nachteil. "Jona und Lukas sind absolute Führungspersönlichkeiten bei uns. Sie haben in den letzten Monaten schon den Spagat zwischen A-Nationalmannschaft und U21 geschafft und werden von den Erfahrungen in der EM-Qualifikation profitieren", sagte Kuntz vor der am Wochenende beginnenden EM in Italien und San Marino (16. bis 30. Juni) auf dfb.de.

Sowohl Tah als auch Klostermann hatten wegen ihrer Nominierung durch Joachim Löw das EM-Trainingslager der U21 in Südtirol verpasst. Ein Problem sei das jedoch nicht. "Sie kennen die Abläufe und das Team bei der U21, von daher ist es kein großer Nachteil, dass sie das Trainingslager nicht bei uns absolviert haben", sagte Kuntz.

Für das Turnier, bei dem es auch um die Olympia-Qualifikation geht, hat sich das DFB-Team viel vorgenommen. "Mit der Europameisterschaft steht uns nun das absolute Highlight bevor, auf das wir mit diesem Jahrgang zwei Jahre hingearbeitet haben. Wir haben ambitionierte Ziele und wollen gemeinsam den nächsten Schritt machen. Mindestens bis ins Halbfinale, weil wir uns damit auch für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 qualifizieren würden", sagte Kuntz.

Die deutsche Mannschaft reist am Freitag nach Udine, wo am Montag (21.00 Uhr/ARD) das erste Gruppenspiel gegen Dänemark ansteht. Bis zum Abflug sollen die Spieler ihre freien Tage genießen, so der DFB-Trainer. "Aber dann muss sich relativ schnell auch das Gefühl einstellen, dass sie heiß sind auf die EM und kaum erwarten können, dass es los geht", sagte Kuntz.

In den weiteren Gruppenspielen trifft die deutsche U21 auf Serbien (20. Juni) und Österreich (23. Juni). Nur die drei Gruppensieger und der beste Gruppenzweite erreichen das Halbfinale, das zudem die Qualifikation für Olympia 2020 in Tokio bedeutet.

FC-Coach Beierlorzer verliert Beamtenstatus

Achim Beierlorzer will als Trainer von Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Köln von Abstiegskampf nichts wissen. Auf die Frage des Kicker, ob für ihn mit dem Trainingsstart am 4. Juli der Abstiegskampf beginne, konterte der 51-Jährige: "Nein, es beginnt die Vorbereitung auf eine spannende, tolle Bundesligasaison."

Sein Ziel sei es, "dass die anderen sagen: Oh, nach Köln fahren wir nicht so gerne, da ist es schwer, zu gewinnen." Köln sei auch als Aufsteiger ein gefühlter Bundesligist. "Diese Herausforderung ist groß, aber die Bundesliga ist es natürlich auch. Ich hatte nie diesen Traum, irgendwann einmal Bundesliga-Trainer zu sein. Es gibt 18 Stellen, und von einer davon zu träumen, fand ich vermessen", sagte der Trainer.

Mit der Übernahme seines neuen Amts in Köln wird Beierlorzer, der zuletzt den Zweitligisten Jahn Regensburg betreute, endgültig aus seinem Job als Mathematik-Lehrer ausscheiden. "Meinen Beamtenstatus verliere ich zum 1. August, aber als angestellter Lehrer kann ich jederzeit wieder zurück. Ja, ich hab’s mir gut überlegt", sagte der Coach.

Serie A stemmt sich gegen Superliga

Die italienische Serie A stemmt sich vehement gegen Pläne des ECA-Präsidenten und Juventus-Turin-Chefs Andrea Agnelli zur Gründung einer europäischen Superliga. 14 Serie A-Klub, darunter Inter Mailand, der AC Mailand und AS Rom, haben ein Dokument unterzeichnet, in dem Agnellis Pläne klar abgelehnt werden.

Die 36 Profi-Clubs der DFL hatten den Reformplänen Agnellis, Chef der Europäischen Club-Vereinigung ECA, sogar geschlossen eine Absage erteilt. Auch auf dem Apennin ist der Widerstand groß. Die Europaliga sei eine "Bedrohung für die Zukunft des europäischen Fußballs", hieß es in Auszügen des Dokuments, das von der Gazzetta dello Sport am Dienstag veröffentlicht wurde.

Agnellis Pläne würden auf gravierende Weise "die Wettbewerbsfähigkeit der nationalen Meisterschaften verzerren und ihr schaden" und das Prinzip der Qualifikation beeinträchtigen, das lediglich auf sportliche Leistungen basiere. Agnellis Plan beeinträchtigen außerdem "die Struktur und das Kalendersystem der nationalen Meisterschaften". An dem Prinzip, wonach nationale Wettbewerbe gegenüber internationalen Partien Priorität haben, dürfe man nicht rütteln, betonten die 14 italienischen Klubs.

Lazio-Chef Claudio Lotito meinte, die Einmaligkeit des italienischen Fußballs sei durch das Projekt einer europäischen Superliga gefährdet. Liga-Chef Gaetano Micciche forderte die Uefa auf, klar Stellung zu beziehen. "Die Uefa muss die negative Stellungnahme der fünf großen europäischen Ligen zu den Reformplänen berücksichtigen", betonte Micciche.

Brandt hat den gleichen Ansatz wie Özil

Julian Brandt hat nach seinen bislang 25 Länderspielen eine positive Entwicklung der deutschen Nationalmannschaft ausgemacht. "Man sollte uns schon noch Zeit geben bis zur Europameisterschaft 2020, wir müssen noch weiter zusammenwachsen, uns weiter kennenlernen. Das Besondere ist, dass jetzt viele Verantwortung übernehmen müssen", sagte der 23 Jahre alte Neuzugang von Borussia Dortmund im Abendblatt-Interview.

Brandt stellt hohe Forderungen an sich selbst: "Ich bin kein lautstarker Typ wie Joshua Kimmich, auch nicht wie Thomas Müller, der nur am Quatschen ist. Aber auch ich merke, wie ich jetzt im Training vorangehen möchte. Ich sehe mich in der Pflicht, meinen Beitrag zu leisten, der Mannschaft fußballerisch Halt zu geben." Und er formuliert als Ziel: "Man muss jetzt selbst ein Spieler sein, an dem sich andere orientieren."

Auf die Frage, ob er jetzt eine Rolle wie einst Mesut Özil in der Nationalmannschaft einnehme wolle, antwortete Brandt: "Mesut war jemand, den man zwar auf dem Platz nicht so oft gehört hat, aber er konnte ein Spiel leiten, ihm eine Richtung vorgeben. In manchen Momenten konnte er nur durch einen grandiosen Pass Euphorie auslösen. Das ist auch mein Ansatz."

Zu seinem Wechsel nach Dortmund räumte Brandt ein, es sei nicht leicht gewesen, Leverkusen zu verlassen. "Aber ich hatte das Gefühl, dass ich jetzt Bock auf was Neues habe." Bei der Borussia sei die Größenordnung noch mal eine andere. Auch der Druck sei beim BVB größer – auch medial, unterstrich Brandt. "Dass es in Dortmund anders ist, kann mich prägen. Persönlich, aber auch spielerisch", sagte er.

Jena holt Kircher aus Karlsruhe

Drittligist FC Carl Zeiss Jena leiht Tim Kircher vom Karlsruher SC aus. Der 20 Jahre alte Außenverteidiger soll in der Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok weitere Erfahrung in der dritthöchsten Spielklasse sammeln. Die Ausleihe gilt zunächst für eine Saison bis 30. Juni 2020. Das teilte der FCC am Mittwoch mit.

"Tim passt genau ins Anforderungsprofil und in unser Team. Er ist jung, er ist ehrgeizig, entwicklungsfähig und verfügt über eine sehr gute Spielauffassung", sagte Kwasniok über den Neuzugang.

Der Jenaer Coach kennt Kircher aus seiner Zeit als Trainer im Nachwuchsbereich des KSC. "Es ist eine tolle Herausforderung und zugleich auch eine riesige Chance, um mich sowohl als Spieler als auch persönlich weiterzuentwickeln", sagte Kircher.