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Niederlande bereit für DFB-Elf: Auftaktsieg in der EM-Quali

Bierhoff ordnet Choreo für Müller, Hummels und Boateng ein. Kapitän Gündogan spürt "Stolz und Respekt". Van der Vaart kritisiert Löw.

Wolfsburg/Hamburg. Weder Fisch noch Fleisch: Der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist der von Bundestrainer propagierte Neustart nur teilweise gelungen. Im ersten Spiel nach der viel diskutierten Ausbootung des Weltmeister-Trios Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller kam die DFB-Elf am Mittwoch in Wolfsburg nur zu einem 1:1 (0:1) im Test-Länderspiel gegen Serbien. Abendblatt.de hält Sie über die Ereignisse rund um "Die Mannschaft" auf dem Laufenden.

EM-Quali: Auftaktsieg für DFB-Gegner Niederlande

Starke Vorstellungen vom kommenden DFB-Gegner Niederlande und vom WM-Dritten Belgien, knappe Erfolge für Vize-Weltmeister Kroatien und Polen: Die Gruppenfavoriten sind am Donnerstag durch die Bank erfolgreich in die Qualifikation zur EM 2020 gestartet. Besonders überzeugend präsentierte sich Oranje beim 4:0 (2:0) gegen Weißrussland – der Erzrivale Deutschland kann kommen.

Im De Kuip von Rotterdam traf Memphis Depay bereits nach 50 Sekunden für die Mannschaft von Ronald Koeman, die sich letztmals 2014 für ein großes Turnier qualifiziert hatte. Georginio Wijnaldum vom FC Liverpool (21.), erneut Depay (55./Foulelfmeter) und Wijnaldums Klubkollege Virgil van Dijk (86.) erhöhten für den Gastgeber, der als Tabellenführer der Gruppe C ins Duell mit der Mannschaft von Joachim Löw am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in Amsterdam geht.

Im Parallelspiel besiegte Nordirland in Belfast die Auswahl Estlands durch die Tore von Niall McGinn (56.) und Kapitän Steven Davis (75./Elfmeter) mit 2:0 (0:0). Kroatien mühte sich in Gruppe E gegen Außenseiter Aserbaidschan in Zagreb zu einem 2:1 (1:1). Den Siegtreffer erzielte der Hoffenheimer Bundesligaprofi Andrej Kramaric in der 79. Minute. Im zweiten Spiel dieser Gruppe setzte sich die Slowakei gegen Ungarn 2:0 (1:0) durch. Ondrej Duda von Bundesligist Hertha BSC in der 42. Minute sowie Albert Rusnak (85.) erzielten die Treffer in Trnava.

Belgien besiegt Russland

Der Weltranglistenerste Belgien setzte sich in Brüssel 3:1 (2:1) gegen den letzten WM-Gastgeber Russland durch, die Roten Teufel müssen sich aber zunächst in der Gruppe I mit Platz drei begnügen. Auf den ersten Rang schoss sich Zypern durch ein 5:0 (4:0) gegen San Marino. Platz zwei belegt Kasachstan, das das erste Qualifikationsspiel für die erste paneuropäische EURO am Nachmittag überraschend deutlich mit 3:0 (2:0) gegen Schottland gewonnen hatte.

In Gruppe G gewann Polen mit Bayern Münchens Torjäger Robert Lewandowski das Duell der prominentesten Teams in Wien gegen Österreich mit 1:0 (1:0). Krzysztof Piatek erzielte in der 63. Minute nach einem Eckball den Siegtreffer. Die Tabellenführung übernahm Nordmazedonien durch ein 3:1 (2:0) gegen Lettland, Platz drei belegt Slowenien nach einem 1:1 (0:0) in Israel. Die beiden bestplatzierten Teams jeder der zehn Gruppen qualifizieren sich direkt für die paneuropäische EM 2020.

Polizei ermittelt nach Rassismus-Vorwürfen

Die Polizei in Wolfsburg hat nach mutmaßlich rassistischen Äußerungen von Zuschauern während des Länderspiels gegen Serbien Ermittlungen eingeleitet. Es habe mehrere Hinweise unter anderem vom DFB gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. „Wir prüfen das jetzt und stimmen die möglichen nächsten Schritte ab“, ergänzte er. Zuvor hatte der Journalist André Voigt in den sozialen Netzwerken ein Video veröffentlicht, in dem er von verbalen Ausfällen einiger Zuschauer während der Partie am Mittwochabend in Wolfsburg berichtete.

„Die drei haben zuerst die ganze Zeit über Löw, die Spieler und das Stadion hergezogen. In der zweiten Halbzeit ging es dann mit rassistischen Beleidigungen gegen (Leroy) Sané und (Ilkay) Gündogan weiter, drei-, vier-, fünfmal, immer wieder“, sagte Voigt, Chefredakteur des renommierten Basketball-Magazins „FIVE“, der Deutschen Presse-Agentur. Irgendwann habe er sich gedacht, dass er trotz der Anwesenheit seiner Familie etwas sagen müsse.

„Aber auch danach ging es immer weiter, bis hin zu Äußerungen wie „Heil Hitler". Was mich schockiert hat, dass ansonsten niemand im Block etwas dagegen gesagt hat, sondern es auch noch Bestätigung für die drei gab“, schilderte der 45-Jährige die Situation.

Der DFB habe sich bei ihm gemeldet und wollte die Sitzplatznummern haben. „Ich bin gespannt, wie es ausgeht. Ich weiß, dass es auch unangenehm für mich werden kann durch die ganzen Reaktionen von Rechten – aber wenn ich aufstehe, muss ich auch den Kopf dafür hinhalten“, sagte Voigt.

Löw sauer wegen Foul an Sané

Bundestrainer Joachim Löw hat verärgert auf das harte Einsteigen des serbischen Debütanten Milan Pavkov gegen Leroy Sané reagiert. "Es war ein ganz, ganz übles Foul. Da kann er ihm auch den Fuß brechen, aber Leroy ist Gottseidank nichts passiert", sagte Löw nach dem Neustart mit seiner stark verjüngten Auswahl.

Pavkov hatte Sané in der Nachspielzeit am linken Knöchel getroffen und daraufhin die Rote Karte gesehen (90.+3). Serbiens Coach Mladen Krstajic entschuldigte sich unmittelbar nach der Aktion bei Löw. "Es war ein faires Spiel, die Rote Karte war schlecht", sagte er, "aber Sie müssen den Spieler verstehen: Es war sein erstes Spiel für sein Land, es steckte keine Absicht dahinter."

Sané habe schon vor der Szene einen Krampf gehabt und sei deshalb – nicht wegen des Fouls – ausgewechselt worden, sagte Löw. Einem Einsatz des früheren Schalkers zum Auftakt der EM-Qualifikation am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) bei Erzrivale Niederlande stehe nichts im Wege. "Eine Verletzung hat er bei dem Foul keine davongetragen", sagte Löw. Das bestätigte Sané am Donnerstagnachmittag via Soziale Netzwerke: "Danke für eure Nachrichten, aber keine Sorge, mir geht es gut."

Anders Debütant Lukas Klostermann, der nach gelungenem Einstand ebenfalls kurz vor Schluss vom Platz musste. "Er ist ein bisschen weggerutscht und hat sich an den Adduktoren überdehnt. Ob das Auswirkungen hat für Sonntag müssen wir abwarten", sagte Löw, der den Leipziger lobte: "So ein guter Einstand ist nicht selbstverständlich."

Spanischer Ex-Leichtathlet vor DFB-Premiere

Der Unparteiische für das Spiel gegen die Niederlande steht fest: Der 35 Jahre alte spanische Fifa-Schiedsrichter Jesus Gil Manzano wird am Sonntag in Amsterdam eingesetzt und pfeift damit erstmals ein deutsches Länderspiel.

Manzano war einst als Leichtathlet 3000-m-Meister der Region Extremadura und besitzt einen Studienabschluss der Universität Salamanca in Umweltwissenschaften.

Die Fans zweifeln noch

Die neue Torhymne ("Can't hold us" von US-Rapper Macklemore) wurde verhalten aufgenommen, insgesamt war die Stimmung in der ausverkauften Volkswagen-Arena mau, doch das ist mangels gewachsener Ultra-Kultur nichts Neues bei Länderspielen. Die in ihrer Heftigkeit überraschenden Halbzeit-Pfiffe verdeutlichten aber, dass der Anhang nach WM-Desaster und Nations-League-Abstieg noch Zweifel hat - daran ändert auch ein Neustart zunächst nichts. "Es ist ein Umbruch, das eine oder andere Spiel kann man uns noch geben", forderte Joshua Kimmich zu Recht.

Bierhoff spielt die Choreo herunter

Laut Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff war die Choreografie für die ausgebooteten Rio-Weltmeister vor dem Anpfiff gegen Serbien keine offizielle Abschiedsgeste. "Das war ein Danke von den Fans, ohne dass das als Verabschiedung zu interpretieren ist", sagte Bierhoff.

Beim Einmarsch der Mannschaften war in der Wolfsburger Fankurve ein riesiges "Danke" über den drei Namen der Bayern-Profis Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng zu lesen. Zwischen den Namen prangten je drei Sterne in schwarz-rot-gold, darunter waren ihre Rückennummern 5, 13 und 17 zu sehen.

Bundestrainer Joachim Löw hatte dem Trio vor zwei Wochen mitgeteilt, dass er für die EM-Qualifikation und die EM 2020 ohne sie plant. DFB-Präsident Reinhard Grindel und Bierhoff hatten den drei Bayern-Profis daraufhin eine Verabschiedung für den Zeitpunkt in Aussicht gestellt, an dem sie nach einem Rücktritt nicht mehr für die DFB-Elf zur Verfügung stehen.

Boateng bedankte sich noch am Mittwochabend via Twitter für die Aktion. Diese kam auch bei den Erben der Rio-Helden gut an. "Das war eine tolle Geste, eine schöne Geschichte", sagte Leon Goretzka, und er ergänzte: "Ich glaube, die drei Jungs haben sicher noch mehr verdient." Joshua Kimmich, wie Goretzka Münchner Clubkollege der Aussortierten, sagte: "So ein Zeichen der Dankbarkeit schadet nie, ich finde es gut."

Effenberg sieht weiter Chancen für Bayern-Trio

Stefan Effenberg sieht für Hummels, Müller und Boateng weiter eine Zukunft in der DFB-Auswahl. „Dass die Entscheidung endgültig ist, ist ja Quatsch. Wenn die Qualifikation in die Hose geht, wird Jogi Löw nicht mehr da sein. Und dann kann auch eine Endgültigkeit wieder zurückgedreht werden“, sagte Effenberg in der RTL-Sendung „stern tv“ nach dem Spiel gegen Serbien.

Selbst wenn es die deutsche Mannschaft zur EM-Endrunde 2020 schaffen sollte, hat Effenberg Hummels, Müller und Boateng noch nicht abgeschrieben. Sollte das Abschneiden bei der EM so schlecht wie bei der WM in Russland sein, „wird Jogi Löw nicht mehr Bundestrainer sein. Und ein neuer Trainer würde die drei, die jetzt nicht mehr dabei sind, wieder zurückholen.“

Top-Quote für RTL

Immerhin im Fernsehen hat der DFB gesiegt: Mit durchschnittlich 8,21 Millionen Zuschauern (Marktanteil: 25,7 Prozent) verwies die Liveübertragung auf RTL zur Prime Time den alten ZDF-Krimi "Marie Brand und der Liebesmord" (5,15 Millionen/16,3 Prozent), die Wiederholung des ARD-Dramas "In der Falle" (2,88 Millionen/9,1 Prozent) und das Finale der Sat.1-Show "Das große Promibacken" (2,01 Millionen/7,0 Prozent) auf die Plätze.

Das EM-Qualifikationsspiel der Nationalmannschaft in den Niederlanden am Sonntag (20.45 Uhr) wird ebenfalls von RTL übertragen. Kommentieren werden erneut Marco Hagemann und Steffen Freund. Als Experte steht Jürgen Klinsmann parat.

Experte Klinsmann trifft auf Löw

Der ehemalige Bundestrainer ließ die Nationalmannschaft bei seiner RTL-Premiere noch ganz gut wegkommen. "Zäh“ nach dem Rückstand – das war schon die größte Kritik, die Jürgen Klinsmann in seiner neuen Rolle zum Remis der DFB-Elf äußerte. Ansonsten sprach der Schwabe beim Länderspielauftakt 2019 über die Partie, Probleme und Erwartungen eher so, als sei er noch im DFB-Trainerstab. "Sie können sehr viel positive Erkenntnisse ziehen. Sie hätten den Sack zumachen können. Das Spiel hätte auch 5:3 oder 6:3 ausgehen können", erklärte der neue Fußballexperte des Kölner Privatsenders.

Gleich zum Start seiner neuen TV-Rolle trat Klinsmann gemeinsam mit Bundestrainer Joachim Löw vor die Kamera. "Unser Verhältnis ist nach wie vor sehr gut und ist geprägt von großem Vertrauen. Ich habe Jürgen auch viel zu verdanken. So bleibt unser Verhältnis immer gut“, betonte der einstige Klinsmann-Assistent Löw. Klinsmann hatte 2004 als Bundestrainer Löw zum DFB geholt und ihn bei seinem Abschied zwei Jahre später in die Chefrolle geschoben.

Vor seinem Job-Antritt bei RTL, das bis zur EM 2020 alle Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft überträgt, hatte Klinsmann immerhin von "Alarmstufe Rot" im deutschen Fußball und auch von einem besonderen Druck für den aktuellen Bundestrainer gesprochen. Löw pflichtete seinem ehemaligen Chef im ersten dienstlichen TV-Gespräch mit Klinsmann bei: "Auf jeden Fall müssen wir uns viele Gedanken machen.“ Viele Dinge müssten in den nächsten Monaten besser gemacht werden.

RTL-Mitarbeiter Klinsmann will sich mit direkter Kritik an der Person Löw zurückhalten, machte er in Wolfsburg nochmals deutlich. "Wir reden über Fußball, reden immer über Fakten. Die Fakten sind im Moment nicht gut“, erklärte Klinsmann nach WM-Blamage, Abstieg in der Nations League und dem frühen Ausscheiden aller deutschen Clubs aus der Champions League. "Wir müssen uns die Fakten anschauen, Lösungen suchen und schauen, wie wir da wieder rauskommen", sagte Klinsmann.

Nach der Partie analysierte er: "Das war ein zähe Situation“ nach dem Rückstand. "Mit der Einwechslung von Marco Reus und Leon Goretzka hat sich das Spiel qualitativ verbessert. Wir hatten alle Möglichkeiten, das zweite Tor zu machen.“

Van der Vaart kritisiert Löw

Apropos Experten: Als solcher kommentiert am Sonntag Rafael van der Vaart für den niederländischen Sender NOS das EM-Qualifikationsspiel in Amsterdam. Und den Deutschen traut der ehemalige HSV-Profi durchaus etwas zu. "Trotz des Umbruchs hat Deutschland sehr viel Qualität und Talent in der Mannschaft“, sagte van der Vaart der "Bild"-Zeitung.

Wegen der Aussortierung des Bayern-Trios Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller äußerte der 109-malige niederländische Nationalspieler allerdings Kritik an Bundestrainer Joachim Löw. "Alle drei haben viel für ihr Land geleistet, hätten einen anderen Umgang verdient“, meinte er und ergänzte: "Ich finde, Jérôme Boateng und Mats Hummels sind in der Innenverteidigung stärker als zum Beispiel Niklas Süle.“

Manuel Neuer zieht mit Andy Möller gleich

Kapitän Manuel Neuer stand gegen Serbien zum 85. Mal zwischen den Pfosten der DFB-Elf. Deutschlands Nummer eins zog im Ranking mit Andreas Möller gleich. Toni Kroos, der gegen Serbien nur auf der Bank saß, ist nach dem Ausscheiden von Boateng, Müller und Hummels mit 91 Einsätzen der erfahrenste Profi im aktuellen Kader.

Nach wie vor führt in der Liste der Rekordspieler Lothar Matthäus unangefochten mit 150 Partien vor Miroslav Klose (137), der ebenso wie Philipp Lahm (113) und Per Mertesacker (104) seine Nationalmannschaftskarriere nach dem WM-Gewinn 2014 beendet hatte.

Lukas Podolski, der im März 2017 gegen England nach 13 Jahren im DFB-Trikot sein 130. und letztes Spiel für die Nationalmannschaft absolvierte, ist Dritter der "ewigen" Länderspielliste vor dem früheren Kapitän Bastian Schweinsteiger (121 Einsätze).

Kapitän Gündogan fühlt "Stolz und Respekt"

Es war eine Geste, die angesichts der breitgetretenen Erdogan-Debatte durchaus hohen Symbolwert hatte: In der Halbzeitpause übergab Manuel Neuer vor dessen Auswechslung die Kapitänsbinde an Ilkay Gündogan. Ein weiterer Schritt des Deutsch-Türken zurück in die Herzen der deutschen Fans?

"Es war natürlich etwas überraschend für mich, als Manu in der Halbzeit kam und meinte, er geht raus und möchte gerne, dass ich die Binde übernehme", sagte Gündogan selbst. "Ich habe sie natürlich mit großem Stolz und Respekt entgegengenommen und habe versucht, mit Leistung ein Stück weit voranzugehen."

"Zum ersten Mal in meiner Profikarriere die Binde zu tragen, ist natürlich sehr besonders und zeigt mir, dass ich angesehen bin in dieser Truppe", so der Profi von Manchester City weiter. "Das möchte ich natürlich zurückzahlen, indem ich mich vor allem erstmal als Persönlichkeit weiter gut integriere, demütig, bodenständig und so bleibe, wie ich bin."

Gündogan hatte mit einem gemeinsamen Foto mit Mesut Özil und dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan im Vorfeld der WM eine Kontroverse ausgelöst. Während die Debatte in Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft mündete, hatte sich Gündogan klar zur deutschen Nationalmannschaft bekannt.

Spieler wundern sich über Pfiffe der Fans

Die deutschen Nationalspieler haben die lauten Pfiffe zur Halbzeitpause mit Verwunderung aufgenommen. "Es hilft einem am Ende nicht. Wir wissen, dass die Leute etwas geboten bekommen wollen, und wenn wir es nicht schaffen, bekommen wir Pfiffe", sagte Ilkay Gündogan, "teilweise verständlich, teilweise nicht verständlich. Für mich ist es nicht verständlich, ehrlich gesagt."

Auch Joshua Kimmich war "überrascht" von der Reaktion der Fans auf die schwächere erste Halbzeit und den 0:1-Rückstand. "Ich verstehe, dass die Leute langsam ungeduldig werden und Siege sehen wollen", sagte der Profi von Bayern München, "aber es ist ein Umbruch. Das eine oder andere Spiel kann man uns noch geben."

Kimmichs Clubkollege Leon Goretzka empfand die Fan-Reaktion als "unschön" und meinte: "Es liegt an uns, die Pfiffe zum Verstummen zu bringen und wieder für Jubel und Freude zu sorgen." Dass die Stimmung unter den 26.101 Zuschauer in der ausverkauften VW-Arena lange Zeit sehr unterkühlt war, lag laut Goretzka nicht nur an den jüngsten Misserfolgen des DFB-Teams: "Bei Länderspielen ist es immer etwas speziell, weil es keine organisierten Fangruppen wie die Ultras gibt."