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Hockey-Bund: Streit um anonymen Brief spitzt sich zu

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Wolfgang  Hillmann (66) führt den  Deutschen  Hockey-Bund  seit Mai 2015 als Präsident.

Wolfgang Hillmann (66) führt den Deutschen Hockey-Bund seit Mai 2015 als Präsident.

Foto: imago sportfotodienst / imago/Horstmüller

Vorwurf: Es fehle an Führung und Einigkeit. Präsidium hält Schreiben für "stillos" und trifft sich zu Klausurtagung.

Mülheim.  Der Sport sollte im Mittelpunkt stehen bei der Hallenhockey-Endrunde. Doch das Gesprächsthema auf den Fluren und in den Hinterzimmern war der in der vergangenen Woche verbreitete anonyme Brief, in dem das Präsidium des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) heftig angegangen wurde. Von einem „System der Angst im Verband“ war dort die Rede, von „Misswirtschaft und Klüngelei“ sowie „chaotischen Umständen bei der Organisation der Endrunde“.

Dank des Einsatzes der vielen ehrenamtlichen Helfer funktionierte die Organisation des Final-Four-Turniers zwar weitgehend reibungslos. Dass jedoch der DHB im Dezember als Ausrichter einsprang, weil die vom Verband mit den Bereichen Marketing und Events betraute Agentur LLR nicht in der Lage war, dem als Ausrichter vorgesehenen Verein Uhlenhorst Mülheim notwendige Dokumente bereitzustellen, stößt vielen Vertretern beteiligter Clubs weiter sauer auf.

Anonymer Brief sei stillos

Hintergrund: In der Regel trägt der ausrichtende Verein das finanzielle Risiko. Der DHB jedoch wird das aufgrund der Kürze der Vorbereitungszeit erwartete Minus auf die Endrundenteilnehmer umlegen. Die Spielordnung erlaubt dies; ebenso hätte der Verband einen Verein als Ausrichter bestimmen dürfen, worauf er verzichtete. Aber, sagen die Kritiker, das Hickhack wäre vermeidbar gewesen, hätte die Agentur LLR ihre Arbeit ordnungsgemäß verrichtet.

DHB-Präsident Wolfgang Hillmann wollte die im anonymen Brief erhobenen Vorwürfe grundsätzlich nicht kommentieren. „Das Präsidium distanziert sich sehr deutlich von derlei Stillosigkeiten“, sagte der 66-Jährige dem Abendblatt. Tatsächlich wird über die Herangehensweise, eine solch harsche Kritik anonym zu äußern, durchaus kontrovers diskutiert. Allerdings, sagte ein ehemaliger hochrangiger Funktionär, der ebenfalls nicht genannt werden wollte, dem Abendblatt: „Der Brief enthält größtenteils richtige Argumente und Fakten.“ Präsidium und Vorstand seien gut beraten, die Kritik ernst zu nehmen. Es fehle im DHB an Führung und Einigkeit.

Klausurtagung kommendes Wochenende

Am kommenden Wochenende kommt das elf Mitglieder umfassende Präsidium zu einer Klausurtagung zusammen. Dort soll eine Marschroute diskutiert werden, mit der auf dem Bundestag am 25. Mai, auf dem Neuwahlen anstehen, die Mitglieder überzeugt werden können. Gut möglich, dass das nur über Neubesetzung von Posten geht.

( bj )

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