Hamburg

Warum Thaiboxer Coco Atti mehr ist als ein Talent

Muay Thai Kämpfer Gerado Coco Atti und sein Trainer Ralf Stege vom Day of Destruction Team im Ring in der Kampfsportschule Siamstore.

Muay Thai Kämpfer Gerado Coco Atti und sein Trainer Ralf Stege vom Day of Destruction Team im Ring in der Kampfsportschule Siamstore.

Foto: THORSTEN AHLF

Der in Togo geborener Hamburger kämpft am Sonnabend auf der Kampfsportgala „Kickmas“ in der Sporthalle Wandsbek.

Hamburg.  Was er dachte, als er vor zwei Jahren zum ersten Mal mit Gerardo Coco Atti trainierte, weiß Ralf Stege noch genau. „Seine Lowkicks waren sehr hart. Ich wusste gleich, dass der Junge großes Talent hat“, erinnert sich der Inhaber der Kampfsportschule Siamstore in Horn. Aber weil Stege als aktiver Kämpfer und als Coach im Thaiboxen viele Talente unter dem harten Training hat einbrechen sehen, bremste er seine anfängliche Euphorie.

Kampf in Wandsbek

Zwei Jahre danach stehen Trainer und Schützling nicht nur weiterhin gemeinsam im Ring, sondern auch im Mittelpunkt. Aus dem talentierten Anfänger ist ein Sportler geworden, der als eine der größten Muay-Thai-Hoffnungen der Stadt gilt. An diesem Sonnabend (Start 16.30 Uhr) steigt der 21-Jährige bei der Kick- und Thaiboxgala „Kickmas“ in der Sporthalle Wandsbek in der Klasse bis 85,5 kg gegen den Belgier Mohammed Bihid in den Ring. Es ist zwar erst der dritte Muay-Thai-Fight für den gebürtigen Togolesen, der 15 seiner bislang 17 Kämpfe im Kickboxen bestritt, aber Stege ist überzeugt davon, „dass er in einem Jahr so weit ist, in der Spitze mitzuhalten, wenn er verletzungsfrei bleibt.“

Als 14-Jähriger war Atti aus Afrika seiner Mutter hinterhergezogen, die seit 13 Jahren in Hamburg lebt. Anfangs spielte er Fußball beim SC Hamm, doch als er bei einem Praktikum im Siamstore mit dem Kampfsport in Berührung kam, ließ dieser ihn nicht mehr los. „Mich hat dieses ehrliche Duell Mann gegen Mann fasziniert“, sagt er. Seinen Trainer überzeugte der 186 Zentimeter große Athlet, der im kommenden Jahr seine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann abschließt, vor allem mit seinem Willen. „Talent haben viele, aber Coco hat viel mehr. Er ist sehr trainingsfleißig, lernbegierig und bereit, sich zu quälen. Mit diesen Eigenschaften kann er es schaffen, Profi zu werden“, sagt er.

Wie stark der Mann mit dem Kampfnamen „The Blade“ (die Klinge) tatsächlich ist, darüber wird das Wochenende vor Weihnachten Aufschluss geben. Am 10. Dezember geht es für Atti und Stege nach Thailand, wo die Wiege ihres Lieblingssports steht. Am 22. Dezember soll Atti im Max Muay Thai-Stadion in Pattaya kämpfen. „Das ist eine sehr spannende Herausforderung, auf die ich mich riesig freue“, sagt er. Zunächst jedoch gelte seine gesamte Konzentration seinem nächsten Gegner. Auch das ist eine Eigenschaft, die auf dem Weg zu großen Zielen helfen kann.