Buenos Aires

Welche Sportart schafft den Sprung zu Olympia?

Beim
Beachhandball
(hier ein Vorrundenspiel
zwischen China
und Uruguay)
werden Tore
unterschiedlich
bewertet.

Beim Beachhandball (hier ein Vorrundenspiel zwischen China und Uruguay) werden Tore unterschiedlich bewertet.

Foto: Kate Green / dpa

Neue Sportarten Sportklettern und BMX-Freestyle sind in Tokio 2020 dabei – auch Beachhandball hat Potenzial.

Buenos Aires.  Olympische Jugendspiele sind Experimentierfelder. Bei der dritten Austragung der Sommervariante im Frühling von Buenos Aires gelangten mit Klettern, Karate, Breakdance und Inline-Speedskating vier neue Sportarten ins Programm, dazu mit Futsal, Beachhandball, Kitesurfen und BMX-Freestyle vier neue Disziplinen etablierter Verbände. In und um die vier Veranstaltungszentren der argentinischen Hauptstadt hat das Publikum auf zahlreichen Aktionsflächen die Möglichkeit, selbst Gefallen an den Neuheiten zu finden, sie zu studieren und zu probieren. Diese Chance lassen sich vor allem Kinder und Jugendliche nicht entgehen, aber auch manch Erwachsener traut sich zum Beispiel an die Respekt einflößenden Kletterwände.

Zu den Sommerspielen 2020 in Tokio hat es die Basketballvariante 3 x 3 (modifizierter Streetball) bereits geschafft. Zwei Trios spielen auf einen Korb, das ist platzsparend und daher auch beim IOC beliebt. Hamburg will nach den deutschen Meisterschaften, die NBA-Profi und Basketball-Nationalspieler Dennis Schröder mit seinen Kumpels im August auf St. Paulis Spielbudenplatz gewann, eine europäische Olympia-Qualifikation ausrichten. Der Deutsche Basketballbund unterstützt die Pläne. Da der Qualifikationsmodus noch offen ist, steht eine Entscheidung wohl erst Mitte kommenden Jahres an.

BMX-Freestyle ist in zwei Jahren dabei

Auch BMX-Freestyle ist in zwei Jahren dabei, und Sportklettern feiert in Tokio ebenfalls olympische Premiere. Vor allem die attraktive Speedvariante, wenn zwei Kletterer im Wettstreit eine 15 Meter hohe Wand über eingebaute Halterungen affenartig schnell bis zum Anschlag erklimmen, gefällt in Buenos Aires den Zuschauern. Die besten brauchen für den Aufstieg rund sieben Sekunden.

Karate darf als dritte asiatische Kampfsportart nach Judo und Taekwondo­ in Japan im Kata (Technik) und Kumite (Kampf) Medaillen vergeben, die Segelvariante Kitesurfen erst 2024 in Paris. Für Inline-Speedkating, eine Kopie auf Rollen des seit 1992 winterolympischen Shorttracks auf Schlittschuhen (Eisschnelllauf auf verkürzter Bahn), gibt es noch keinen Termin. Auch Breakdance, Futsal und Beachhandball müssen wahrscheinlich länger auf weitere Segnungen des IOCs warten. 2015 war der Antrag des Welttanzverbandes gescheitert, in Tokio Latein & Standard aufs olympische Parkett zu legen.

Beachhandball kommt gut an

Dem Bikinisport Beachhandball (vier gegen vier auf 27 x 12 Metern) wiederum wird als Trendsetter angesichts der imposanten Entwicklung des Beachvolleyballs mittelfristig der olympische Einstieg zugetraut, auch wenn das Regelwerk kompliziert scheint. Jede Halbzeit zählt einzeln, Tore werden unterschiedlich mit einem oder zwei Punkten bewertet, ein erfolgreicher Sprungwurf mit Drehung gilt als Höchstschwierigkeit. Bisher kommt die Disziplin sehr gut an, vielleicht auch deshalb, weil die argentinischen Frauen ihre ersten Spiele gewonnen haben.