Fußball-Ticker

Nach 0:3: "Das ist nicht Bayern – und das ist auch zu wenig"

Schwere Krise: Bayern-Trainer Niko Kovac ist nicht einmal 100 Tage im Amt

Schwere Krise: Bayern-Trainer Niko Kovac ist nicht einmal 100 Tage im Amt

Foto: Andreas Gebert / Reuters

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Cristiano Ronaldo trifft und twittert

Vorwürfe wegen Vergewaltigung, skeptische Fans: Nun hat Cristiano Ronaldo beim Auswärtssieg von Juventus Turin gegen Udinese Calcio sein viertes Saisontor erzielt. Er traf beim 2:0 in der 37. Minute zum Endstand. Rodrigo Bentancur hatte den italienischen Fußball-Meister vier Minuten zuvor in Führung geschossen. Nach dem Ronaldo-Treffer waren Applaus und Buhrufe von den Fans zu hören. Der 33 Jahre alte ehemalige Weltfußballer bejubelte sein Tor vor einer TV-Kamera mit einem Luftsprung.

Die Amerikanerin Kathryn Mayorga wirft Ronaldo vor, sie 2009 vergewaltigt zu haben. Ihr Anwalt hat bei einem Distriktgericht in Las Vegas eine Zivilklage gegen den Profi eingereicht. Ronaldo selbst wies die Anschuldigungen am Mittwoch via Twitter zurück.

Real Madrid mit historischer Pleite

Real Madrid und Toni Kroos stecken nach einer historischen Auswärtsniederlage in der Krise. Der Champions-League-Sieger verlor am Sonnabend bei CD Alaves 0:1 und kassierte erstmals seit 1931 eine Niederlage im Mendizorroza Stadion. Manu Garcia sorgte mit seinem Tor in der Nachspielzeit (90.+5) für den Sieg des Außenseiters. Real ist wettbewerbsübergreifend nun seit vier Spielen ohne Erfolg und ohne eigenen Treffer.

Bayern München nach 0:3 in der Krise

Borussia Dortmund eilt von Sieg zu Sieg – und Bayern München mit Trainer Niko Kovac ist endgültig in einer schweren Krise angekommen. Die Bayern unterlagen Borussia Mönchengladbach am Sonnabend in der Allianz-Arena mit 0:3. Die Tore für die Gäste von Trainer Dieter Hecking schossen Alassane Pléa (10.), Lars Stindl (16.) und Patrick Herrmann (88.). Das dürften ungemütliche Tage für die Bayern werden, die sich gegen die spielfreudigen Gladbacher wie Fußlahme quälten.

Kovac sagte: "Du musst als Einheit auftreten, gegen den Ball und mit dem Ball. Aber aus drei Schüssen hat es drei Gegentreffer gegeben." Was er zur Mannschaft gesagt habe, solle "in der Kabine bleiben". Arjen Robben meinte, es sei "nicht alles scheiße". Manuel Neuer sagte: "Das ist nicht Bayern – und das ist auch zu wenig." Offenbar hat sich David Alaba am Oberschenkel schwerer verletzt und droht länger auszufallen. Laut Kovac könnte es ein Muskelfaserriss sein.

Bobby Wood trifft und trifft

Beim HSV war er nicht so ein "Killer" vor dem Tor: Bei Hannover 96 hat Bobby Wood jetzt mit zwei Toren für einen umjubelten ersten Saisonsieg beim 3:1 über den VfB Stuttgart gesorgt. US-Stürmer Wood traf in der 30. Minute sowie in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+1) jeweils per Kopf.

Ihlas Bebou machte kurz vor dem Abpfiff alles klar (90.+1). Trotz des Anschlusstreffers von Mario Gomez (50.) war der VfB ein idealer Aufbaugegner. Nur eine Woche nach ihrem Erfolgserlebnis gegen Werder Bremen enttäuschten die Stuttgarter vor allem in der ersten Hälfte.

BVB sensationell: Favre wechselt den Sieg ein

Es war vermutlich das Spiel des Jahres im Dortmunder Signal-Iduna-Park: Der BVB besiegte in einem wahren Krimi den FC Augsburg mit 4:3, alle Tore kamen von Einwechselspielern, darunter Mario Götze. Das Siegtor fiel durch einen Freistoß in letzter Minute. Lucien Favre, Trainer von Borussia Dortmund, sagte: "Das war nicht unser bestes Spiel. Es war aber fantastisch für die Zuschauer und für uns. Wir haben es immer weiter probiert. Augsburg ist brandgefährlich."

Augsburgs Coach Manuel Baum meinte: "Wir haben uns nicht versteckt. Umso bitterer ist es, dass Dortmund zwei, drei Unachtsamkeiten von uns ausnutzt."

Die Tore in Dortmund schossen Alfred Finnbogason (22.), dann Joker Paco Alcácer (60.), Philipp Max (71.) erhöhte für Augsburg auf 1:2, ehe Alcácer zum zweiten Mal traf (80.). Dann kam der Auftritt des Mario Götze: Der Siegtorschütze des WM-Finales 2014 schoss Dortmund in Führung, doch Michael Gregoritsch glich zum 3:3 (87.) aus. Den Schlusspunkt in einem denkwürdigen Spiel setzte Alcácer mit seinem dritten Treffer in der Nachspielzeit.

Marco Reus sagte bei Sky über Alcàcer: "Er kommt rein für 30, 35 Minuten und macht drei Tore. Was willst du da sagen? Besser geht’s nicht.“ Reus sagte in Anlehnung an Per Mertesacker im Jahr 2014 bei der WM ("Wat woll'n Se?") auch: "Ich gehe jetzt ehrlich gesagt gleich erstmal in die Eistonne, weil die letzten Wochen echt anstrengend waren."

Huddersfield mit 1:1 dank eines Ex-Löwen

Tottenham Hotspur hat drei Tage nach der 2:4-Niederlage gegen den FC Barcelona in der Champions League einen Arbeitssieg in der Premier League gefeiert. Die Spurs besiegten Aufsteiger Cardiff City mit 1:0. Das Tor des Tages erzielte Eric Dier nach acht Minuten. Tottenham sprang auf den dritten Tabellenplatz. Huddersfield Town mit Teammanager David Wagner kam beim FC Burnley zu einem 1:1 und wartet weiter auf den ersten Saisonsieg. Das Tor für den Wagner-Klub schoss Christopher Schindler (66.), der 2016 von 1860 München zu den Terriers gewechselt war. Der Meister von 2016, Leicester City, unterlag im Heimspiel gegen den FC Everton mit 1:2 (1:1).

VfB Stuttgart: Korkut hat noch das Vertrauen

Beim VfB Stuttgart hat Sportvorstand Michael Reschke Trainer Tayfun Korkut nach der 1:3-Niederlage bei Hannover 96 und dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz das Vertrauen ausgesprochen. „Die Trainerfrage stellt sich nicht“, sagte Reschke. Es sei genug Substanz in der Mannschaft und im Trainerteam für einen Neustart.

Podolski in Japan weiter auf Talfahrt

Der ehemalige Weltmeister Lukas Podolski steckt mit Vissel Kobe weiter in der Krise. Der Club kam am Sonnabend in der japanischen Fußball-Meisterschaft gegen den Tabellenletzten Varen Nagasaki nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus, holte nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie aber wenigstens einen Punkt. Mit 37 Zählern liegt Kobe nur im Mittelfeld der Tabelle. Podolski kam über 90 Minuten zum Einsatz, der spanische Superstar Andres Iniesta wurde in der 59. Minute eingewechselt.

Hecking sieht offene Zukunft gelassen

Dieter Hecking macht sich mit Blick auf seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag als Cheftrainer bei Borussia Mönchengladbach keine Sorgen. „Natürlich spielt eine Rolle, dass ich mir nach 13 Jahren als Bundesligatrainer keine Existenzsorgen machen muss. Da geht man mit einer solchen Situation vielleicht etwas gelassener um“, sagte Hecking dem Internetportal Sportbuzzer. Gespräche mit Sportdirektor Max Eberl gab es bislang nicht, auch wenn Hecking sagte: „Ich spüre, dass Max und auch das Präsidium von meiner Arbeit überzeugt sind.“

Im April hatte Eberl Vertragsgespräche mit Hecking für den Sommer angekündigt, vor wenigen Tagen sagte der Manager nun beim TV-Sender Sky: „Es gibt kein fixes Datum, wann wir das machen. Es wird aber ganz sicher den Moment geben, wo wir uns hinsetzen und reden.“ Hecking, seit Dezember 2016 im Amt, nimmt es gelassen.

„Wenn irgendwann der Tag kommt, an dem man mit mir über eine Vertragsverlängerung sprechen möchte, werde ich mir das sehr gern anhören“, sagte der 54-Jährige. Sollte es aber keine Einigung geben, werde „für Borussia Mönchengladbach das Leben dann eben so weitergehen wie für Dieter Hecking. Diese Gelassenheit, die darf ich mittlerweile haben“, sagte der Trainer.