Hamburg

Derbyfieber stärker als der Schmerz

St. Paulis Neudecker will trotz seiner Prellung unbedingt gegen den HSV spielen

Hamburg. Am Tag nach seinem Siegtreffer beim 2:1 gegen den SC Paderborn mischte Richard Neudecker beim Training des FC St. Pauli schon wieder so munter mit, als sei nichts geschehen. Dabei war der 21-Jährige bei seinem Tor in der Nachspielzeit derart heftig mit dem Oberschenkel an den linken Torpfosten geprallt, dass er im Liegen aufschrie, den Arm in die Höhe hielt und damit signalisierte, dass er sich verletzt hatte. Seine Mitspieler hatten die Lage sofort erkannt und winkten das medizinische Personal herbei, statt sich jubelnd auf den Torschützen zu werfen.

Der erst in der 75. Spielminute eingewechselte Neudecker konnte das Spiel noch leicht humpelnd auf dem Rasen beenden. „Es tut noch ein bisschen weh, und die Haut am Oberschenkel ist ein wenig aufgerissen“, berichtete er nach dem Training am Donnerstagvormittag. Aber sich deshalb so kurz vor dem Stadtderby gegen den HSV am Sonntag (13.30 Uhr) eine Auszeit zu nehmen, kommt für den bayrischen Kämpfertyp nicht infrage. Vielmehr setzt er darauf, dass er sich mit seinem Siegtor auch für einen Einsatz im Derby empfohlen hat. „Die Konkurrenz auf den offensiven Außenbahnen ist bei uns sehr groß, aber das ist auch gut für die Qualität“, sagt Neudecker, dessen bisher sechs Treffer für St. Pauli meist entscheidenden Charakter hatten.