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BVB entschuldigt sich für Hopp-Anfeindungen

Bundesliga-Kolumne Eklat bei Schalke nach 0:2-Niederlage gegen Bayern – Leverkusen gelingt gegen Mainz erster Saisonsieg

Dortmunder Skandal: Die Wut war Dietmar Hopp förmlich anzusehen, als er in den Kabinengang des Sinsheimer Stadions stapfte. „Nix“, zischte der Mehrheitseigner der TSG Hoffenheim, werde er zu den Anfeindungen aus dem Dortmunder Fanblock sagen. Auf einem riesigen Plakat war unmittelbar vor dem Anpfiff der Bundesliga-Partie (1:1) ein Schwarz-Weiß-Bild des 78-Jährigen zu sehen gewesen – in einem roten Fadenkreuz. Die TSG-Geschäftsführer sprachen am Sonntag von einem „Mordaufruf“. Dortmunds Clubchef Hans-Joachim Watzke kündigte an, im Laufe der Woche das persönliche Gespräch mit Hopp zu suchen: „Ich möchte im Namen von Borussia Dortmund Dietmar Hopp um Entschuldigung bitten. So ein Verhalten entspricht in keiner Weise unseren Werten!“ In den Tagen vor dem Spiel war publik geworden, dass Hopp nach den Anfeindungen während der vorausgegangenen Partie Strafanzeigen gegenüber 30 BVB-Anhänger gestellt hatte. Diese hatten Hausverbot.

Schalkes Krise: Gerade hatte Robert Lewandowski mit einem Foulelfmeter das 2:0 von Bayern München bei Schalke 04 perfekt gemacht, da sorgte Franco Di Santo für den Aufreger des Spiels. Nach seiner Auswechslung beschwerte sich der Argentinier lautstark bei Trainer Domenico Tedesco, der schrie zurück. „Ich erwarte Respekt. Das ist auch gegenüber den Mitspielern respektlos“, ereiferte sich Tedesco nach dem Ausraster des Argentiniers: „Ein bisschen gute Erziehung wäre da nicht verkehrt.“ Di Santo hatte auf der Bank sogar angezeigt, dass der Coach besser die Nummer sieben, seinen Mitangreifer Mark Uth, hätte vom Feld nehmen müssen. Nach einer Aussprache am Sonntag sanktionierte der Verein den Argentinier. Das Strafmaß soll nach Vereinsangaben intern bleiben, ein Rauswurf des Profis sei aber ausgeschlossen.

Leverkusens Erlösung: Bayer Leverkusen hat dank eines Treffers von Kai Havertz (62.) den Schwung aus der Europa League mitgenommen und endlich den ersten Bundesliga-Saisonsieg eingefahren. Drei Tage nach dem 3:2 bei Ludogorez Rasgrad gewann die Werkself mit 1:0 gegen Mainz und verschaffte ihrem zuletzt in der Kritik stehenden Trainer Heiko Herrlich nach drei Liga-Niederlagen den dringend benötigten Erfolg.

Herthas Hoch: Zehn Punkte aus den ersten vier Spielen holte Hertha in der Bundesliga noch nie, entsprechend euphorisch ging es in Berlin zu. „Deutscher Meister Hertha BSC“, skandierten die Anhänger des Hauptstadtclubs nach dem 4:2 gegen Borussia Mönchengladbach. Einzig die Verletzung von Marko Grujic (22) trübt das Berliner Hochgefühl. Durch das harte Einsteigen von Gladbachs Patrick Herrmann zog sich der Leihprofi vom FC Liverpool einen Bänder- und Kapselriss im Sprunggelenk zu und wird lange fehlen.

Freiburger Spürsinn: Dass Freiburg einen Blick für Talente hat, stellt der Club seit Jahren unter Beweis. Neuestes Beispiel ist der erst 21 Jahre junge Ungar Roland Sallai, der in seinem ersten Erstligaspiel in Wolfsburg (3:1) nur sieben Minuten für sein erstes Tor benötigte. Pech für Sallai: Nachdem er auch den zweiten Treffer vorbereitet hatte, traf ihn der Wolfsburger Ignacio Camacho mit dem Ellenbogen so hart am Kopf, dass er noch vor der Pause ausgewechselt werden musste.

Leipziger Teilerfolg: RB Leipzig hat zum Ende einer turbulenten Woche auch bei Eintracht Frankfurt das ersehnte Erfolgserlebnis verpasst. Das Team kam nicht über ein 1:1 bei den Hessen hinaus. Emil Forsberg rettete per Handelfmeter (54.) einen Punkt, nachdem Gelson Fernandes (26.) die Frankfurter in Führung gebracht hatte. Die ambitionierten Leipziger liegen nach vier Spielen schon sieben Punkte hinter Tabellenführer FC Bayern.