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Europapokal für Zweitligisten?

Am Dienstag gab die Clubvereinigung ECA grünes Licht. Der Europapokal II kommt. Von der Saison 2021/22 an sollen insgesamt 96 europäische Vereine international spielen. Ein dritter Wettbewerb nach der Champions League und der Europa League geht dann an den Start. Oder wie Franz Beckenbauer sagen würde: ein Cup der Verlierer der Verlierer.

Die Idee der Uefa, des europäischen Fußball-Dachverbands, ergibt dabei durchaus Sinn. Man wertet die unbeliebte Europa League auf, indem man einfach noch eine zweite gründet. Schon clever, diese Funktionäre. Und vor allem so bodenständig und so nah an der Basis.

Denn natürlich geht es den Verbänden nicht darum, durch noch mehr Spiele noch mehr Geld einzunehmen. Nein. Es geht ihnen ausschließlich darum, den Kleinen zu helfen. Schon die Einführung der Nations League hatte allein den Hintergrund, Länder wie Liechtenstein, Färöer oder Gibraltar zu unterstützen. Oder wie Reinhard Grindel gestern über die Uefa-Pläne sagte: „Das sind Gedankenspiele, die davon geprägt sind, den kleineren Verbänden Respekt zu zeigen.“ Und wenn der DFB-Präsident so etwas sagt, dann stimmt das auch so.

Gerüchteweise soll die Uefa auch überlegen, 2023 einen Europapokal für Zweitligisten einzuführen, damit der HSV wieder europäisch spielen kann. 2042 folgt erstmals die Weltmeisterschaft II mit den 146 restlichen Ländern. Alles für die Kleinen. Die Fußballverbände entdecken die Basis – und das ist auch gut so.

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