Hamburg

Boxer der Hamburg Giants steigen freiwillig ab

Nach zwei Jahren im Oberhaus startet das Team in der Saison 2018/19 in der Zweiten Liga

Hamburg. Die Unkenrufe nach dem Abstieg der HSV-Fußballer, dass Hamburg nun endgültig eine Zweitligastadt sei, hat Christian Morales natürlich auch gehört. Der Teammanager der Hamburg Giants legt deshalb – im Spaß natürlich – Wert auf die Feststellung, dass der freiwillige Abstieg in die Zweite Box-Bundesliga nichts mit dem Stellenwert des Sports in der Stadt zu tun hat. Der Hauptgrund für den Rückzug aus dem Oberhaus, den die Riesen nach zwei Jahren zur Saison 2018/19 (Start Mitte November) vollziehen, ist, dass es überhaupt wieder einen Unterbau gibt. Die Wiedereinführung der Zweiten Bundesliga wurde am vergangenen Freitag auf der Ligatagung in Rostock beschlossen.

„Wir wollten bei der Gründung der Giants vor zwei Jahren ursprünglich in der Zweiten Liga starten, aber da es damals nur eine zweigleisige Bundesliga gab, blieb uns nichts anderes übrig“, sagt Morales. Weil in der vergangenen Saison allerdings der Klassenunterschied zu Topteams wie Hertha BSC, Traktor Schwerin oder dem deutschen Meister BSK Hannover-Seelze zu deutlich wurde, beschlossen Morales und sein Cousin Raiko, Sportdirektor der Giants, nun für die Zweite Liga zu melden. In dieser starten mit den Fishtown Fighters Bremerhaven, Chemnitz, einem in Hanau ansässigen Team Hessen und Hamburg vier Mannschaften, die in der Hauptrunde in Hin- und Rückkampf gegeneinander antreten. Der Staffelsieger darf in die Bundesliga aufsteigen, die in der Saison 2018/19 nur aus den drei Teams Hertha BSC, Traktor Schwerin und Hannover-Seelze besteht.

„Der Aufstieg ist mittelfristig unser Ziel. Der Vorteil an der Zweiten Liga ist, dass wir voll auf unsere Hamburger Talente setzen können und diese nicht in der Bundesliga gegen ausländische Spitzenboxer verheizen müssen“, sagt Christian Morales. Im Oberhaus sind pro Kampftag drei Ausländer startberechtigt, in der Zweiten Liga nur einer. Am Kader der Hamburger ändert sich deshalb wenig. Die Leistungsträger – Kapitän Peter Kadiru (21/Klasse über 91 kg), Ammar Abbas Abduljabar (23/bis 81 kg), Edison Zani (21/bis 64 kg) und Nenad Stancic (19/bis 60 kg) – bleiben ebenso wie Cheftrainer Anatoli Hoppe dabei. „Zudem rücken drei 18 Jahre alte Talente nach, und wir sind mit zwei Neuzugängen in Verhandlungen“, sagt Morales. Gekämpft wird voraussichtlich in der Verbandshalle am Braamkamp und in der Halle der SV Polizei an der Haubachstraße.

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