New York

Alexander Zverev zeigt schon den Lendl-Effekt

New York: Alexander Zverev

New York: Alexander Zverev

Foto: Andres Kudacki / dpa

US Open: Der Hamburger hat keinen Breakball zugelassen. Carina Witthöft gegen Serena Williams und ein Rekord-Comeback.

New York/Hamburg. Ist das schon der Effekt von Ivan Lendl? Alexander Zverev (Hamburg), Deutschlands bester Tennisspieler, hat die erste Runde der US Open ohne Breakball überstanden. Zverev (21), in der Weltrangliste an vier gesetzt, deklassierte den Kanadier Peter Polansky in 96 Minuten mit 6:2, 6:1, 6:2. In Zverevs Box gab der achtmalige Grand-Slam-Champion Ivan Lendl mit gewohnt stoischem Gesichtsausdruck sein Debüt als Coach. Zverev trifft nun auf den Franzosen Nicolas Mahut.

Anders als einige Konkurrenten - darunter Wimbledonchampion Novak Djokovic (Serbien) - hatte Zverev keine Probleme mit den tropischen Bedingungen. In New York zeigte das Thermometer am Nachmittag 36 Grad bei extremer Luftfeuchtigkeit. Zverev hatte sich in Florida auf das letzte Grand-Slam-Turnier der Saison vorbereitet, einige Tage auch mit Lendl. Dort ist es oft ähnlich schwül-warm wie derzeit in New York.

New York: Sieben Deutsche in Runde zwei

Dennoch musste auch Zverev zugeben: "Es ist nie leicht, bei solchen Bedingungen zu spielen. Wir wissen nicht, wie lange wir da draußen sind. Das ist anders als zum Beispiel beim Basketball in der NBA. Dort wird zudem in klimatisierten Hallen gespielt."

Polansky war als Lucky Loser ins Hauptfeld der US Open gerückt. Wie schon in Melbourne, Paris und Wimbledon hatte er im Finale der Qualifikation verloren, jedoch von der Absage eines Kontrahenten profitiert. Gegen den stets konzentriert spielenden Zverev war der 30-Jährige jedoch chancenlos.

Neben Zverev haben Angelique Kerber und fünf weitere (von 16) deutsche Tennisprofis sieben in die zweite Runde der US Open geschafft. Philipp Kohlschreiber siegte im deutschen Duell gegen Grand-Slam-Neuling Yannick Hanfmann aus Karlsruhe 7:6 (7:3), 5:7, 6:4, 6:4.

Deutsches Duell?

Sollte sich Kohlschreiber am Donnerstag gegen den Australier Matthew Ebden ebenso durchsetzen wie Zverev gegen den Franzosen Nicolas Mahut, würden beide in der dritten Runde aufeinandertreffen. Auch der Warsteiner Jan-Lennard Struff hat am Donnerstag in Julien Benneteau einen überaus erfahrenen Franzosen als Gegner.

French-Open-Achtelfinalist Maximilian Marterer aus Nürnberg verlor dagegen glatt mit 2:6, 2:6, 3:6 gegen den Japaner Kei Nishikori, der in New York 2014 im Endspiel stand. Qualifikant Yannick Maden aus Stuttgart unterlag dem an Nummer 17 gesetzten und von Ex-Profi Tommy Haas mitbetreuten Franzosen Lucas Pouille 6:7 (6:8), 2:6, 5:7. Am Montag waren schon Mischa Zverev, Peter Gojowczyk und Florian Mayer ausgeschieden. Insgesamt waren neun deutsche Herren gestartet.

Carina Witthöft gegen Serena Williams

Bei den Damen rückte ganz kurzfristig noch die eigentlich in der Qualifikation ausgeschiedene Mona Barthel als sogenannter Lucky Loser nach. Die Neumünsteranerin unterlag aber 1:6, 4:6 gegen die Tschechin Marketa Vondrousova. Auch Andrea Petkovic und Laura Siegemund hatten zuvor verloren. Julia Görges, Tatjana Maria und Carina Witthöft spielen an diesem Mittwoch bereits in der zweiten Runde, Angelique Kerber trifft am Donnerstag auf Johanna Larsson aus Schweden.

Witthöft darf sich auf einen großen Auftritt in New York freuen. Die Partie gegen Serena Williams ist der Auftakt zur abendlichen Night Session im Arthur-Ashe-Stadium.

Der langjährige Weltranglisten-Erste Roger Federer aus der Schweiz gewann seine erste Partie ungefährdet. Der 37-Jährige, der den letzten seiner bisher fünf US-Open-Titel vor einem Jahrzehnt holte, schlug den Japaner Yoshihito Nishioka 6:2, 6:2, 6:4.

Comebacks: Maria Scharapowa und Patty Schnyder

Unterdessen hat die frühere Weltranglistenerste Maria Scharapowa in der ersten Runde das Duell der Altmeisterinnen gegen die Schweizerin Patty Schnyder gewonnen. Die Russin siegte 6:2, 7:6 (8:6), ohne dabei überzeugen zu können. Im zweiten Satz verspielte Scharapowa eine 5:1-Führung, ehe sie sich noch zum Erfolg zitterte.

Die einstige Top-Ten-Spielerin Schnyder, die Mitte Dezember 40 Jahre alt wird, hatte sich durch die Qualifikation gekämpft und es auf diesem Weg als älteste Spielerin der Profigeschichte in das Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers geschafft. Die Linkshänderin hatte lange pausiert und ist inzwischen Mutter einer dreijährigen Tochter. Bei den US Open stand die momentane Nummer 186 der Weltrangliste zweimal im Viertelfinale, das erste Mal vor 20 Jahren gegen Steffi Graf. Die 31-jährige Scharapowa gewann die US Open 2006 und hatte zuletzt vor zehn Jahren gegen Schnyder gespielt.