Paris

Alexander Zverev im Achtelfinale

Weltranglistendritter gewinnt nach Abwehr eines Matchballs gegen Bosnier Dzumhur

Paris.  Nach einer erneuten Aufholjagd und einem abgewehrten Matchball ist Alexander Zverev zum ersten Mal in das Achtelfinale der French Open in Paris eingezogen. Der Tennis-Weltranglistendritte bezwang Damir Dzumhur (Bosnien-Herzegowina) 6:2, 3:6, 4:6, 7:6 (7:3), 7:5. Im vierten Satz schlug Dzumhur bei einer 6:5-Führung zum Sieg auf und machte vier Fehler in Folge, im fünften wehrte Zverev bei 4:5 einen Matchball ab, ehe er in 3:54 Stunden gewann.

„Das war ein großes kämpferisches Match auf hohem Niveau. Der erste Sieg auf diesem Platz, und dann auf diese Weise. Ich hoffe, es folgen noch viele“, sagte Zverev. „Momentan bin ich sehr müde, das Match war Wahnsinn. Ich bin froh, einen Weg gefunden zu haben, um das Spiel zu gewinnen.“ Und Eurosport-Experte Boris Becker ergänzte: „Viel knapper geht es nicht, großer Respekt für ihn.“

Der 21-Jährige erreichte zum zweiten Mal die Runde der letzten 16 bei einem Grand-Slam-Turnier. Bislang war 2017 das Achtelfinale von Wimbledon das beste Abschneiden des Hamburgers bei den vier Grand Slams. Am Sonntag trifft er auf den an 15 gesetzten Franzosen Lucas Pouille (24) oder den Russen Karen Chatschanow (22/Nr. 39), der bei der Unterbrechung am Freitagabend 6:3, 7:5, 1:1 führte.

Am Sonnabend (11 Uhr, Eurosport) haben fünf weitere deutsche Profis die Chance aufs Achtelfinale: Angelique Kerber, Julia Görges, Andrea Petkovic, Mischa Zverev und Maximilian Marterer.

Anders als bei seinem Fünfsatzsieg in der zweiten Runde gegen den Serben Dusan Lajovic hatte Zverev das Geschehen anfangs im Griff. Auf dem Court Philippe Chatrier, der zur Mittagszeit nicht voll gefüllt war, holte er gegen Dzumhur schnell den ersten Satz. Der Weltranglisten-29., der das zuvor einzige Duell der beiden gewonnen hatte, musste zumeist in der Defensive arbeiten. Das änderte sich im zweiten Satz, Zverev gab eine 3:1-Führung leichtfertig ab, machte nun selbst immer mehr Fehler. Im dritten Durchgang war das zweite Break zum 4:5 dann zu viel für ihn. Nach dem 1:1 im vierten Satz prallte Dzumhur mit einem Balljungen zusammen, als beide den Ball nach dem Punkt fangen wollten. Der 26-Jährige entschuldigte sich konsterniert, der Balljunge verließ nach seinem Sturz den Platz.

Wenig später führte der Bosnier 4:2, Zverev stemmte sich gegen das drohende Aus, lag wieder 5:4 vorn. Mit einem Doppelfehler schenkte er Dzumhur das 5:6, doch dieser zeigte Nerven, verlor seinen Aufschlag zum Matchgewinn zu null. Im Tiebreak war Zverev der klar Bessere. „Sascha hat ein Kämpferherz“, meinte Becker. Im fünften Satz gab Zverev gegen den laufstarken Dzumhur eine 4:2-Führung her. Mit einem guten Aufschlag wehrte er bei 4:5 einen Matchball Dzumhurs ab, nutzte dann seine erste Chance zum 150. Sieg seiner Profikarriere. (HA)