Hamburg

Polizei war sowohl gut als auch schlecht in Form

Von zu teurem Wasser und einer vielfältigen Zeltstadt: Die Tops und Flops der Derbywoche von Klein Flottbek

Hamburg. Was war gut, was war verbesserungswürdig bei der Derbywoche 2018? Das Abendblatt zieht Bilanz.

PLUSPUNKTE

Organisation: Unterm Strich klappte alles prima. Weitermachen.

Kinderland: Liebevolle, kostenlose Betreuung mit fantasievollem Unterhaltungsangebot. Das Betreuerteam präsentierte sich engagiert und kompetent.

VIP-Zelt: Besucher berichteten unisono von erstklassigem Angebot und umsichtigem Service. Dass Heinz Wehmann, Sternekoch des gastgebenden Landhauses Scherrer, persönlich Spiegeleier briet, bewies Format. Schön, wenn der Chef mit gutem Beispiel vorangeht.

NDR: Wer nicht vor Ort sein konnte, saß bei den Springreitexperten aus Lokstedt in der ersten Reihe. Handfeste Informationen und spontane Interviews machten Zuschauen zum Vergnügen.

Zeltstadt: Das Angebot war vielfältiger und interessanter als je zuvor. Auch wenn erstaunt, dass es für fast 200 Euro teure Poloshirts, für Pferdesolardecken und für Strickjäckchen für 399 Euro Kundschaft zu geben scheint.

Gastronomie: Das Angebot war vielseitig und durchaus schmackhaft. Sogar Rouladen und Matjes waren zu haben.

Spendenaktion: Die Initiative „Pferde für unsere Kinder“ zeigte mit einer „Ponywelt“ in zentraler Lage des Derbyparks Herz. Motto: Dabeisein und Freude schenken.

Polizei: Dass in den Seitenstraßen konsequent abgeschleppt wurde, war ein klares Signal gegen allzu rücksichtslose Parker, von denen es zu viele gibt.

Publikum: Profis nicht nur im Parcours, sondern auch auf den Rängen. Applaus! Temperamentvoll, wenn angesagt, und zurückhaltend, wenn nötig. Stimmungshöhepunkt: Speedderby am Sonnabend.

MINUSPUNKTE

Auftakt: Dem Mittwoch als vollwertigen Veranstaltungstag mangelte es noch an Format. Und warum die erste Derbyqualifikation erst um 17 Uhr begann, ist ein Rätsel. Bei der Siegerehrung um 19.50 Uhr waren fast alle Buden geschlossen und der Derbypark nur noch sehr spärlich gefüllt.

Abreiteplatz: Eltern, die ihrem Nachwuchs am Übungsviereck inmitten der Anlage Pferde zum Anfassen zeigen wollten, standen im Abseits. Der Blick durch die Holzgatter war durch Werbebanden verhängt. Da geht mehr: Bitte freie Sicht für den Nachwuchs!

Kosten: Die Preise grenzten an Nepp und vermiesten den Spaß am eigentlich guten Angebot. Jeweils 3 Euro für einen Pappbecher Mineralwasser (und das bei 27 Grad am Derbysonntag!) oder Kaffee sind indiskutabel. Und muss ein Crêpe mit Schokocreme unbedingt 4 Euro oder ein Eis 3,50 Euro kosten?

Polizei: Welcher Einsatzleiter ist auf die Idee gekommen, die Bürgersteige an der Baron-Voght-Straße am Haupteingang beidseitig absperren zu lassen? Das verhinderte zwar Falschparken, zwang Fußgänger jedoch zu waghalsigen Kletterübungen. Und ältere Menschen oder Eltern mit Kinderwagen mussten weite Umwege in Kauf nehmen.