Tennis

"Alexander Zverev könnte mehr Disziplin vertragen"

Konfetti im Kopf? Alexander Zverev nach seinem Turniersieg in Montral 2017. Der Hamburger scheint sich derzeit unsicher durch den Tenniszirkus zu bewegen. Oder ist übersteigertes Selbstbewusstsein seine Schwäche?

Konfetti im Kopf? Alexander Zverev nach seinem Turniersieg in Montral 2017. Der Hamburger scheint sich derzeit unsicher durch den Tenniszirkus zu bewegen. Oder ist übersteigertes Selbstbewusstsein seine Schwäche?

Foto: JeanYvesAhern / WITTERS

Ex-Trainer Ferrero tritt gegen den Hamburger nach. Der kleine Zverev ist angeblich groß im Zuspätkommen – auch beim Training.

Madrid. Was ist nur mit Alexander Zverev los? Deutschlands bester Tennisspieler verzweifelt nach wie vor an den Grand Slams und irrlichtert mit seiner Trainer über die Courts. Boris Beckers Hilfe will er offenbar nicht. Ist er untrainierbar? Nach Zverevs vorwurfsvollen Äußerungen zur gescheiterten Zusammenarbeit mit Trainer Juan Carlos Ferrero hat der Spanier zum verbalen Gegenschlag ausgeholt.

Der ehemalige Weltranglistenerste wirft Alexander Zverev Disziplinlosigkeit vor. "Ich habe ihm vom ersten Tag an gesagt, dass es nicht in Ordnung ist, jeden Tag 20 oder 30 Minuten zu spät zum Training zu kommen und dass ihm ein wenig mehr Disziplin hilft, auch technisch besser zu werden", sagte Ferrero laut der spanischen Sporttageszeitung "Marca".

"Zverev hält sich nicht an Regeln"

Anfangs habe sich der Hamburger noch an die Vorgaben gehalten. "In den ersten Monaten war er disziplinierter und respektvoller, aber mit steigendem Selbstvertrauen hat er die vereinbarten Regeln nicht mehr beachtet", führte der 38-Jährige aus.

Zverev hatte die Trennung nach nur sieben Monaten mit einem heftigen Streit am Rande der diesjährigen Australian Open begründet. "Es gab einen Moment, da war er respektlos gegenüber dem gesamten Team", sagte der 20-Jährige nach seinem Halbfinaleinzug beim ATP-Turnier in Acapulco am Freitag.

Ferrero zog trotz der gescheiterten Kooperation ein positives Fazit seiner Zeit an der Seite des Weltranglistenfünften: "Mir bleibt die Erfahrung, ihm zu seinen ersten beiden Masters-Erfolgen verholfen zu haben: In Rom habe ich ihn per Telefon beraten, in Montreal dann persönlich."