Hamburg

Betriebssportler helfen bei Prävention

Hamburger Verband vermittelt zwischen Krankenkassen und Unternehmen

Hamburg. Prävention, die Vorbeugung vor Krankheiten, fristet im milliardenschweren deutschen Gesundheitswesen, das sich vornehmlich als Reparaturbetrieb versteht, immer noch ein tristes Dasein. Auch der Vorstoß des Gesetzgebers, der die Krankenkassen verpflichtet, pro Jahr und Mitglied 2,10 Euro für vorausschauende Maßnahmen auszugeben, zum Beispiel für Bewegungsangebote in Vereinen und Betrieben, hat bislang nicht die erhoffte Dynamik entwickelt. Zweistellige Millionenbeträge harren weiter auf sinnvolle Verwendung.

Seit mehr als einem Jahr versucht nun der Hamburger Betriebssportverband (BSV) auf Initiative seines umtriebigen Präsidenten Bernd Meyer (69) zwischen Kassen und Unternehmen zu vermitteln und Kooperationen anzustoßen. Das umfangreiche Angebot des BSV: fachliche Hilfe, Trainerausbildung sowie – ganz wichtig – rechtliche und steuerliche Beratung. Die ist dringend nötig, denn einfach kann Deutschland nicht.

Kompetenz auf diesem Gebiet hat der Verband in den vergangenen zehn Jahren erworben, weil er neue Schwerpunkte setzte. Der BSV mit seinen rund 55.000 Mitgliedern in etwa 470 Betriebssportgemeinschaften engagiert sich längst nicht nur im klassischen Wettkampf-, sondern immer stärker auch im Gesundheitssport. „Der Betriebssport benötigt einen vernünftigen Unterbau. Deshalb haben wir uns des Themas betriebliches Gesundheitsmanagement angenommen“, sagt Präsident Meyer. In den vergangenen Jahren erwarb der Verband das nötige Know-how, verstärkte die Zusammenarbeit mit den Clubs, vernetzte Betriebs- und Vereinssport.

Das Wissen des BSV in Kombination mit den Kontakten in den Hamburger Sport nutzen jetzt Krankenkassen wie die DAK oder die Continentale BKK, um die vom Staat geforderten Aktivitäten im Bereich Prävention anzuschieben. Mitarbeiter des Betriebssportverbandes zeigen dabei in Gesprächen Hamburger Unternehmen Chancen des betrieblichen Gesundheitsmanagements auf – und wie solche Initiativen idealerweise von den Krankenkassen gefördert werden können. Die Beratung ist kostenlos.

Anfängliche Erfolge gibt es bereits: Die Jugendbildung Hamburg GmbH setzt erste Maßnahmen mit Unterstützung der Krankenkassen um, 200 Angestellte können jetzt verschiedene gesundheitsfördernde Aktivitäten starten. Das kommt bei der Belegschaft gut an. „Diese Sportangebote schaffen zum einen neue Möglichkeiten für zahlreiche Mitarbeiter, aber sie schaffen auch neue Jobs im Übungsleiterbereich“, sagt BSV-Präsident Meyer, der zugleich Vizepräsident des deutschen Dachverbandes ist. „Wenn wir an diese ersten Erfolge anknüpfen können, werden mittelfristig 50 bis 70 neue Übungsleiter benötigt.“ (rg)