Hamburg

Marathon zahlt Sicherheitskosten aus eigenem Etat

Großveranstaltungen ohne großen Polizeieinsatz
sind nicht mehr denkbar

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Großveranstaltungen ohne großen Polizeieinsatz sind nicht mehr denkbar Foto: picture alliance

Die Hamburger Polizei überlegt, die Ausrichter von Veranstaltungen mit dem Kauf von Betonpollern zu unterstützen.

Hamburg.  Wer für steigende Sicherheitskosten aufzukommen hat, bleibt auch für die Veranstalter des Haspa Marathons (29. April), des Hamburg Wasser Triathlons (14./15. Juli), des Ironmans (29. Juli) und der EuroEyes Cyclassics (19. August) ein Dauerthema. Ein Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts vom 28. November 2017 könnte hier die Richtung aufzeigen. „Maßnahmen zur Abwehr von allgemeinen Gefahren durch Terroranschläge“ dürften „nicht dem Betreiber eines Weihnachtsmarkts auferlegt werden“, entschied die Kammer. Es gebe für den Veranstalter keine Verpflichtung, für die Abwehr von allgemeinen Gefahren zu sorgen. Bei dem Prozess ging es um den Schutz des Charlottenburger Weihnachtsmarkts. Die Betreiber hatten geklagt.

„Das ist das Urteil in einem Einzelfall und hat bislang keine allgemeingültige Wirkung“, sagte Hamburgs Sportstaatsrat Christoph Holstein (SPD) dem Abendblatt. Dennoch gibt es Überlegungen der Hamburger Polizei, die Veranstalter zu entlasten. Gedacht ist an den Kauf von Hunderten von rund 1,5 Tonnen schweren Betonpollern, die dann kostenlos für die Events bereitgestellt würden. Sie sollen die Zufahrt zu den Lauf- oder Radstrecken versperren und einen Lastwagenanschlag wie im Dezember 2016 auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz verhindern helfen. Entschieden ist noch nichts. Vor allem die Lagerung der Quader, der größte Kostenfaktor, konnte bislang nicht geklärt werden.

Rund 25.000 Euro an Prämien

„Wir gehen erst mal davon aus, dass wir wie im vergangenen Jahr die Zusatzkosten für die Terrorabwehr übernehmen. Das sind rund 30.000 Euro“, sagt Frank Thaleiser, Geschäftsführer der Marathon Hamburg Veranstaltungs GmbH. Bei einem Gesamtetat von 3,5 Millionen Euro ließe sich das verkraften. Auch wenn diese Maßnahmen gesetzlich bislang nicht vorgeschrieben sind, es keine Normen gebe, „müssen wir das leisten, um unseren Versicherungsschutz nicht zu gefährden und unseren Teilnehmern ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln“, sagt Thaleiser.

Die Marathon GmbH zahlt jedes Jahr rund 25.000 Euro Prämien, um die Veranstaltung mit ihren 30.000 Läufern gegen verschiedene Risiken abzusichern. Grundsätzlich sieht Thaleiser den Staat bei der Terrorabwehr zukünftig in der Pflicht: „Von unserer Veranstaltung geht ja keine Terrorgefahr aus, wir sind aber Betroffene einer allgemeinen Terrorgefahr.“

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