Pyeongchang

Deutsche Slalom-Frauen so schlecht wie noch nie

Pyeongchang.  Lena Dürr war kaum aus dem Starthaus draußen, da stand sie schon neben der Piste. Acht, neun Sekunden Fahrzeit bei Olympia – und Schluss. Christina Geiger verspürte im zweiten Lauf plötzlich Schmerzen im Sprunggelenk, sie fuhr aus dem Kurs, ebenfalls also nicht im Ziel. Olympia-Debütantin Marina Wallner war als Einzige des deutschen Trios unten angekommen und belegte Rang 19.

Beim Sensationssieg der Schwedin Frida Hansdotter waren die DSV-Läuferinnen so lediglich Feldfüllerinnen. Topfavoritin Mikaela Shiffrin (USA) blieb einen Tag nach ihrem Gold im Riesenslalom völlig überraschend nur Blech. Silber ging an Kombinationsweltmeisterin Wendy Holdener (Schweiz). Die Österreicherin Katharina Gallhuber gewann Bronze vor der eigentlich unschlagbar scheinenden Amerikanerin.

Nie waren deutsche Slalom-Fahrerinnen schlechter bei Olympischen Spielen. Bisheriger Tiefpunkt: Rang 15 in Albertville 1992 durch Martina Ertl. Dabei hatte Deutschland sogar mal Olympiasiegerinnen in dieser Disziplin: Rosi Mittermaier (1976), Hilde Gerg (1998) und Maria Riesch (2010). Letztere war 2009 auch Weltmeisterin.

Cheftrainer Jürgen Graller, im vergangenen Frühjahr angetreten, die deutschen Frauen wieder auf Siegkurs zu bringen, war bedient. „Am Ende steht da ein 19. Platz, und das ist ernüchternd und schlecht. Da gehören klare Worte gesagt, die ich sicher aussprechen werde“, sagte der Österreicher. „Die Saison hat sehr gut angefangen“, betonte er, aber jetzt? „Wir marschieren immer noch am Stand.“

Graller ist keiner, der sich Illusionen hingibt, er wusste ja, dass die deutschen Frauen mit Ausnahme von Viktoria Rebensburg nicht zur Weltspitze gehören. Aber: „Im Slalom habe ich gedacht, dass diese drei Mädels aus der Zone rauskommen und einen Sprung nach vorne machen. Das ist nicht passiert. Da muss man sich ernsthaft was überlegen.“ Nur was? „Wir müssen den Fokus auf den Nachwuchskader legen.“

Immer wieder hängt fast alles von Rebensburg ab. In der Abfahrt, im Super-G und im Riesenslalom. Wenn sie nicht liefert, ist es zappenduster. Und Slalom fährt sie nicht.