Hamburg

HSV verspricht ein „Kampfspiel“ – Leverkusen in Sorge

Hamburg. Respekt – anders kann man das wohl nicht nennen. Bayer Leverkusen reist durchaus mit einigen Bedenken zum Bundesliga-Gastspiel am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky und Liveticker bei abendblatt.de) zum HSV in den Volkspark.

Der ehemalige Hamburger Jonathan Tah erwartet gegen sein früheres Team „einen harten Kampf. Die stehen mit dem Rücken zur Wand und müssen Gas geben.“ Bayer-Manager Jonas Boldt verband diese Sorgen schon vorsorglich mit einem Appell an Schiedsrichter Felix Brych, streng zu pfeifen; „In den vergangenen Jahren war Fußball zu spielen dort schwer möglich. Das Fußballzerstören darf nicht das Prä haben vor dem
Gedanken, Fußball spielen zu wollen.“

Klar – so doll haben die fußballerischen Feingeister der Werkself in der jüngsten Vergangenheit bei den abstiegskampferprobten Hamburgern nicht abgeschnitten. Zuletzt konnten sie im Mai 2013 gewinnen. Mit Einsatz, Fight und Publikum holte der HSV gegen die spielerisch besseren Westdeutschen danach immer wichtige Heimpunkte. „Es wird ein Spiel, das auch von der Aggressivität lebt“, kündigte HSV-Trainer Bernd Hollerbach an, „im Abstiegskampf ist keine Schönspielerei gefragt.“

Mit nur 17 Punkten hat der HSV so wenige Zähler wie noch nie seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995/96. Hollerbach bemühte sich dennoch, Zuversicht auszustrahlen. Was auch sonst? Dreimal kündigte er beim Pressegespräch am Donnerstag an, „den Bock umzustoßen“, je zweimal forderte er „positiv bleiben“ und „hart arbeiten“. „Alles reinhauen“ werde das Team, bis „der Knoten platzt“. Das ist Abstiegskampf-Rhetorik – und deshalb irgendwie angemessen. „Ich rede ständig mit den Spielern, alle wollen alles geben für den Verein“, sagte er. Auch die, die wie Dennis Diekmeier den Club verlassen. „Ich habe nicht das Gefühl, dass einer mit dem Kopf schon woanders ist.“

Gut gearbeitet habe die Mannschaft. Insbesondere am Abschluss. Nur 17 Tore hat der HSV erzielt, die fehlende Treff­sicherheit ist der Hauptgrund für die Punktmisere: „Wir müssen uns im letzten Drittel verbessern.“ 1972/73 übrigens hatte das Team zu diesem Saison-Zeitpunkt auch vier Siege und fünf Remis erzielt. Dennoch gelang die Rettung. Damals holte der Verein in der Winterpause in Horst Heese einen Torjäger, der wesentlich zum Klassenerhalt beitrug und zum „Retter“ wurde. So einer wird noch dringend gesucht.