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Hoffmann zur HSV-Zukunft: "Wir müssen Resetknopf drücken"

HSV-Präsidentschaftskandidat Bernd Hoffmann

Foto: Marcelo Hernandez

HSV-Präsidentschaftskandidat Bernd Hoffmann

Der Präsidentschafts-Kandidat will den Club neu aufstellen und fordert mehr Unabhängigkeit von Investor Klaus-Michael Kühne.

Hamburg.  Auf der Zielgeraden gibt Bernd Hoffmann noch einmal Gas. Am Freitagabend besuchte er mit seinem "Team Hoffmann" – Thomas Schulz soll Vizepräsident werden, Moritz Schaefer Schatzmeister – den Fanclub "Hermann's treue Riege" in Alfstedt, um für Zustimmung bei der Mitgliederversammlung am 18. Februar zu werben. Bei entsprechendem Interesse sollte sogar eine Busfahrt für den Fanclub organisiert werden.

Ab 11 Uhr haben dann die HSV-Mitglieder in der "Kuppel" (Luruper Chaussee) die Wahl zwischen dem amtierenden Präsidenten Jens Meier und seinem Herausforderer Hoffmann. Und dessen Wahlkampf ist noch längst nicht zu Ende. Am Montagabend wird der 55-Jährige Teilnehmer der Talkshow "Sky90" sein. Zu Gast war der frühere HSV-Vorsitzende in dieser Woche auch in der Redaktion des Abendblatts im Großen Burstah. Hoffmann nahm sich 90 Minuten Zeit, um zu erklären, warum er sich für das Amt bewirbt, was er bewegen will – und warum er liebend gerne mit der Vergangenheit abschließen möchte.

Herr Hoffmann, haben Sie den Sekt schon kalt gestellt?

Bernd Hoffmann (55): Nein, ich wüsste nicht, warum in Anbetracht der Gesamtsituation des HSV irgendjemand Sekt kalt stellen sollte.

In der Krise ruft die Masse stets nach einem neuen starken Mann. Die Chancen für einen Wahlerfolg scheinen gut für Sie zu stehen.

Hoffmann: Die aktuelle Situation ist das Ergebnis aller Entscheidungen, die seit sechs, sieben Jahren getroffen worden sind. Die Mitgliedschaft hat am 18. Februar erstmals – und dann erst wieder 2022 – die Möglichkeit darüber abzustimmen, ob die Richtung des Clubs die richtige ist. Wir in unserem Team glauben nicht, dass uns ein "Weiter so" helfen kann.

Dabei sollte ja spätestens nach der Ausgliederung im Mai 2014 alles besser werden. Waren Sie damals eines der 9702 Mitglieder im Volksparkstadion?

Hoffmann: Ja. Und ich habe für die Ausgliederung gestimmt. Das Problem ist nur, dass nichts von dem eingetreten ist, was wir uns erhofft haben: kein sportlicher Erfolg, keine wirtschaftliche Konsolidierung, keine personelle Kontinuität.

Hat man rückblickend nicht vor allem auf den falschen Vorstandschef gesetzt?

Hoffmann: Mit dem Wort "man" tue ich mich schwer. Der Aufsichtsrat stellt die wirtschaftlichen Weichen und trifft die personellen Entscheidungen im Vorstand inklusive Sportchef. Seit drei Jahren hatte das aktuelle Präsidium die Möglichkeit, auf Besetzung und Entscheidungen des Aufsichtsrats maßgeblichen Einfluss auszuüben. Das Ergebnis ist in der Bilanz und der Bundesligatabelle abzulesen.

Klingt ganz so, als ob Sie sich für eine Aufgabe in der AG bewerben. Dabei geht es doch um das Präsidentenamt im e.V.

Hoffmann: AG und e.V. können Sie nicht trennen. Der HSV hat 79.000 Mitglieder. Alle, die 7000 Sporttreibenden sowie die 72.000 Supporters und Förderer, haben einen Anspruch darauf, dass ihre Interessen wahrgenommen werden. Die einen fordern funktionierende Sportstätten und attraktive Sportangebote, die anderen haben die Erwartung eines erfolgreichen Fußballbereichs.

Während Ihrer Zeit beim HSV wurden Sie vor allem als Fußballvorstand wahrgenommen. Wieso sollen Ihnen die Mitglieder die Rolle des Vorkämpfers für den Universalsportverein abnehmen?

Hoffmann: Die wichtigste Tochtergesellschaft des HSV e.V. ist die Fußball AG. Sie macht circa 20-mal so viel Umsatz wie der e.V., entsprechend müssen auch die Prioritäten gesetzt werden. Aber wir sind genauso interessiert an den anderen Sportarten.

Also ein überzeugter Vereinsmeier ...

Hoffmann: ... eher ein überzeugter Breitensportler, der auch gerne andere Veranstaltungen außer Fußball besucht, ob Tischtennis oder Darts. Sport ist ein zentrales Thema vieler Menschen. Auch bei mir. Das sollte man in Hamburg am besten ausleben können bei einem breit aufgestellten HSV.

Wie viele HSV-Abteilungen haben Sie während Ihres Wahlkampfs besucht?

Hoffmann: Ich war bei 15 Sportveranstaltungen, dabei hat es sich aber nicht um offizielle Termine gehandelt. Wir wollten einen Eindruck bekommen: Wie fühlt sich Tischtennis-Landesliga in der Turnhalle in der Knauerstraße an? Wo spielt das Schüler-Bundesligateam im Eishockey? Wirft beim HSV Darts jemand eine 180? Aber ich konnte auch miterleben, mit welchem Engagement die ehrenamtlichen Helfer und Abteilungsleiter bei der Sache sind. Seien es die Kampfrichter bei den norddeutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten oder der Abteilungsleiter beim Bowling.

Wenn Sie mit den Mitgliedern ins Gespräch kamen: Um welche Themen ging es, was bewegte die Menschen vor allem?

Hoffmann: Natürlich herrschte ein großes Interesse am Fußball, registriert habe ich aber durchaus auch die Sorge, dass wir uns nur um den Fußball kümmern würden.

Können Sie das denn ausschließen?

Hoffmann: Natürlich. Der HSV war immer ein Universalsportverein, das ist die Vereins-DNA. Nur: Wir müssen uns auch hier die Frage stellen, wie der Sportverein in fünf Jahren aussieht. Wir befinden uns auch in diesem Bereich in Konkurrenz zu Angeboten von Sportspaß bis zu hochprofessionellen, kleinen Sportkonzernen in den Stadtteilen wie dem ETV in Eimsbüttel oder der TSG Bergedorf. Profitabel bei bis zu 10.000 Mitgliedern und zehn Millionen Euro Umsatz.

Das heißt?

Hoffmann: Wenn ich als Sportler eine Entscheidung für den Vereinseintritt fälle, dann nicht, weil mir die Raute so gut gefällt. Sondern weil ich ein attraktives Sportangebot vorfinde, das mich mehr überzeugt als das des ortsansässigen Vereins.

Was ist Ihre Vision?

Hoffmann: Für den sporttreibenden Teil die Entwicklung des e.V. zu einem Freizeit- und Sportdienstleistungsunternehmen mit einem starken Standbein in Hamburg. Mit den engagierten ehrenamtlichen und professionellen hauptamtlichen Mitarbeitern kann uns das gelingen. Im Fußball hatten wir vor sieben Jahren einen Umsatz in der Größenordnung von Schalke und lagen deutlich vor Borussia Mönchengladbach. Wir stritten uns um Spieler mit Tottenham, Sevilla und dem BVB. In diese Gruppe von Clubs möchte ich den HSV mit einem guten Team langfristig wieder hineinführen. Der Weg ist steinig, aber wir müssen ihn beginnen. Jetzt. Existenzkampf um Platz 15 in der Liga im Schatten von Elbphilharmonie und Michel ist in Hamburg nicht zu verkaufen. Das sehen wir bereits an der Zuschauerentwicklung.

Wo wollen Sie denn konkret ansetzen in der AG, um sie zu gesunden?

Hoffmann: Auf jeder Führungsposition bedarf es absoluter Leistungsträger, Bundesligaspitze. Das müssen wir in einem hungrigen, ehrgeizigen Team machen, das in die gleiche Richtung arbeitet, ohne sich intern aufzureiben. Der sportliche Gegner spielt in Hannover und Bremen, nicht in den eigenen Reihen.

Kurz vor der Präsidentenwahl hat sich noch schnell ein neuer Aufsichtsrat gebildet. Dieses Gremium haben Sie zuletzt stark unter Beschuss genommen.

Hoffmann: Für mich sind die Irrungen und Wirrungen des Aufsichtsrats für den Zustand des HSV verantwortlich. Gute Köpfe allein reichen nicht. Sie müssen auch an der richtigen Stelle sitzen.

Und Ihre richtige Stelle ist die des Aufsichtsratsvorsitzenden, richtig?

Hoffmann: Der Repräsentant des Hauptgesellschafters muss dort die maßgebliche Rolle spielen, er muss die Richtung innerhalb des Gremiums vorgeben. Schauen Sie sich nur die Führung in erfolgreichen Clubs wie bei den Bayern oder Schalke an, wo ein Uli Hoeneß oder Clemens Tönnies den Vorsitz im Aufsichtsrat haben. Jeweils als Repräsentant des e.V.

Amtsinhaber Jens Meier kann nur Teilzeit.

Hoffmann: Ich finde es wichtig, zu 100 Prozent verfügbar zu sein in der Zeit zwischen Saisonabschluss am 12. Mai und dem 23. Mai, an dem wahrscheinlich die Bedingungen für die Lizenzerteilung für die Saison 2018/19 zu erfüllen sind. Andere berufliche Termine dürfen in dieser Zeit nicht dazwischenkommen. Angesichts des sportlichen und wirtschaftlichen Zustandes des HSV ist diese Aufgabe nur als Hauptjob mit permanenter Verfügbarkeit zu schaffen. Wer außerdem als Aufsichtsratsvorsitzender ein guter Ratgeber sein und Entscheidungen einschätzen will, sollte aus dem Fußballgeschäft kommen.

Das klingt alles sehr nach operativem Geschäft. Geben Sie es doch endlich zu: In Wahrheit wollen Sie auf Sicht wieder auf Ihren Vorstandssitz zurückkehren.

Hoffmann: Das ist mir deutlich zu kurz gesprungen. Es geht darum, die Gesamtkonstruktion zu ordnen, das geht nur von der Position des Mehrheitsgesellschafters. Mein Interesse wäre es, eine perfekte Lösung für die Zeit nach Heribert Bruchhagen vorzubereiten.

Wann denn? Im Sommer, wenn der HSV abgestiegen ist?

Hoffmann: Das wird hoffentlich nicht passieren.

Gut, nehmen wir an, der HSV schafft irgendwie den Klassenerhalt. Wann dann?

Hoffmann: Die Regelung ist offensichtlich so, dass der Vertrag von Heribert Bruchhagen im Sommer 2019 ausläuft. Also wird es eine der ersten Aufgaben des neuen Aufsichtsrats sein, sich um diese Personalie zu kümmern.

Noch einmal nachgehakt: Sie beerben Bruchhagen auf keinen Fall?

Hoffmann: Das möchte ich nicht. Wir brauchen einen Vorstand, der uns mit unternehmerischer Vision und sportlicher Kompetenz in das Jahr 2025 führt. Ich möchte das gestalterisch begleiten auf der Grundlage meiner Erfahrungen im Fußball und dem HSV.

Sie haben beschrieben, wie aufwendig der Job des Präsidenten sein sollte. Müsste in aller Konsequenz der Präsident dann nicht hauptamtlich arbeiten, also bezahlt werden?

Hoffmann: Eine Bezahlung halte ich nicht für sinnvoll. Ich glaube, es ist notwendig, in Unabhängigkeit agieren zu können, also auch frei von wirtschaftlichen Zwängen.

Apropos wirtschaftliche Zwänge: Wie beurteilen Sie die finanzielle Lage des HSV?

Hoffmann: Als extrem angespannt. Wir waren noch nicht einmal in der Lage, Ersatz für den langzeitverletzten Nicolai Müller zu beschaffen. Bezüglich der Lizenzierung benötige ich eine Menge Fantasie, um mir vorzustellen, dass diese problemlos ablaufen wird. Bei 35 Millionen Euro Verlust innerhalb der vergangenen drei Geschäftsjahre werden wir auch wirtschaftlich auf den Resetknopf drücken müssen.

Im Schnitt 55.000 Zuschauer

Über Geld wurde auch diskutiert, nachdem Sie im März 2011 Ihren Vorstandsposten geräumt hatten. Ihr Nachfolger Carl Jarchow sagte, dass der HSV nahezu insolvent war und deshalb Spieler verkauft werden mussten, um dieses zu verhindern. Das spricht nicht dafür, dass Sie mit dem Geld des HSV besser umgehen konnten.

Hoffmann: Ich habe den Club sieben vollständige Geschäftsjahre geführt. In jedem dieser Jahre hat der HSV ein positives wirtschaftliches Ergebnis erzielt. Wir haben während unserer Zeit die Mitgliederzahl von 17.000 auf 71.000 gesteigert, 78 Europapokalspiele bestritten, und der Zuschauerschnitt entwickelte sich auf 55.000. Das sind Zustände, davon träumen wir heute. Nach meinem Ausscheiden im März 2011 hat es 14 Transferperioden, mehr als 100 Spielerverpflichtungen, sechs Sportverantwort­liche und neun Trainer gegeben. Allein durch Anteilsverkäufe sind mehr als 60 Millionen Euro vereinnahmt und dann wieder ausgegeben worden. Die Vorstellung, den aktuellen Zustand des HSV mit meiner Amtszeit in Verbindung zu bringen, halte ich für abstrus.

Es wurden aber auch reichlich Steuernachzahlungen fällig.

Hoffmann: Was meinen Sie genau?

Im Geschäftsjahr 2014/15 musste der HSV e.V. 1,8 Millionen Euro Rückstellungen für Steuernachzahlungen bilden.

Hoffmann: Diese Betriebsprüfungen betrafen die Jahre 2009 bis 2012, ich kann nicht beurteilen, aufgrund welcher Tatbestände es eine Steuernachzahlung gab, da ich in die Steuerprüfung nicht involviert war.

Uns geht es in erster Linie darum herauszuarbeiten, wie Sie den Verein wirtschaftlich übergeben haben.

Hoffmann: Ich habe zum Ende meiner Amtszeit auch Fehler gemacht. Beispielsweise hätte ich viel stärker darauf dringen müssen, einen Sportvorstand nach dem Ausscheiden von Didi Beiersdorfer zu installieren. Wirtschaftlich ist der Verein nach acht Jahren in einem guten Zustand übergeben worden, und zwar ohne dass wir zu den Maßnahmen, die in der Zeit danach ergriffen wurden, greifen mussten.

Konkret?

Hoffmann: Fananleihe, Verlängerung von Bankdarlehen, Ausgabe von Besserungsscheinen, Verkauf von fast 25 Prozent der Anteile. Alles Instrumente, die wir nicht benutzt haben, und dennoch sportlich und wirtschaftlich erfolgreich waren.

Viel diskutiert wurden auch Gutachten, die der damalige Aufsichtsrat in Auftrag gegeben hat, um die während Ihrer Amtszeit abgeschlossenen Verträge zu untersuchen. Wie sehen Sie diesen Vorgang heute?

Hoffmann: Der damalige Aufsichtsrat ist seiner Pflicht nachgekommen, hat unsere Vorstandszeit aufgearbeitet und hat insgesamt sechs Themen näher untersucht. Keiner dieser Vorgänge hat dann eine intensivere Betrachtung nach sich gezogen. In logischer Konsequenz sind wir von der Mitgliederversammlung 2012 entlastet worden.

Sie haben aber schon im Wissen kandidiert, dass diese alten Themen wieder hochkochen werden? Die Zahl Ihrer Gegner war und ist gewaltig im HSV.

Hoffmann: Dieser Verein ist leider in vielen Bereichen zu rückwärtsgewandt. Wir müssen aber aufhören, permanent in der Vergangenheit zu rühren. Das wird uns im Wettbewerb mit Dortmund, Schalke, Hoffenheim oder Leipzig nicht einen Millimeter weiterbringen.

Haben Sie Ihrer Freundin gesagt, was auf sie zukommt, wenn Sie kandidieren?

Hoffmann: Ja, das haben wir besprochen und sie hat Verständnis für meine HSV-Leidenschaft. Ein Antrieb für meine Kandidatur ist
sicher auch, dass ich mich nicht damit abfinden kann, dass das Image des HSV bundesweit gelitten hat, der Club als permanenter Abstiegskandidat gehandelt wird und auch in der Stadt immer mehr an Relevanz verliert.

Wir haben jetzt viel über Erfolg und Misserfolg gesprochen. Ist der HSV ohne Investor Klaus-Michael Kühne überhaupt noch überlebensfähig?

Hoffmann: Das kann ich nicht beurteilen. Das würde ich mir nach dem 18. Februar ganz genau anschauen.

Zu viel über Herrn Kühne gesprochen

Anders gefragt: Ist Klaus-Michael Kühne ein Segen oder ein Fluch?

Hoffmann: Es wird mir viel zu viel über Herrn Kühne gesprochen. Er ist ein 20-Prozent-Gesellschafter. Das permanente Ausrichten unserer unternehmerischen Entscheidungen danach, ob er den Laden weiter finanziert, ist nicht länger tragbar.

Sind Sie denn in Kontakt mit Herrn Kühne?

Hoffmann: Nein. Das ist eines der ersten Gespräche, das unter Gesellschaftern zu führen ist. Mit dem Ziel, verlässliche Regeln für den Umgang miteinander zu schaffen. Der Eindruck muss aufhören, dass hier der Schwanz mit dem Hund wedelt. Herr Kühne ist wichtig, darf für den HSV aber nicht überlebenswichtig sein. Wir müssen sicherstellen, dass wir als HSV e.V. weiter alleine handlungsfähig sind, deshalb darf er auch nicht mehr als 25 Prozent der Anteile der Fußball AG besitzen. Im Übrigen ist es ein Versäumnis des aktuellen Präsidiums, die Satzung der AG nicht dahingehend verändert zu haben, dass ein Verkauf von bis zu 33,3 Prozent der Anteile nicht möglich ist.

Sie sind grundsätzlich gegen eine Aufweichung der 50+1-Regel, wonach Investoren nicht die Mehrheit an einem Verein übernehmen dürfen?

Hoffmann: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Auch wir werden eine Position einnehmen müssen, was mit 50+1 passiert. Aber zunächst geht es darum, die Handlungsfähigkeit zu bewahren, indem wir die Begrenzung zum Verkauf der Anteile in der AG auf 24,9 Prozent festschreiben.

Können Sie das konkretisieren?

Hoffmann: Ich will vereinsinternen Diskussionen nicht vorgreifen. Aber nach meinem Verständnis ist die Club-DNA des HSV die, dass die unternehmerischen Entscheidungen immer beim Eigentümer HSV liegen müssen.

Noch mal: Sollte 50+1 auf Sicht wegfallen?

Hoffmann: Ich bin der Meinung, dass die Regelung ohnehin juristisch bald fallen würde.

Führt das nicht dazu, dass es noch schwieriger wird für den HSV?

Hoffmann: Das wird es vor allem, wenn wir weiter Entscheidungen produzieren wie in den vergangenen Jahren. Und diese dann auch noch schönreden und höchstens weichgespülte Konsequenzen ziehen. Wir können nicht so tun, als lebten wir beim HSV auf einer Insel der Glückseligkeit und fernab von den Marktgesetzen des Fußballs. Ich habe einmal nachgeschaut: Im Artenschutzabkommen steht der HSV nicht drin ...

Werfen wir abschließend einen Blick in die Glaskugel: Was passiert am 18. Februar?

Hoffmann: Da wäre ich mal ein Fan von 50 Prozent plus einer Stimme für unser Team.

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