Sport

Lauffaulheit lohnt sich

Die Wege zum Erfolg sind ja vielfältiger Natur. Das gilt insbesondere für den Fußball. Manche Clubs versuchen es mit viel Geld, andere mit sehr viel Geld; einige Vereine setzen auf Nachwuchsarbeit, weltweites Scouting oder futuristische Trainingsmethoden. Da ist folgendes Erfolgsrezept eher ungewöhnlich: Man nehme einen Club, der intern hoffnungslos zerstritten ist und bei dem eine starke Opposition seit Jahren versucht, den Präsidenten zu stürzen. Weiterhin braucht man als Zutaten eine starke Fangruppe, die das Stadion boykottiert und somit meist ziemlich laue Stimmung bei Heimspielen verursacht. Sodann sollte die Mannschaft aus möglichst billigen Spielern bestehen, sodass das Team in puncto Marktwert auf dem letzten Tabellenplatz rangiert. Und schließlich sollte es sich um eine möglichst lauffaule Truppe handeln – auch hier sollte sie im Bundesliga-Vergleich auf Platz 18 stehen. Als letzte Erfolgszutat nehme man einen uncharismatischen Trainer mittleren Alters.

Sie meinen, das sei Unsinn und klappt nicht? Oh, doch, es tut. Denn diese Mannschaft, die es wirklich gibt, hat den geringsten Marktwert (halb so viel wie Köln!) und die schlechteste Laufleistung der Liga (pro Spiel 13,5 Kilometer weniger als Wolfsburg). Aber sie rangiert im gesicherten Mittelfeld. Und spielt ansehnlichen Fußball. Als Aufsteiger. Da bleibt uns nur, zu gratulieren! Wem? Hannover 96 natürlich!