Hamburg

„Wir haben uns zu sicher gefühlt“

St. Paulis Kapitän Bernd Nehrig propagiert Rückkehr zur kompakten Spielweise

Hamburg. Am Freitagabend war er wegen seiner in Fürth erhaltenen Gelb-Roten Karte gesperrt und erlebte das 0:5-Debakel in Bielefeld am Fernseher. Am Sonnabend und Sonntag aber mischte St. Paulis Kapitän Bernd Nehrig (31) im Training wieder voll mit und nahm gewohnt klar Stellung zur aktuellen Situation seines Teams.

Dabei propagiert der erfahrene, defensive Mittelfeldspieler die Rückkehr zu einer einfacheren Spielweise. „Wir müssen uns jetzt das Selbstvertrauen zurückerobern, und zwar nicht über super Ballstafetten, sondern darüber, dass wir als Team wie vor einem Jahr kompakt stehen und bei den Zweikämpfen ein Miteinader an den Tag legen“, sagte er am Sonntag. Das müsse die erste Devise sein. „Aus dieser Kompaktheit und Spannung müssen wir Nadelstiche nach vorn setzen. Das muss nicht immer schön aussehen.“

Gleichzeitig verteidigte er die jetzt von Cheftrainer verfügten Maßnahmen eines zusätzlichen Trainings am Sonntag sowie der Ausrufung eines neuen Auswahlkampfes. „Das sind ganz normale Maßnahmen in dieser Situation. Fakt ist, dass wir in der Krise sind. Daher ist es völlig in Ordnung, dass wir trainieren, keinen freien Tag haben und einfach zusammen sind. Über das Training und das Zusammensein wollen wir uns aus der Lage wieder herausarbeiten“, sagte er. Und weiter: „Dass sich keiner mehr sicher sein kann, dass er spielt, ist nach den gezeigten Leistungen auch berechtigt. Wir müssen uns im Training einen Platz erarbeiten.“

Obwohl die Mannschaft seit nunmehr sieben Spielen in Folge nicht mehr gewonnen hat, fiel sie erst nach der jüngsten Niederlage in Bielefeld aus der ersten Tabellenhälfte und findet sich jetzt auf Rang 13 wieder, zwei Punkte vor dem Relegationsplatz 16. „Wir waren uns einen Tick zu sicher. Die anderen Ergebnisse waren lange sehr gut für uns, sodass nicht viel passiert ist. Das war absolut trügerisch. Wir haben die Situation unterschätzt“, sagte der Mittelfeldspieler und stellte klar: „Wenn man auf die Tabelle schaut, muss man davon sprechen, dass wir im Abstiegskampf sind.“

An der Zweitligatauglichkeit seines Teams ist er trotz der Krise überzeugt: „Wir haben das Leistungsvermögen und dürfen jetzt den Glauben an uns nicht verlieren.“ (C.H.)