Sport

Altona 93 kommt nicht vom Fleck

Amateurfußball Achte Heimpleite bei 0:1 gegen Lüneburg, Sternschanze wird beschenkt, Sasel landet Coup

Andre Matz

Algan und der Alkohol. „Ich könnte heulen“, presste Altonas Präsident Dirk Barthel nach dem Spiel hervor. Er haderte mit dem fehlenden Glück: „Kann denn nicht mal ein Ball reingehen?“ Bereits in der siebten Minute war der Lüneburger SK in Führung gegangen. „Wieder so ein blödes Tor“, schimpften alle Altonaer Verantwortlichen, nachdem die AFC-Hintermannschaft einen Ball nicht klären konnte und Ex-Concorde Michael Kobert das Tor des Tages für den LSK erzielte. „Eigentlich wollten wir 1:0 gewinnen“, erklärte Trainer Berkan Algan und fügte hinzu: „Wir wissen, dass das eine brutale Situation ist, und für mich als Trainer sind das Erfahrungen, die sehr wehtun.“

Wieder kein Punkt, immer noch Tabellenletzter in der Regionalliga Nord mit nur zehn Zählern, kein Heimpunkt in der gesamten Hinrunde, doch Algan gibt nicht auf: „Wenn es rechnerisch nicht mehr reicht, dann würde ich mich wohl das erste Mal seit 15 Jahren betrinken. Ich weiß gar nicht mehr, wie das geht – wahrscheinlich würden dazu zwei Alster reichen. Aber wir sind Altona 93, wir halten zusammen, sind ein Team. Wir werden trotz allem nicht absteigen.“ Und Präsident Barthel nickte zustimmend.


Nicht nur anders, sondern besser. Eine vom Zeitpunkt her ungewöhnliche Trainerinstallation deutet sich beim Oberligisten FC Türkiye an. „Wir sind mit einem Kandidaten sehr weit“, bestätigte Manager und Interims­trainer Klaus Klock nach dem 0:2 beim SC Victoria. Die finalen Gespräche mit dem Vorstand sollen am heutigen Montagabend stattfinden. „Wenn wir uns einigen und er es möchte, kann der neue Trainer dann sofort anfangen“, so Klock. Kommt es so, würde der neue Mann beim Heimspiel gegen den SC Condor am 2. Dezember sein Debüt geben – und danach wäre sofort Winterpause. „Ob die Partie stattfindet, ist ja aufgrund der Wetterlage eh noch offen“, sagte Klock. Sein längeres Engagement auf der Bank beim bitter abgestürzten Abstiegskandidaten, welches trotz guter Leistungen der Mannschaft gegen Concordia (1:1) und bei Victoria (0:2) nur einen Punkt in vier Begegnungen einbrachte, erklärte er so: „Ursprünglich wollte ich die Mannschaft nur zwei Spiele betreuen. Aber wir haben keinen Trainer gesucht, der es nur anders macht. Sondern einen, der es besser macht. Das dauert seine Zeit.“


Sandhop zeigt Mitgefühl. Einen verdienten und zugleich seltsamen 4:1-Auswärtserfolg schaffte Landesligist SC Sternschanze bei TuRa Harksheide. Drei der vier Treffer des SCS waren Geschenke der Gastgeber. Beim 0:1 vertändelte Felix Feuerlein den Ball an Schanzes Angreifer Paul Hachmann, der herausgestürzte TuRa-Keeper Janik Flint zog dem Stürmer die Beine weg und sah Rot. Den Elfer verwandelte Nils Sörensen im Nachschuss (34.). Vor dem 0:3 beging Dren Hoti einen Stockfehler, wieder spritzte Hachmann dazwischen und wurde gefoult. Die Freistoßflanke köpfte Matthias Knerr ein (60.). Für den vierten Streich wurde Hachmann direkter beglückt, musste sich nicht mal foulen lassen. Sein Schuss vom Sechzehner glich einer Rückgabe, doch Turas Keeper Abou Fofana griff spektakulär daneben. Der Ball flog über seinen Kopf und kullerte ins Netz (70.). „Für Abou Fofana tut es mir besonders leid“, zeigte Sternschanzes Trainer Mattes Sandhop Mitgefühl.

„Ich kenne ihn. Er ist ein starker Torwart.“ Die Frage, ob er auf einem fremden Platz schon mal so viele Gastgeschenke erhalten habe, beantwortete Sandhop lachend: „Das kommt sehr selten vor. Wir schießen normalerweise auswärts keine vier Tore.“


Sasels großer Sieg. Der TSV Sasel hat die Riesenserie von Meister Dassendorf gebrochen. Mit 2:1 gewann der Aufsteiger gegen den zuvor 17-mal in Folge siegreichen Meister. Tolga Celikten (6.) und Bünyamin Balat (26.) trafen, der Anschlusstreffer von Jeremy Karikari (69.) kam zu spät. Zudem flogen bei Dassendorf Verteidiger Finn Thomas (80., Gelb-Rot) und Torwart Christian Gruhne (90.+3, Rot) vom Feld. „Bis auf einige Disziplinlosigkeiten kann ich dem Team nichts vorwerfen. Sasel war sehr gut, wenngleich es keine verdiente Niederlage war“, sagte Dassendorfs Trainer Peter Martens. Sasels Erfolgscoach Danny Zankl, dessen Bruder Nico beide Treffer vorbereitete: „Das Geile ist, dass wir nicht gewonnen haben, weil Dassendorf schlecht war, sondern weil wir gut waren.“


Ehm akzeptiert. Trainerlegende Bert Ehm verzichtet auf einen Einspruch vor dem Verbandsgericht gegen das Urteil nach der mündlichen Verhandlung vor dem Sportgericht. Für seinen Ausspruch „Sieg Heil“ als Manager des FC Teutonia 05 nach dem 1:2 im Oberligaspiel in Dassendorf muss Ehm 600 Euro zahlen und darf bis drei Monate vor Saisonende keine Funktion im Hamburger Fußball-Verband ausüben. Die restlichen 400 Euro Strafe plus die Sperre bis Saisonende sind zur Bewährung ausgesetzt. „Ich akzeptiere das Urteil“, sagte der 70-Jährige.