Menschlich gesehen

Liebe zu St. Pauli

Der Fußball war schon immer die Leidenschaft des Christoph Nagel. Zur ganz großen Karriere reichte es für den Jungen­ aus Cuxhaven aber nicht. Die Spielübersicht: beim Rechtsverteidiger durchaus vorhanden! Doch die Athletik, so scherzt er heute, hat nicht ganz für höhere Aufgaben gereicht. Die Liebe zum Sport ist aber ungebrochen.

Als der heute 44-Jährige 1994 zum Studium nach Hamburg kam, entdeckte er schnell die Liebe zum FC St. Pauli. Sein erstes Spiel war ein Stadtderby gegen den HSV im Volksparkstadion. Der etwas andere Verein faszinierte ihn, die Selbstironie und die politische Haltung gefielen ihm. So sehr, dass er sich schnell mit der Geschichte des Kiezclubs befasste und mittlerweile im Vorstand des Vereinsmuseums sitzt. Am Mittwochabend eröffnete der studierte Historiker, der hauptberuflich Texter und Autor ist, seine erste Ausstellung: „Fußball in Trümmern. Der FC St. Pauli im Dritten Reich“. Mehr als 200 Exponate organisierte Nagel dafür. Wenn er etwas macht, dann mit Leidenschaft.

Seite 26 St. Pauli unterm Hakenkreuz