Hamburg

Premiere für die Special Olympics in Hamburg

500 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung gehen an den Start. Segeln neu im Programm

Hamburg.  Die Schwimmtasche hat Christian Stein schon voller Vorfreude gepackt. Zum ersten Mal werden die Special Olympics (SO) Landesspiele vom 16. bis 17. September in seiner Heimat ausgetragen. Das Motto der Spiele „Gemeinsam stark“ soll Menschen mit und ohne geistige Behinderung verbinden. Seit 2010 ist der 29-Jährige Athletensprecher in Hamburg, vertritt dadurch unter anderem die Rechte anderer SO-Sportler seiner Stadt. Trotz des Downsyndroms schwimmt Stein seit seinem vierten Lebensjahr, holte zuletzt bei den nationalen Special Olympics 2016 in Hannover eine Silber- und eine Bronzemedaille.

Betroffene besitzen das Chromosom 21 dreimal anstatt zweimal, was den umgangssprachlichen Begriff „Trisomie 21“ definiert („tri“ steht für drei, „somie“ für Chromosom). Diese Abweichung des Normalzustands hat zur Folge, dass es zu einer körperlichen und geistigen Retardation kommt, die sich jedoch mit einer konsequenten, frühkindlichen Förderung positiv beeinflussen lässt. Das Downsyndrom ist nicht heilbar, da sich das überschüssige Chromosom weder blockieren noch eliminieren lässt.

Stein, der vor Kurzem eine eigene Wohnung bezogen hat, scheint dieser Einschränkung in seinem sportlichen Leben keinen Platz zu lassen. Montags und donnerstags nach seiner Arbeit in der Holzwerkstatt trainiert er beim Eimsbüttler TV. Stehen Wettkämpfe an, springt er auch häufiger ins Schwimmbecken. „Meine beste Disziplin sind die 100 Meter Lagen und Freistil. Darin habe ich schon oft Siege für das Hamburger Team erzielt“, sagt er stolz. Das Entzünden der Special Olympics-Flamme am Sonnabend ( 9 Uhr, Uni Sportpark, Turmweg 2) ist nicht nur für Stein, der kurz darauf im Dulsbergbad an den Start gehen wird, eines der vielen Highlights. „Die Atmosphäre bei den Sportfesten ist toll. Man lernt so viele andere Leute kennen, das mag ich sehr“, freut er sich.

Schirmherr der Veranstaltung ist Sportsenator Andy Grote, die Sportmoderatoren Torben Pöhls und Jörg Lauenroth begleiten die Spiele, Carlo von Tiedemann wird als Stargast erwartet. Rund 80 freiwillige Helfer werden vor Ort sein, um die 500 Athleten zu unterstützen, die sich im Fußball, Basketball, Schwimmen, Tischtennis und Leichtathletik messen. Erstmals ist auch Segeln im Programm.

Begleitet wird Stein von seinen Eltern Sabine und Peter, die ihm bei der Zeiteinteilung und Anreise helfen. Obwohl jeder Teilnehmer eine Medaille erhält, weiß Vater Peter Stein, dass man auch mal mit Niederlagen rechnen muss. „Gewinnen macht immer mehr Spaß als verlieren.“ Trotzdem hat sein Sohn große Ziele. Er möchte noch häufiger bei Wettkämpfen starten und dabei seine Medaillenschatulle füllen.

Die nationalen Spiele finden 2018 in Kiel statt

Special Olympics Deutschland (SOD) ist die deutsche Organisation der weltweit größten, vom Internationalen Olympischen Komitee offiziell anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. 1968 durch Eunice Kennedy-Shriver, einer Schwester von US-Präsident John F. Kennedy ins Leben gerufen, ist Special Olympics heute mit nahezu fünf Millionen Athleten in 170 Ländern vertreten. Die nächsten nationalen Spiele sind für den 14. bis 18. Mai 2018 in Kiel terminiert.