Hamburg

Altona testet Huddersfield

Sonntag, 17 Uhr: Regionalliga-Nord- gegen Premier-League-Aufsteiger

Hamburg.  Die wichtigste Nachricht zuerst: Es gibt noch Karten. Am Sonntag trifft Regionalligist Altona 93 im Freundschaftsspiel auf Premiere- League-Club Huddersfield Town (17 Uhr, Adolf-Jäger-Kampfbahn, Grieg­straße). Anders als am 1. August gegen West Ham United (3:3) werden die Tageskassen geöffnet sein.

Das Spektakel gegen den Club aus dem Londoner East End war mit 5000 Fans innerhalb von drei Tagen ausverkauft. Die "Hammers" nutzten die Partie als Abschluss ihrer Deutschlandreise, Huddersfield nicht. "Unsere englischen Gäste werden diesmal am Spieltag an- und abreisen", sagt Altonas Sprecher Andy Sude. Erneut vermittelte die Hamburger Agentur onside sports Altona 93 den erstklassigen Gegner.

Aufsteiger Huddersfield, trainiert vom deutschen Ex-Profi David Wagner (45), startete mit sieben Punkten und 4:0 Toren aus drei Spielen stark ins Abenteuer Premiere League. 240 Millionen an Prämienzahlungen, hauptsächlich Fernsehgelder, erhielt der mit zehn früher im deutschen Profifußball aktiven Spielern verstärkte Club für den Husarenstreich des Aufstiegs. Eine Summe, mit der Altona 93 nach aktuellem Stand 500 Spielzeiten lang seinen Etat decken könnte. Und ein Batzen Geld, der in der Transferperiode für Unmut in der Zweiten Bundesliga sorgte. Rechtsverteidiger Florent Hadergjonaj (zuvor FC Ingolstadt) und Mittelfeldtalent Abdelhamid Sabiri (FC Nürnberg) forcierten trotz gültiger Verträge ihre Wechsel nach Huddersfield. Wie der ungleich prominentere frühere Dortmunder Ousmane Dembélé (jetzt FC Barcelona) waren sie erfolgreich – und kicken nun im Team mit dem Spitznamen "The Terriers".

So schillernd der Club aus der Grafschaft Yorkshire zurzeit daherkommt, die Profis von der Insel sollten Altona 93 nicht auf die leichte Schulter nehmen. Beim 3:3 gegen West Ham bewies die Mannschaft, wozu sie fähig ist. Der Start in die Regionalliga Nord darf für den Aufsteiger nach sechs Punkten aus fünf Spielen als gelungen bezeichnet werden. Obwohl die Einschätzung von Trainer Berkan Algan (40), drei bis vier Spieler seines Kaders wären "bundesligatauglich", eher in die Kategorie Wunschdenken gehört.

Realistischer ist Algans Voraussage bezüglich des Duells gegen Huddersfield: "Es ist ein Privileg für meine Jungs, gegen einen solchen hochkarätigen Gegner spielen zu dürfen. Das bringt einfach Spaß. Ich sehe das als nächste Entwicklungsstufe."

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