Supercup

Team soll NBA-Star Dennis Schröder den Druck nehmen

Wurftraining in Wilhelmsburg: NBA-Profi
Dennis Schröder (23)

Wurftraining in Wilhelmsburg: NBA-Profi Dennis Schröder (23)

Foto: dpa

Am Wochenende spielt die Basketball-Nationalmannschaft beim Supercup in Hamburg. NBA-Star Dennis Schröder soll das Team anführen.

Hamburg.  Megavertrag in den USA, soziales Engagement in Afrika, ehrgeizige Ziele mit der deutschen Nationalmannschaft: Basketball-Star Dennis Schröder will das Maximum. Der Spielmacher mit dem goldenen Fleck im Haar kann mit 23 Jahren bereits auf erstaunliche Karriereschritte zurückblicken. Doch Schröder will mehr. Nächstes Ziel des 70-Millionen-Dollar-Mannes der Atlanta Hawks: Mit Kumpel und NBA-Neuling Daniel Theis (25; Boston Celtics) der Europameisterschaft vom 31. August bis 17. September den Stempel aufdrücken. „Jeder ist bereit, und wir wollen ein Topteam sein. So müssen wir auch an die Sache herangehen und dürfen vor keinem Team Angst haben“, sagte Schröder nach seiner Ankunft in Hamburg.

Zwei Wochen vor dem EM-Auftakt in Tel Aviv (Israel) gegen die Ukraine schwört sich die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) in der Heimspielstätte der Hamburg Towers, der Wilhelmsburger edel-optics.ce-Arena, auf das Event ein. Beim Supercup mit Duellen gegen Russland (heute, 18.30 Uhr), Polen (Sonnabend, 17.30) und Serbien (Sonntag, 15 Uhr/alle Sport1/Termine rechts) stehen Coach Chris Fleming nach dem verspäteten Einstieg der Nordamerika-Profis erstmals alle Spieler zur Verfügung.

Schröder will zur EM

Seit Monatsanfang steckt die Nationalmannschaft bereits in der Vorbereitung, nun ist sie mit den Nachzüglern Schröder und Theis komplett. Schröder ist seit drei Jahren Nationalspieler, doch immer noch wird er begutachtet wie ein Neuling. Wenn er Ball um Ball auf den Korb wirft, werfen die übrigen Nationalspieler neugierige Blicke zu ihm hinüber. Der drahtige Kerl auf der anderen Seite des Spielfelds mag wie sie das Trainingsoutfit der Nationalmannschaft tragen, ein weißes T-Shirt und eine schwarze Hose, und doch ist er anders.

Der gebürtige Braunschweiger ist ein etablierter Spieler in der nordamerikanischen Profiliga NBA. Ein echter Star. In der kommenden Saison greift sein neuer Vierjahresvertrag. Statt wie bisher mit 2,7 Millionen US-Dollar entlohnt ihn sein Club künftig mit mehr als 15,5 Millionen pro Saison. Vertrauen, das er in der vergangenen Saison mit einem Punkteschnitt von 17,9 und 24,7 in den Play-offs zurückgezahlt hat. Es ist auch ein Haufen Geld, mit dem man sich einen schönen Sommer auf einer Karibikinsel machen könnte. Doch Schröder will zur EM. „Es ist ein gutes Gefühl, hier bei der Mannschaft zu sein. Es ist eine Ehre für jeden Spieler, den Adler auf der Brust zu tragen und Deutschland zu repräsentieren.“

Trainer muss sie zu einer Einheit formen

Der Trainer muss sie nun zu einer Einheit formen. „Für uns ist in erster Linie wichtig, dass wir uns kennenlernen und zusammenspielen“, sagt Fleming, der einige personelle Rückschläge zu verkraften hat. Mit Paul Zipser (Chicago Bulls) und Maximilian Kleber (künftig Dallas Mavericks) fehlen zwei Leistungsträger, hinzu kamen verletzungsbedingte Absagen. Beim Supercup sollen die angeschlagenen Karsten Tadda und Johannes Voigt­mann zudem geschont werden. Der gebürtige Hamburger Ismet Akpinar (22; Ulm) wurde deshalb nachnominiert.

Inklusive der EM-Generalprobe gegen Frankreich in Berlin (27. August) bleiben Schröder und Co. nur vier Spiele, drei davon in Hamburg, um sich einzuspielen. „Damit müssen wir leben“, sagt Fleming: „Jetzt haben wir zwei Wochen, in denen wir intensiv arbeiten müssen und können.“ Bei der EM sei es von Bedeutung, einen guten Start hinzulegen: „Wenn man durch die Vorrunde kommt, ist alles offen.“

„Dennis den Druck nehmen“

Optimistisch ist auch Schröder, der zuletzt das „NBA Africa Game“ spielte und sich auch künftig in Gambia, dem Heimatland seiner Mutter, mit dem Bau einer Basketballhalle engagieren will. „Wir haben auf jeden Fall eine Chance, viel zu erreichen“, sagt er. Nach dem Nationalmannschaftsabschied von Dirk Nowitzki (39) trägt er noch mehr Verantwortung – auf und abseits des Platzes. Doch für den Einzug in die K.-o.-Phase, die Deutschland in Istanbul spielen würde, braucht es ein starkes Kollektiv.

„Wir müssen als Team versuchen, Dennis den Druck zu nehmen“, sagt Theis, der einst in Braunschweig ein kongeniales Duo mit Schröder bildete. Nun wollen die beiden auch mit dem Adler auf der Brust für Furore sorgen. Und weit kommen. In Hamburg wollen sie schon mal zeigen, was sie können.