Handball

Sponsor zahlt nicht – HSV Norderstedt gibt auf

Der frühere THW-Kiel-Star Johan Petersson (44) übernahm gerade erst die Trainerposition beim HSV Norderstedt

Der frühere THW-Kiel-Star Johan Petersson (44) übernahm gerade erst die Trainerposition beim HSV Norderstedt

Foto: Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Presse

Der Drittligist meldete seine Mannschaft vom Spielbetrieb ab. Damit entfallen auch zwei stimmungsvollste Hamburger Derbys.

Hamburg/Norderstedt.  Betrübliche Nachricht für die Handballfans in und um Hamburg: Zwei Tage vor dem ersten Pflichtspiel im DHB-Pokal hat der HSV Norderstedt seine Männermannschaft vom Spielbetrieb der Dritten Liga Nord abgemeldet. Grund sei, dass der Hauptsponsor den zugesagten Betrag nicht überwiesen habe, heißt es in einer Mitteilung, die dem Abendblatt vorab vorlag. Der geschäftsführende Vorstand und der Wirtschaftsrat hätten sich nach rechtlicher Beratung „schweren Herzens“ zu diesem Schritt entschlossen, „um weiteren Schaden abzuwenden“.

Der säumige Geldgeber sollte allein ein Drittel des Etats von 450.000 Euro abdecken. Doch anstatt die fällige Summe von 150.000 Euro vereinbarungsgemäß zum 1. Juli zu zahlen, sei das Geld „trotz mehrfacher Zusage“ noch immer nicht eingegangen. „Der Dialog lässt heute leider nur den einen Rückschluss zu, dass die Einforderung der Geldsumme kurzfristig nicht realisierbar ist. Dieses führt jetzt dazu, dass wir unseren Zahlungsverpflichtungen in der Zukunft nicht nachkommen können“, heißt es in der Mitteilung, die vom geschäftsführenden Vorstand mit den früheren HSV-Handball-Managern Olaf Knüppel und Holger Liekefett sowie Joachim Jakstat unterschrieben ist.

Hamburg-Umzug wurde verworfen

Es sei das klare Bestreben, negative Auswirkungen für den gerade erst verpflichteten Trainer Johan Petersson und die Spieler so gering wie möglich zu halten und alternative Lösungen zu suchen. Der Club, 2015 von enttäuschten HSV-Handball-Funktionären gegründet, hatte die Mannschaft gerade erst vollständig vom einstigen Zweitligisten SV Henstedt-Ulzburg übernommen. Sie war in der Vorsaison noch unter dem Namen HSG Nord HU als Spielgemeinschaft angetreten und hatte in der Aufstiegsrunde nur knapp die Rückkehr in die Zweite Bundesliga verpasst.

Ursprünglich sollte die Mannschaft in dieser Saison als Hamburg Metropolitans in die Hansestadt umziehen, von diesen Plänen war man jedoch bereits vorläufig abgerückt. Infolge des Rückzugs verbleiben nun noch zwei Hamburger Mannschaften in der Dritten Liga Nord: der HSV Hamburg als Topfavorit auf den Aufstieg sowie Aufsteiger HG Hamburg-Barmbek. In der Vorsaison gehörten die Derbys zwischen den beiden HSVs zu den stimmungsvollsten Duellen der Liga.