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Gesa Krause: Mit Sturzpech die Herzen der Fans erobert

Vorbeigegangen. Geher Christopher Linke hat bei der Leichtathletik-WM in London die erhoffte Medaille über 20 Kilometer verpasst. Der Potsdamer kam am Sonntag nach 1:19:21 Stunden wie bei den Olympischen Spielen 2016 auf den fünften Platz. „Ich habe alles riskiert. Es war ein hartes Stück Arbeit, ich habe wieder gezeigt, dass ich dazugehöre zu den Weltbesten“, sagte der 28-Jährige nach dem Wettbewerb auf dem Zwei-Kilometer-Rundkurs am Buckingham Palace. Weltmeister wurde der Kolumbianer Eider Arévalo in 1:18:54 vor dem unter neutraler Flagge startenden Russen Sergej Shirobokow (1:18:55) und dem Brasilianer Caio Bonfim (1:19:04). Linkes Clubkollegen Nils Brembach und Hagen Pohle belegten die Plätze 15 und 17. Bei den neu eingeführten 50 km Gehen der Frauen gewann Ines Henriques in der Weltrekordzeit von 4:05:56 Stunden. Allerdings hatte die Portugiesin nur sechs Konkurrentinnen, von denen eine disqualifiziert wurde und zwei nicht ins Ziel kamen. Dennoch strich Henriques 135.000 Euro Prämie ein.

Holzmedaille. Als Gina Lückenkemper über den vierten Rang mit der 4x100-Meter-Sprintstaffel sprach, wirkte sie fröhlich wie immer. Dabei wäre mehr drin gewesen für das Quartett mit Tatjana Pinto, Lisa Mayer, Lückenkemper und Rebekka Haase, denn der erste Wechsel von Pinto auf Mayer war alles andere als optimal. „Wieder die Holzmedaille. Das ist schade, wir wollten mehr“, sagte die Dortmunderin Lückenkemper und strahlte dann schon wieder: „Die anderen waren besser. Und ich denke nicht, dass wir mit einem vierten Platz verloren haben. Wir haben Erfahrung gewonnen.“

Sturzpech. Die erhoffte Medaille hatte sie nicht erobert, dafür aber die Herzen vieler deutscher Sportfans. Gesa Felicitas Krause war über 3000 Meter Hindernis nach 700 Metern über die vor ihr gestrauchelte Kenianerin Beatrice Chepkoech gestürzt, sich dann aber trotz schmerzenden Knies und Brummschädels noch auf Rang neun vorgekämpft. „Es ist hart, wenn man so viel opfert und dann nicht zeigen kann, was in einem steckt“, sagte die 25-Jährige, „aber die Reaktionen, die ich bekommen habe, waren unglaublich positiv. Das macht mir Mut, daran zu glauben, dass noch einige Chancen kommen.“