Tennis

Kerbers Nachfolgerin als Nummer eins der Welt steht fest

Lesedauer: 3 Minuten
Karolina Pliskova bei ihrem Erstrundenmatch gegen Jewgenija Rodina

Karolina Pliskova bei ihrem Erstrundenmatch gegen Jewgenija Rodina

Foto: Jin Yu / imago/Xinhua

Dabei ist sie bereits in der zweiten Wimbledon-Runde ausgeschieden. Die Briten träumen derweil von einem Heimsieg.

London.  Nach einer weiteren Lehrstunde in Sachen Rasentennis ist Venus Williams nur noch zwei Siege von ihrem sechsten Titel in Wimbledon entfernt. Die mit 37 Jahren älteste Teilnehmerin im Turnier zeigte der 17 Jahre jüngeren French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko aus Lettland beim 6:3, 7:5 die Grenzen auf. Am Donnerstag trifft die US-Amerikanerin Williams auf Lokalmatadorin Johanna Konta.

Die britische Hoffnungsträgerin bezwang Simona Halep mit 6:7 (2:7), 7:6 (7:5), 6:4 und verhinderte damit den Sprung der Rumänin auf Platz eins der Weltrangliste. Am Montag löst nun Karolina Pliskova (Tschechien) trotz ihres Zweitrunden-Aus im All England Club Angelique Kerber (Kiel) auf dem Tennis-Thron ab. Halep bleibt Zweite, Kerber fällt auf Platz drei zurück.

Konta lässt die Fans im Londoner Südwesten weiter vom ersten Heimsieg im Dameneinzel nach 40 Jahren träumen. Damals hatte Virginia Wade die Venus-Rosewater-Schale aus den Händen von Queen Elizabeth erhalten. Im zweiten Halbfinale am Donnerstag spielt Kerber-Bezwingerin Garbiñe Muguruza (Spanien) gegen Magdalena Rybarikova (Slowakei) oder Coco Vandeweghe (USA) um ihr zweites Wimbledonfinale nach 2015, das sie gegen Serena Williams verloren hatte. Die Titelverteidigerin aus den USA fehlt in diesem Jahr, weil sie ihr erstes Kind erwartet.

Williams siegt im 100. Wimbledon-Match

Ihre Nachfolge könnte ihre Schwester Venus antreten. In ihrem 100. Wimbledon-Match stellte Williams unter Beweis, wie sehr sie über all die Jahre das Spiel auf Rasen verinnerlicht hat. „Ich liebe die Herausforderung und den Druck, daher stecke ich noch immer so viel Mühe und Zeit ins Training“, sagte Williams, nachdem sie Ostapenko, die bei ihrem Wimbledon-Debüt gerade geboren war, nicht hatte zur Entfaltung kommen lassen.

Dabei galt die frühere Juniorensiegerin nach ihrem sensationellen Titelgewinn in Paris auch als Anwärterin auf den Erfolg im Londoner Südwesten. Die Waffen, um auf Rasen gefährlich zu sein, besitzt Ostapenko: einen krachenden Aufschlag, einen mutigen Return und harte, flache Schläge von der Grundlinie. Doch Williams entschärfte erneut den Ansturm der Jugend. „Sie hat ein großartiges Match gespielt“, lobte Williams, „sie hat kaum Fehler gemacht. Daher bin ich froh, als Siegerin den Platz verlassen zu haben.“

Polizei entlastet Williams

Vor der kleinen Tennis-Ewigkeit von neun Jahren hatte sie zum bislang letzten Mal in Wimbledon triumphiert, damals im Finale gegen ihre jüngere Schwester Serena. Nachdem sie an der Autoimmunkrankheit Sjögren-Syndrom erkrankt war, traute ihr kaum noch jemand einen weiteren Grand-Slam-Titel zu, bis sie im vergangenen Jahr das Halbfinale in Wimbledon und zu Beginn dieser Saison das Endspiel bei den Australian Open erreichte.

Die Hoffnungen auf das nächste Kapitel in der ruhmreichen Tennis-Geschichte der Familie Williams erhielten jedoch vor dem Turnierstart einen Dämpfer, als bekannt wurde, dass Venus Williams in einen Autounfall verwickelt war, bei dem ein Mann sein Leben verlor. Auf der Pressekonferenz nach ihrem Erstrundensieg überwältigten sie ihre Gefühle, sie sei am Boden zerstört, schrieb Williams in einer Stellungnahme bei Facebook. Vier Tage vor dem Match gegen Ostapenko teilte die Polizei in Florida mit, dass Williams, anders als zunächst vermutet, keine Schuld an dem Unfall treffe.

( SID )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport