Fußball-Ticker

Confed-Cup-Sieger Rüdiger wechselt zum englischen Meister

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Chelsea verpflichtet Antonio Rüdiger

Der Wechsel von Confed-Cup-Sieger Antonio Rüdiger von AS Rom zum englischen Meister FC Chelsea ist offenbar perfekt. Mehrere Medien berichteten am Mittwoch übereinstimmend, dass der 17-malige deutsche Nationalspieler bei den Londonern einen Fünfjahresvertrag unterschrieben hat. Die Ablöse für den Innenverteidiger, der 2015 vom VfB Stuttgart für neun Millionen Euro nach Rom gewechselt war, soll sich auf 38 Millionen Euro belaufen und kann per Nachzahlungen auf 40 Millionen steigen.

Der 24-Jährige, der bei der Roma noch bis 2020 unter Vertrag stand, ist der zweitteuerste Abgang in der Clubgeschichte der Italiener hinter Mohamed Salah. Der ägyptische Nationalstürmer war im vergangenen Monat für 42 Millionen Euro zum FC Liverpool mit seinem deutschen Teammanager Jürgen Klopp transferiert worden.

Modric in Kroatien verhört

Luka Modric, Mittelfeldpartner des deutschen Weltmeisters Toni Kroos bei Champions-League-Sieger Real Madrid, ist in seiner kroatischen Heimat wegen vermeintlicher Falschaussage im Prozess gegen den Fußballpaten Zdravko Mamic vernommen worden. "Ich habe zu jeder Zeit die Wahrheit gesagt", sagte Modric in Osijek der staatlichen Nachrichtenagentur HINA. Der Kapitän der kroatischen Nationalmannschaft führte aus: "Ich habe ein reines Gewissen. Ich bin sicher, dass meine Unschuld bald erwiesen sein wird."

Im Korruptionsprozess gegen Mamic war Modric zuletzt selbst in den Fokus der Staatsanwaltschaft geraten. Der 31-Jährige wird verdächtigt, bewusst Falschaussagen im Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen Mogul von Dinamo Zagreb getätigt zu haben. Modric hatte mehrfach ausgesagt, dabei jedoch teilweise völlig unterschiedliche Inhalte von sich gegeben und Erinnerungslücken auch bei einfachen Fragen offenbart.

Zdravko Mamic wird vorgeworfen, den kroatischen Serienmeister Dinamo gemeinsam mit Bruder Zoran um mehr als 15 Millionen Euro betrogen zu haben. Auch beim kroatischen Staat sollen die Brüder rund 1,5 Millionen Euro Schulden haben. Mit einer belastenden Aussage von Modric hätte der kroatische Staat Mamic womöglich verurteilen können.

Hauptsächlich geht es um einen Vertrag, den Modric im Jahr 2004 als Spieler von Zagreb unterschrieben haben soll. Darin wurden etwaige Modalitäten geregelt, die den Verein an zukünftigen Transfers von Modric mitverdienen lassen. 2015 hatte Modric noch behauptet, den Vertrag erst unterzeichnet zu haben, nachdem er 2008 bereits bei Tottenham Hotspur unterschrieben hatte.

Dortmund holt Barcelonas Ex-Nachwuchschef

Borussia Dortmund hat für seinen Trainerstab offenbar einen früheren Jugendleiter des spanischen Renommierclubs FC Barcelona verpflichtet. Nach Informationen dieser Zeitung wird Albert Capellas beim BVB einer der Assistenten des neuen Chefcoachs Peter Bosz (53).

Capellas (49) arbeitete lange im Nachwuchsbereich der Katalanen, davon sechs Jahre als Leiter der berühmten Talentschmiede La Masia, aus der Weltstars wie Lionel Messi und Andrés Iniesta hervorgingen. Später war Capellas als Co-Trainer beim niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim tätig, wo sich erstmals die Wege mit Bosz kreuzten, der dort anderthalb Jahre lang Trainer war.

Real verleiht Coentrão

Champions-League-Sieger Real Madrid hat den portugiesischen Nationalspieler Fábio Coentrão (29) für die kommende Saison in dessen Heimat zu Sporting Lissabon ausgeliehen. Das teilte der spanische Rekordmeister am Mittwoch mit.

Coentrão war 2011 für 30 Millionen Euro von Benfica Lissabon zu Real gewechselt. Auch aufgrund zahlreicher Verletzungen spielte der linke Außenverteidiger bei den Königlichen zuletzt keine Rolle mehr. Sein Vertrag in Madrid läuft noch bis 2019.

Hohn und Spott für die Glasgow Rangers

Nach ihrer Riesenblamage haben die Spieler der Glasgow Rangers den Zorn ihrer Fans zu spüren bekommen. Hunderte aufgebrachter Anhänger belagerten am Dienstagabend den Mannschaftsbus des schottischen Rekordmeisters im Anschluss an die sensationelle 0:2-Niederlage beim luxemburgischen Dorfclub Progrès Niederkorn, der das Aus in der ersten Qualifikationsrunde zur Europa League besiegelte. Das Hinspiel in Glasgow hatten die Rangers mit 1:0 gewonnen.

"Eine schwarze Nacht für Schottland", schrieb die "Scottish Sun", und Ex-Profi Tam McManus twitterte: "Rangers, ich befürchte, das wird als das peinlichste Europa-Ergebnis in die Geschichte des schottischen Fußballs eingehen. Unfassbar." Der frühere deutsche England-Legionär Dietmar Hamann konnte sich einen spöttischen Kommentar nicht verkneifen und witzelte in Anspielung an das bei den Rangers kürzlich ausgesprochene Trageverbot von grünen Fußballschuhen, weil das die Clubfarbe von Erzrivale Celtic sei: "Hat der neue Boss nur grüne Schuhe verboten oder alle Schuhe?"

Rangers-Trainer Pedro Caixinha übernahm zwar die "volle Verantwortung" für das Debakel gegen die Amateurmannschaft, schloss aber einen Rücktritt aus. Glasgows früher K. o. erinnert an das Scheitern von RB Salzburg in der Champions-League-Qualifikation vor fünf Jahren gegen F91 Düdelingen aus Luxemburg. Der Marktwert aller Niederkorner Spieler beträgt gerade mal 1,73 Millionen Euro, so viel Geld hat bei den Rangers allein der portugiesische Innenverteidiger Fábio Cardoso in diesem Sommer gekostet.

Baumjohann wechselt nach Brasilien

Alexander Baumjohann wechselt zum brasilianischen Erstligisten Coritiba FC. Das vermeldete der Club am Dienstag. Der Mittelfeldspieler hatte vor zwei Wochen seinen Abschied vom Bundesligisten Hertha BSC bekannt gegeben. Der 30-Jährige war 2013 vom 1. FC Kaiserslautern zu den Berlinern gewechselt, kam wegen zweier Kreuzbandrisse aber nicht mehr zum Zug.

Zuvor hatte Baumjohann für Schalke 04, den FC Bayern München und Borussia Mönchengladbach gespielt und in 97 Erstligaeinsätzen vier Tore erzielt. Laut Coritibas Vereinshomepage spricht Baumjohann fließend Portugiesisch. Seine Frau ist Brasilianerin.

Messi bleibt bei Barça

Der argentinische Superstar Lionel Messi wird seinen Vertrag beim FC Barcelona vorzeitig um drei weitere Spielzeiten bis zum 30. Juni 2021 verlängern. Man habe mit dem Profi ein entsprechendes Abkommen erzielt, teilte der spanische Erstligist am Mittwoch mit. Die Unterzeichnung des neuen Kontrakts werde „in den nächsten Wochen“ erfolgen, hieß es.

Messi (30) spielt seit seinem 13. Lebensjahr für Barcelona. Seitdem erzielte er in 583 Spielen unglaubliche 507 Tore und verhalf dem Club zu etlichen Titeln. Von den katalanischen Anhängern wird Messi trotz seiner Steuervergehen verehrt wie kein Zweiter. Er selbst befindet sich derzeit in den Flitterwochen, nachdem er am Wochenende seiner Jugendliebe Antonella das Jawort gegeben hat.

Schalke erwartet Harit

Der französische U-19-Europameister Amine Harit steht nach französischen Medienberichten kurz vor einem Wechsel zum FC Schalke 04. Der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler verließ am Dienstag das Trainingslager seines Clubs FC Nantes in Annecy und soll auf dem Weg nach Gelsenkirchen sein.

Beide Vereine sollen sich auf eine Ablösesumme von zehn Millionen Euro geeinigt haben, schrieb die französische Zeitung "20 Minutes". Harit soll einen Vierjahresvertrag bei dem Bundesligaclub erhalten. Nantes-Präsident Waldemar Kita bestätigte, der U-20-Nationalspieler habe sich von allen verabschiedet. Eine Einigung über den Transfer sei aber "noch nicht zu 100 Prozent" erfolgt, sagte Kita der Sporttageszeitung "L'Équipe".

Die Verhandlungen über den Dribbelkünstler mit marokkanischen Wurzeln, der 2016 mit Frankreich den U-19-EM-Titel gewann, waren zwischenzeitlich ins Stocken geraten. Harit trat sogar in den Streik, um seinen Wechsel zu forcieren. Kita war die zunächst von Schalke gebotene Ablöse zu niedrig.

Lehmann kehrt zum FC Arsenal zurück

Der ehemalige Nationaltorwart Jens Lehmann hat die Rückkehr zum englischen Pokalsieger FC Arsenal bestätigt. „Ja, es stimmt, ich gehe zum FC Arsenal“, sagte der 47-Jährige der Tageszeitung „Die Welt“. Lehmann soll unter Teammanager Arsène Wenger allgemeine Aufgaben im Trainerstab der ersten Mannschaft um die deutschen Weltmeister Mesut Özil, Shkodran Mustafi und Per Mertesacker übernehmen.

Bei Arsenal genießt Lehmann immer noch hohes Ansehen: Von 2003 bis 2008 spielte der frühere Schalker und Dortmunder bei den Londonern und holte in der Saison 2003/04 die bislang letzte Meisterschaft Arsenals nach einer Saison ohne Niederlage.

Vor seinem Karriereende 2011 kehrte Lehmann für wenige Monate als Ersatztorwart zum 13-maligen Meister zurück. Zurzeit ist der einstige Keeper für den Kölner TV-Sender RTL als Experte tätig.

Zorc erwartet Aubameyang bei Trainingsauftakt

Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc geht von einer Teilnahme Pierre-Emerick Aubameyangs am Trainingsauftakt des BVB aus. „Wir erwarten Auba am Freitag zum Trainingsstart in Dortmund“, wird Zorc in der „Bild“-Zeitung zitiert.

Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen um einen Wechsel des Bundesliga-Torschützenkönigs zum chinesischen Club Tianjin Quanjian gegeben. Wie die „Bild“ berichtet, liegt dem BVB derzeit jedoch kein Angebot vor. Ein Wechsel nach China wäre nur noch bis zum 14. Juli möglich. Dann schließt dort das Transferfenster.

Lacazette vor Wechsel zu Arsenal

Stürmerstar Alexandre Lacazette von Olympique Lyon steht unmittelbar vor einem Wechsel zu Arsenal London. Der 26-jährige französische Nationalspieler, einer der begehrtesten Goalgetter Europas, absolvierte übereinstimmenden Medienberichten zufolge am Dienstag den Medizincheck beim Premier-League-Club. Als Ablöse werden demnach – inklusive Bonuszahlungen – bis zu 52 Millionen Pfund fällig (umgerechnet knapp 60 Millionen Euro). Eine Bestätigung der Vereine steht noch aus.

Interesse an Lacazette war auch Borussia Dortmund nachgesagt worden, sollte der Bundesligist im Sommer den Abgang von Torschützenkönig Pierre-Emerick Aubameyang kompensieren müssen.

Unglücksteam entlässt Trainer

Der von einer Flugzeugabsturz-Tragödie erschütterte brasilianische Erstliga-Club Chapecoense hat seinen Trainer Vagner Mancini wegen Erfolglosigkeit entlassen. Das teilte der Fußballclub aus der südbrasilianischen Stadt Chapecó mit. Zuletzt hatte das komplett neu formierte Team fünf Spiele in Folge nicht gewonnen und war dadurch in Abstiegsgefahr geraten. Nach elf Spielen belegt „Chape“ nur Platz 15.

Mancini hatte Ende 2016 nach dem Absturz des Flugzeugs auf dem Weg zum Finalhinspiel um den Südamerika-Cup den Neuaufbau übernommen. Bei dem Unglück, das durch Treibstoffmangel vor der Landung im kolumbianischen Medellín verursacht wurde, waren 71 Menschen gestorben, unter ihnen 19 Spieler und Trainer Caio Júnior.

Frauen siegen trotz Schult-Blackout

Die deutschen Frauen haben trotz eines Aussetzers von Torhüterin Almuth Schult eine erfolgreiche Generalprobe für die Mission EM-Titelverteidigung gefeiert. 13 Tage vor Turnierbeginn schöpften die Olympiasiegerinnen mit einem 3:1 (1:0) im Test gegen Brasilien Selbstvertrauen – für den neunten EM-Triumph muss Bundestrainerin Steffi Jones mit ihren Schützlingen allerdings noch an der Chancenverwertung arbeiten.

Vor 5469 Zuschauern in Sandhausen sorgten die Neulinge Linda Dallmann (30.) und Hasret Kayikci (65.) sowie die eingewechselte Leonie Maier (78.) für den verdienten Sieg des Rekord-Europameisters, der aber noch höher hätte ausfallen müssen. Allein im ersten Durchgang ließ der zweimalige Weltmeister ein halbes Dutzend gute Chancen aus. Zudem nutzte Ludmila (49.) eine völlig missglückte Dribbeleinlage von Schult zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

Südostasien bereitet WM-Bewerbung vor

Mit Indonesien an der Spitze will sich eine Gruppe südostasiatischer Länder um die Austragung der Fußball-WM 2034 bewerben. Dies gab der indonesische Verband PSSI am Mittwoch bekannt. Laut PSSI-Vizepräsident Joko Driyono kommen insgesamt nur zwei oder drei Nationen als Ausrichter infrage.

Driyono findet das Vorhaben „ambitioniert“, aber es seien schließlich noch 17 Jahre Zeit. Die Bewerbung muss bis 2026 abgegeben werden. „Es wird Zeit, dass Südostasien Gastgeber der Weltmeisterschaft wird. Das fortlaufende Wachstum in Asien, besonders in Südostasien, macht uns optimistisch“, so Driyono.

Freiburg verpflichtet Real-Nachwuchsspieler

Der Transfer des 20-jährigen Österreichers Philipp Lienhart zum SC Freiburg ist perfekt. Der Innenverteidiger kommt zunächst für ein Jahr auf Leihbasis von der zweiten Mannschaft des Champions-League-Siegers Real Madrid. Der Bundesligaclub sicherte sich die Option auf eine Weiterverpflichtung.

„Philipp ist ein junger und entwicklungsfähiger Innenverteidiger, dessen fokussierte und klare Spielweise uns bereits in den österreichischen U-Nationalmannschaften aufgefallen ist“, sagte SC-Sportdirektor Klemens Hartenbach.

Lienhart, der einst auch für Rapid Wien II spielte, ist der erste externe Neuzugang der Freiburger für die anstehende Saison. „Ich habe schnell gespürt, dass Freiburg für mich der richtige Ort für die nächsten Schritte sein kann, und freue mich auf die Herausforderungen mit dem Sport-Club in dieser Saison“, sagte er.

Pepe wechselt nach Istanbul

Der portugiesische Europameister Pepe verlässt den Champions-League-Sieger Real Madrid nach zehn Jahren und wechselt zum türkischen Meister Besiktas Istanbul. Das bestätigte Besiktas am Dienstag. Pepe unterschrieb einen Zweijahresvertrag. Bei Real war der Vertrag des 34 Jahre alten Innenverteidigers nicht mehr verlängert worden.

Pepe hatte in der vergangenen Saison unter Trainer Zinedine Zidane keine große Rolle mehr gespielt und war lediglich auf 18 Saison-Einsätze gekommen. Beim Confed Cup wurde Pepe mit Portugal Dritter und zeigte in Russland überzeugende Auftritte.

Geisterspiel für chinesischen Club

Nach einem tätlichen Angriff auf vier Schiedsrichter in der zweitklassigen China League One hat der chinesische Fußballverband CFA den Club Baoding Rongda mit einem Geisterspiel unter Ausschluss der Zuschauer bestraft. Im Anschluss an die Partie zwischen Baoding und Wuhan Zall (2:2) war es nach Angaben des Verbandes zu wüsten Szenen gekommen. „Ein Dutzend Menschen drängte sich in die Kabine und verprügelte die vier Offiziellen. Das führte zu Verletzungen am Kopf, am Bauch, an den Beinen und anderen Körperteilen“, teilte die CFA mit. Zuvor sei in der Schiedsrichter-Kabine der Strom „plötzlich abgestellt worden“. Die Polizei sei noch damit beschäftigt, herauszufinden, wer die Täter sind.

Das Skandalspiel in der Zusammenfassung:

Baoding – Wuhan in der Zusammenfassung

Vorausgegangen war eine umstrittene Entscheidung der Unparteiischen in der Schlussphase des Spiels: Baoding hatte mit 2:1 geführt, ehe den Gästen aus Wuhan in der siebenminütigen Nachspielzeit per Elfmeter der Ausgleich gelang.

Das Schiedsrichter-Team musste anschließend von Sicherheitspersonal vom Platz eskortiert werden. Wie die Zeitung „Beijing News“ berichtete, waren die Schiedsrichter von wütenden Fans mit Schuttteilen beworfen worden.

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