Hamburg

Stealers haben mit kleinem Etat Großes vor

Mit internationalen Verstärkungen streben die Hamburger Baseballer die erneute Play-off-Qualifikation an

Hamburg. Ein in Venezuela geborener Italiener, ein US-Amerikaner und ein zuletzt in Australien aktiver Engländer: So gemischt präsentieren sich die Hamburg Stealers für das Teamfoto der aktuellen Baseball-Bundesliga-Saison.

Nach den Auftaktniederlagen am vergangenen Wochenende beim Nordmeister Bonn Capitals (0:10 und 0:2), soll im ersten Doppelspiel im heimischen Ballpark Langenhorst gegen die Cologne Cardinals am Sonnabend um 12 und 15.30 Uhr der erste Schritt auf dem Weg zur erneuten Play-off-Teilnahme gemacht werden. Angeführt von Brehan Murphy (39), dem dienstältesten Stealer, hofft man, in der Saison auch favorisierten Teams ein Bein stellen zu können. Mit den internationalen Neuzugängen Gianny Fracchiolla (26) und Dustin Ward (27) haben die Stealers zwei erfahrene Pitcher in die Hansestadt geholt, während Jordan Edmonds (21) im Outfield eingesetzt wird. Die Verständigung untereinander erfolgt auf Englisch, die Stimmung ist entspannt. Schließlich besteht das Team nur aus Hobbysportlern, auch wenn sie in der ersten Bundesliga spielen.

Von den großen Gehältern der US-Liga MLB kann man hier nur träumen, allenfalls gibt es eine Aufwandsentschädigung für die langen Reisen quer durch Deutschland. Was fehlt, sind große Sponsoren und eine TV-Präsenz. „Im Fernsehen werden nicht einmal Zusammenfassungen gezeigt. Trotzdem testen wir neue Wege, mehr Leute zum Baseball zu locken, zum Beispiel denken wir über einen Internet-Stream für unsere Heimspiele nach“, sagt der erste Vorsitzende Sven Huhnholz. Stealers-Trainer Jens Hawlitzky ist dennoch optimistisch, dass Baseball hierzulande mehr Aufmerksamkeit erlangen wird. „Wir wollen unsere Spiele zu Events machen mit guter Stimmung, Essen und Getränken. Zudem spielen wir im Sommer, wenn bei vielen Sportarten Pause ist.

Der ganz große sportliche Erfolg ist bei den „Dieben“ seit dem deutschen Meistertitel 2000 allerdings ausgeblieben, zuletzt scheiterten die Hamburger fünf Jahre in Folge im Viertelfinale der K.-o.-Runde. „Wir können mit vielen Teams finanziell nicht mithalten, trotzdem sind wir sportlich in Reichweite der Topvereine“, sagt Huhnholz.