Crailsheim

Towers dürfen trotz des 81:82 in Crailsheim wieder rechnen

Hamburger Basketballer können immer noch die Play-offs schaffen

Crailsheim. Seit Sonntagabend dürfen die Hamburg Towers weiter auf eine Teilnahme an der Play-off-Runde der Zweiten Basketballbundesliga Pro A hoffen – trotz der 81:82 (43:41)-Niederlage am Vorabend bei Bundesliga-Absteiger Crailsheim Merlins. Weil Hanau in Heidelberg verlor, können die Hamburger (11.) mit einem Sieg im letzten Punktspiel gegen Ehingen noch den achten Tabellenplatz erreichen. Dazu hat Folgendes zu geschehen: Alle drei vor den Towers platzierten Teams müssen ihre Begegnungen verlieren, Hanau (10.) gegen Crailsheim, Paderborn (9.) gegen den Mitteldeutschen BC und Köln (8.) in Nürnberg. Nur in diesem Fall würden die Hamburger im Dreiervergleich mit Köln und Paderborn als Sieger hervorgehen. Die Duelle gegen Köln endeten mit 1:1-Siegen, die gegen Paderborn 2:0.

Vergessen wären dann die Vorkommnisse in Crailsheim. Die vierte Saisonniederlage mit einem Punkt Differenz hatte Christopher Lee Dunn in der Schlusssekunde besiegelt. Dass sich der US-Amerikaner zuvor mit einem Schrittfehler regelwidrig dem Korb genähert hatte, blieb den Schiedsrichtern verborgen wie die Tatsache, dass im Spielzug danach, die Uhr für die letzte halbe Sekunde ablief, als noch kein Hamburger den Ball berührt hatte. Den Towers wurde damit die Chance auf einen finalen Wurf genommen. Der Protest stieß beim Schiedsgericht auf Unverständnis.

Sportliche Gründe zum Klagen gab es für die Towers im baden-württembergischen Crailsheim wenige. Beim Tabellenzweiten lieferten sie auch ohne ihren erkrankten Spielmacher Anthony Canty eines ihrer besten Saisonspiele, das Topscorer Roderick Camphor (insgesamt 19 Punkte) acht Sekunden vor dem Ende mit dem Treffer zum 81:80 zu krönen schien. „Ich will gar nicht lamentieren, ich bin stolz, wie wir in diesem schwierigen Auswärtsspiel agiert haben. Wir hatten einen sehr starken Gegner am Rande einer Niederlage. Am Ende haben Kleinigkeiten gegen uns entschieden“, sagte Trainer Hamed Attarbashi.

Die Towers hatten gut ins Spiel gefunden, führten nach dem ersten Viertel 28:19, und auch im dritten Spielabschnitt hatten sie sich nach einem zwischenzeitlichen 11:2-Lauf beim Stand von 54:45 auf neun Punkte abgesetzt. Die Merlins fanden immer wieder den Anschluss, glichen in der 29. Minute auf 59:59 aus und gingen 87 Sekunden vor Schluss mit 80:75 in Führung – ehe die Towers sechs Punkte in Folge erzielten.

„Das war eine großartige kämpferische Leistung unserer Mannschaft, die Jungs haben alles gegeben“, lobte Sportchef Marvin Willoughby sein Team, das am nächsten Sonnabend (19.30 Uhr) die reguläre Saison mit dem Heimspiel gegen Ehingen beendet. Die Inselparkhalle ist mit 3400 Zuschauern bereits ausverkauft. Damit kommen die Towers in dieser Saison auf einen Besucherschnitt, der erstmals über 3000 liegt.

Für die anstehenden Personalplanungen hat die Ligatagung („Wir wollen den Nachwuchs weiter fördern“) in Gießen die Richtung vorgegeben. In der ProA müssen auch künftig mindestens zwei Deutsche ständig auf dem Feld stehen, in der nachgeordneten ProB (mit Towers-Kooperationspartner Rist Wedel) wird es nach dem Protest von Aufsteiger Schwenningen neue Regelungen geben. Die Pflicht, drei Deutsche einzusetzen, dürfte künftig entfallen.