Hamburg

Spielbetrieb für die nächste Saison ist gesichert

Baggern für VT Hamburg: Nina Braack
(l.) und Libera Sandra Schneider

Baggern für VT Hamburg: Nina Braack (l.) und Libera Sandra Schneider

Foto: Witters

Volleyballerinnen des VT Hamburg müssen sich personell neu aufstellen. Zumindest die Finanzen sind geklärt.

Hamburg.  Der Spielbetrieb in der Zweiten Bundesliga ruht für die Volleyballfrauen des VT Hamburg bis zum 8. April. Umso geschäftiger geht es im Umfeld des Clubs zu. VTH-Präsident Volker Stuhrmann kann nun die frohe Botschaft verkünden, an deren Zustandekommen er mit seinem Funktionsteam seit Wochen gearbeitet hat. „Der Spielbetrieb für die Saison 2017/2018 ist jetzt gesichert“, sagt der 68-Jährige.

Angesichts des schwierigen finanziellen Umfelds nach dem Rückzug des langjährigen Hauptsponsors und Namensgebers Aurubis zum Ende der vergangenen Spielzeit, der den Abstieg aus der Ersten Liga zur Folge hatte, ist diese Nachricht nicht selbstverständlich. Zumal die sportliche Wiederauferstehung nur mäßig gelungen ist. Als Tabellenachter steht die Mannschaft, in der mit Diagonalangreiferin Karine Muijlwijk (29), Außenangreiferin Saskia Radzuweit (25) und Mittelblockerin Nina Braack (23) drei Leistungsträgerinnen aus dem Bundesligakader verblieben waren, im Niemandsland der Tabelle.

Finanzplanung bereits aufgestellt

„Die Leistungen haben nicht dem entsprochen, was wir uns erhofft hatten“, sagt Stuhrmann, der dafür höhere Gewalt als Erklärung ins Feld führt. So hatten der krankheitsbedingte Ausfall von Cheftrainer Fabio Bartolone und der Abgang von Stammzuspielerin Maria Kirsten (21) nach dem Tod ihres Vaters zu Saisonbeginn die Statik des neu formierten Teams zerstört.

An der Vision, innerhalb von drei Jahren die Rückkehr in die Eliteliga zu schaffen, will der frühere Inhaber eines Personaldienstleisters festhalten. Die Finanzplanung für die Saison 2017/2018 hat Stuhrmann, der zum 205.000-Euro-Etat der aktuellen Spielzeit einen hohen fünfstelligen Betrag beisteuerte, bereits aufgestellt. Dank der Zusage eines Geldgebers, der noch nicht genannt werden darf, habe man eine Summe zur Verfügung, „mit der man in der Zweiten Liga antreten muss“. Allerdings sei der Betrag deutlich niedriger als das diesjährige Budget.

„Wir brauchen dringend Geldgeber“

„Wir brauchen dringend Geldgeber, damit wir nicht im sportlichen Bereich einschneidend sparen müssen“, sagt Stuhrmann, der die Vermarktungsagentur Sponsoo in die Suche eingebunden hat. Wie fest der Gürtel angezogen werden müsse, habe er zuletzt während der Suche nach einem neuen Cheftrainer erlebt. Da Slava Schmidt (34) seinen Posten aus persönlichen Gründen nach Saisonende zur Verfügung stellen und auf den Assistentenstuhl zurückkehren wird, muss ein Nachfolger her. Gespräche mit vier Kandidaten zerschlugen sich, weil man sich deren Dienste nicht leisten konnte.

Stuhrmann ist daran gelegen, endlich Kontinuität in den Kader und das Trainerteam zu kriegen. „Ich möchte nicht in jedem Jahr große Teile des Teams und den Trainer austauschen, sondern ein Gerüst bauen, mit dem wir über Jahre Stück für Stück wachsen können. Deshalb suchen wir einen Trainer und Spielerinnen, die den Willen mitbringen, sich bei und mit uns über die kommenden Jahre zu entwickeln.“

Kontakt mit vier Hamburger Talenten

Acht der zehn Spielerinnen wollen weiter in der CU-Arena in Neugraben aufschlagen. Lediglich Kapitänin Muijlwijk, die den Club aber als sportliche Beraterin begleiten wird, und die zweite Libera Lilian Kemper (18), die es für ein soziales Jahr nach England zieht, haben ihren Rückzug angekündigt.

Weil der Kader auf 14 Spielerinnen anwachsen soll, stehe man in Kontakt mit vier Hamburger Talenten. Das Mitte Februar als Kooperation der Süderelbeclubs VTH, TV Fischbek und HNT geschaffene Leistungszentrum spiele dabei eine wichtige Rolle. „Damit wollen wir einen Unterbau schaffen, der das Fundament für unsere Entwicklung bieten soll“, sagt Stuhrmann, der dennoch drei gestandene Akteurinnen für die Positionen Zuspiel, Libera und Diagonalangriff verpflichten will. Zudem müssten die Trainingsumfänge erhöht werden. „Die Spielerinnen haben selbst darauf bestanden, dass mehr trainiert werden muss“, sagt Stuhrmann.