Europa League

Stindl sichert sich den Spielball mit allen Unterschriften

Ein Bild für die Ewigkeit: Thorgan Hazard (l.) und Matchwinner Lars Stindl beim Selfie vor der Gladbacher Fankurve

Ein Bild für die Ewigkeit: Thorgan Hazard (l.) und Matchwinner Lars Stindl beim Selfie vor der Gladbacher Fankurve

Foto: Imago/Insidefoto

Gladbachs Kapitän macht mit drei Toren beim 4:2 in Florenz das Spiel seines Lebens. Borussia schreibt zudem Vereinsgeschichte.

Florenz. Lars Stindl strahlte über das ganze Gesicht. Der erste Dreierpack seiner Profikarriere hat Borussia Mönchengladbach nach einer fantastischen Aufholjagd die erste Teilnahme am Achtelfinale in der Europe League beschert. Nach der 0:1-Hinspielniederlage gegen den AC Florenz drehten die Gladbacher das Rückspiel am Donnerstag in der Toskana nach einem 0:2-Rückstand und gewannen am Ende verdient mit 4:2. "Das ist für mich ein ganz besondere Moment“, befand Borussias Kapitän nach einer „Notti magiche“ in der Toskana.

Stolz trug Stindl nach der Partie auf dem Weg zum Bus den Spielball unter dem Arm. Alle Mitspieler hatten ihren Namen auf dem Ball verewigt. „Der bekommt bei mir zu Hause einen ganz besonderen Platz“, sagte der Torjäger.

Euro League: Alle Spiele, alle Teams

Die magische Nacht hätte für den Bundesligaelften aber auch ganz anders enden können. Trotz eines guten Starts gerieten die Gladbacher schnell in Rückstand und lagen durch die Treffer von Nikola Kalinic (16.) und Borja Valero (29.) schnell mit 0:2 hinten. „Das war genau das, was man sich nicht wünscht“, meinte Trainer Dieter Hecking.

Stindl trifft endlich wieder vom Punkt

Doch dann gab es noch vor der Pause einen Strafstoß für die Gäste, den Stindl sicher verwandelte. Zuvor hatten die Borussen drei Strafstöße in Serie vergeben. „Das versucht man natürlich auszublenden. Ich wollte ihn einfach nur reinmachen“, sagte Gladbachs Kapitän.

Der 1:2-Anschlusstreffer war der Auftakt zu einem ganz besonderen Auftritt in der zweiten Halbzeit. Mit zwei weiteren Treffern drehte Stindl die Partie innerhalb von acht Minuten. Den Schlusspunkt setzte Andreas Christensen mit einem Kopfballtreffer zum 4:2. „Mit dem schnellen 2:2 war das Selbstvertrauen wieder da. Dann haben wir das Spiel auf eine Art und Weise gedreht wie selten auf italienischem Boden“, befand Hecking.

Borussia gelingt Historisches

Und damit sollte der neue VfL-Traianer mehr als Recht haben. Denn mit dem dramatischen Einzug ins Achtelfinale hat die Borussia ein neues Kapitel Vereinsgeschichte geschrieben. Nie zuvor hatten die Fohlen eine Heimniederlage im Europapokal auswärts wettgemacht.

Hecking lobte auch deshalb insbesondere die Moral seines Teams. "Es war für die Spieler ein einmaliges Erlebnis, nach diesem Rückstand noch zurückzukommen. Da kann ich nur den Hut ziehen", sagte der Coach bei Sky: "Wir sind dabei und ich glaube, dass wir uns sehr viel Respekt für diesen Wettbewerb erarbeitet haben."

Pechvogel Vestergaard ist froh

Auch Jannik Vestergaard war stolz. "Das sagt einiges über die Mannschaft, dass wir diesen Rückstand noch aufgeholt haben", sagte der Verteidiger bei Sport1. Der Däne hatte vor dem 0:2 gepatzt und den Ball völlig unbedrängt verloren. "Zum Glück bin ich ein Teil einer sehr guten Mannschaft, die so etwas ausbügelt und aus einer schwierigen Ausgangssituation zurückkommt", sagte er.

Die Statistik

Florenz: Tatarusanu - Sanchez, Astori, Rodriguez - Chiesa, Vecino, Badelj (64. Babacar), Olivera - Valero, Bernardeschi (63. Ilicic) - Kalinic. - Trainer: Sousa

Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt - Kramer, Dahoud (80. Strobl) - Herrmann, Hofmann (73. Johnson) - Hazard (27. Drmic), Stindl. - Trainer: Hecking

Schiedsrichter: Artur Soares Dias (Portugal)

Tore: 1:0 Kalinic (15.), 2:0 Valero (29.), 2:1 Stindl (44., Foulelfmeter), 2:2 Stindl (47.), 2:3 Stindl (55.), 2:4 Christensen (60.)

Zuschauer: 24.712

Gelbe Karten: Vecino, Olivera - Kramer (2), Stindl

Torschüsse: 11:15

Ecken: 4:3

Ballbesitz: 53:47 %

Zweikämpfe: 60:71