St. Moritz

Ski-WM entgeht nur knapp einer Katastrophe

Während des Riesenslaloms der Männer sorgt ein Unfall bei einer Flugshow für Aufregung

St. Moritz. Drei Medaillen hätten es werden sollen, doch zwei Tage vor dem Ende der Weltmeisterschaften in der Schweiz stehen die deutschen Skirennfahrer weiter mit leeren Händen da. Linus Straßer (München) als Zwölfter, Stefan Luitz (Bolsterlang/14.) und Felix Neureuther (Garmisch-Partenkirchen/16.) kamen im Riesenslalom am Freitag mit jeweils rund 1,5 Sekunden Rückstand auf den österreichischen Gewinner Marcel Hirscher (2:13,31) ins Ziel. Aber es ging an diesem wolkenreichen Tag im Engadin nicht nur um das Sportliche. Überschattet wurde der Renntag auf der Corviglia von einem Unfall bei einer Flugshow über der Piste.

Zwischen dem ersten und dem zweiten Durchgang war ein Flugzeug der Schweizer Fliegerstaffel im Tiefflug zu dicht über das Gelände geflogen. Es hatte ein Kabel durchtrennt, Teile einer Fernsehkamera stürzten in den Zielbereich. Verletzt wurde nach Angaben der Kantonspolizei Graubünden niemand, der Flieger habe sicher landen können, doch der Schreck war groß.

„Ich habe nur gedacht: Hoffentlich ist nichts passiert. Meine Eltern sind da und viele andere Zuschauer“, sagte Felix Neureuther. Der 32 Jahre alte Star des deutschen Teams fand klare Worte: „Ich bin kein Fan von solchen Flugshows. So etwas gehört nicht zum Skisport.“ Er selbst sei wie viele andere Fahrer und Betreuer auf dem Weg zum Start des zweiten Durchgangs gewesen und habe im Sessellift festgesteckt, nachdem es zu dem Unfall gekommen war. Der Lift war für rund 20 Minuten angehalten worden – die Tragseile des Lifts verlaufen nur wenige Meter entfernt von den Seilen für die Kamera. Wie groß der Abstand zwischen beiden Anlagen genau ist, wollten am Unglückstag weder Veranstalter noch Polizei sagen. Auch der neue Riesenslalom-Weltmeister Hirscher dachte in der Stunde seines großen sportlichen Triumphes an die Beinahe-Katastrophe: „Heute haben sehr viele Menschen sehr viel Glück gehabt. Ich bin froh, dass es gut ausgegangen ist.“

Die WM-Organisatoren gaben bekannt, dass auf weitere Starts des sogenannten PC-7-Teams der Schweizer Luftwaffe verzichtet werde. Eigentlich sollten die neun Flieger auch zwischen den beiden Slalom-Durchgängen bei den Frauen am Sonnabend und bei den Männern am Sonntag (jeweils 9.45 Uhr und 13 Uhr/ARD und Eurosport) wieder in die Luft gehen.

Im Lager des Deutschen Skiverbandes konzentriert man sich auf das Sportliche. Felix Neureuther und Co. wollen ihre letzte Chance auf eine WM-Medaille nutzen. Fit fühlt sich Neureuther: „Mein Rücken hat im Riesenslalom gut gehalten.“