Hamburg Towers

Center Schmidt steht vor dem Comeback

Towers-Center
Stefan Schmidt (l.) im
Duell mit Paderborns Grim

Towers-Center Stefan Schmidt (l.) im Duell mit Paderborns Grim

Foto: Witters

Nach einem Jahr Pause kehrt der frühere A2-Nationalspieler in das Team der Hamburg Towers zurück.

Hamburg. Stefan Schmidt war in seiner fast einjährigen Verletzungspause wenigstens am Schreibtisch produktiv. In seinem speziellen Spitzensportler-Fernstudiengang in Ansbach (Franken) reichte der frühere A2-Nationalspieler bereits im September seine Bachelor-Arbeit ein. Als Thema wählte er: „Die Markenbildung der Hamburg Towers“.

Damit war der 27-Jährige zwar der PR-Abteilung seines Arbeitgebers eine große Hilfe; er will den Basketball-Zweitligisten aber endlich auch wieder auf dem Parkett unterstützen. „Es ist hart, immer nur zuzugucken, besonders wenn die Saison so durchwachsen läuft und ich weiß, dass ich helfen könnte“, sagt der erstligaerfahrene Center.

Kreuzbandriss jährt sich am 12. März

Sein Kreuzbandriss im rechten Knie jährt sich am 12. März; es war das Doppelspieltagsdrama der gerissenen Center-Kreuzbänder, weil sich zwei Tage später Positionskollege Mike Wenzl die gleiche schwere Verletzung zuzog.

In dieser Saison hätte Schmidt eigentlich zum ProA-Rückrundenstart im Januar zurückkehren wollen, aber Mitte November erlitt er einen Meniskuseinriss im selben Knie, „einfach beim Korbleger, niemand konnte etwas dafür“. In dieser Woche machte „Steps“, wie ihn alle rufen, testweise seine ersten Schritte im Mannschaftstraining.

Comeback „noch vor den Play-offs“

Sein Comeback will er „auf jeden Fall noch vor den Play-offs“ im März geben. Von Vereinsseite gibt es schon seit Wochen lieber keine Prognose zu Schmidt. Die Pressestelle blockt derzeit die Interviewanfragen für ihn ab. Das Abendblatt konnte auf der Zuschauertribüne in der Halbzeitpause des Heimspiels gegen Paderborn (79:59) am Sonnabend mit ihm sprechen.

Co-Trainer Benka Barloschky erklärt: „Auch wenn wir Steps noch so doll vermissen, werden wir bei ihm nichts riskieren, dafür war die Verletzung zu schwer.“ Was den 2,07-Meter-und-120-Kilo-Mann Schmidt denn auf dem Parkett auszeichne? „Er gibt unserem Spiel ganz viel Stabilität. Stefan ist unheimlich spielintelligent und bringt sehr viel Erfahrung mit. Er verteidigt extrem gut auf der größten Position – er ist unser Anker“, sagt Barloschky.

Eines der besten Center-Duos der Liga

Schmidt lief für Bayreuth und Trier insgesamt fünf Jahre im Basketball-Oberhaus auf. In der ersten Spielzeit in Wilhelmsburg hatte der Mustermannschaftsspieler in 27 Partien im Schnitt 6,1 Rebounds gegriffen und 6,4 Punkte eingenetzt. In der wichtigen Saisonphase vor seinem Kreuzbandriss war er der formstärkste „Turm“ und unumstrittene Startfünf-Center; nicht ohne Grund verlängerte Sportchef Marvin Willoughby mit ihm – und nicht mit Wenzl.

Wenn Schmidt endlich zurückkehrt, dann bildet er mit Enosch Wolf (2,15 Meter) eines der besten Center-Duos der Liga. „Das beste“, meint Wolf. Aber auch ohne Routinier Schmidt hat der diesjährige Kader deutlich mehr Potenzial, als als Tabellenzehnter (mit neun Siegen und zwölf Niederlagen) auf der Stelle zu dribbeln. „Wir alle haben viel, viel mehr erwartet“, sagt Schmidt. „Wir hatten überdurchschnittlich viel Verletzungspech, aber wir müssen uns auch an die eigene Nase packen. Wir haben einige Spiele am Ende hergeschenkt – vielleicht aus Dummheit.“

Rückspiel in Nürnberg

Der Nürnberger, der heikowestermannartig das „R“ rollt, dürfte das Hinspiel gegen seinen Heimatverein meinen, als die Towers 23 Zähler Vorsprung hatten und am Ende noch mit einem Punkt verloren. Am Sonnabend steht das Rückspiel in Nürnberg an. Mit Schmidt als Zuschauer. „Daheim ist das besonders hart.“