Albanien gegen Israel

Terroristen planten offenbar Anschlag in WM-Qualifikation

Das Spiel Albanien gegen Israel war aus Sicherheitsgründen von Shkodra nach Elbasan verlegt worden

Das Spiel Albanien gegen Israel war aus Sicherheitsgründen von Shkodra nach Elbasan verlegt worden

Foto: Imago/Aflosport

Eine IS-nahe Gruppe soll unter anderem das Spiel Albanien gegen Israel ins Visier genommen haben. Die Partie war verlegt worden.

Köln/Hannover. Das WM-Qualifikationsspiel zwischen Albanien und Israel am vergangenen Sonnabend (0:3) war offenbar im Visier von Terroristen. Das berichteten mehrere Medien am Mittwochabend und Donnerstag, darunter Bild.de. Das Fußballspiel unter der Leitung des deutschen Schiedsrichters Deniz Ayketin war bereits aus Sicherheitsgründen von Shkodra nach Elbasan verlegt worden.

Den Berichten zufolge seien im Kosovo sowie in Albanien und Mazedonien insgesamt 24 Terror-Verdächtige, mutmaßlich mit Verbindung zum Islamischen Staat (IS), festgenommen worden. Bis auf einen Mazedonier seien alle anderen Kosovo-Staatsbürger, berichtete die Polizei am späten Mittwoch in Pristina. Die Festnahmen erfolgten demnach "vom 4. November bis heute".

Die Gruppe habe mehrere Anschläge geplant, Pläne habe es auch für das Qualifikationsspiel gegeben. Bereits vor der Partie waren vier terrorverdächtige Personen verhaften worden, die Anschläge vor und während des Spiels geplant haben sollen. Die vereitelten Anschläge sollen von Islamisten aus Syrien koordiniert worden sein.

Weiter Unklarheit über Absage von Hannover

Unterdessen gibt es im Fall des wegen einer Terrorwarnung abgesagten Länderspiels Deutschland gegen Niederlande in Hannover auch ein Jahr danach laut Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) keine Klarheit über die Hintergründe. "Ich habe keine neuen Erkenntnisse“, sagte Pistorius am Donnerstag. Die Generalbundesanwaltschaft ermittele weiter.

Am 17. November 2015 war die Freundschaftspartie kurz nach Einlassbeginn in der Arena am Maschsee abgesagt worden. Wie sich später herausstellte, hatte es zuvor die entscheidende Warnung vor einem Terroranschlag durch einen israelischen Geheimdienst gegeben. Nach dem Vorbild der Pariser Terrorakte wenige Tage zuvor habe auch in Hannover eine Serie von Anschlägen gedroht, berichteten damals mehrere Medien.

Verdächtiger als Mitangeklagter vor Gericht

Bei Durchsuchungen im Stadion und andernorts in Hannover wurden weder Waffen noch Sprengstoff gefunden, auch Festnahmen gab es nach Darstellung der Polizei nicht. Eine Spur führt zu dem 20-jährigen Mohamad Hasan K. Der Deutsch-Syrer steht derzeit in Celle als Mitangeklagter der IS-Sympathisantin Safia S. vor Gericht. Er soll von den Plänen des Mädchens gewusst haben, das einen Polizisten im Februar mit einer Messerattacke schwer verletzte.

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen Mohamad Hasan K., weil er mit den angeblichen Terrorplänen zu tun haben könnte, die zur Absage des Länderspiels führten. Als Ordner im Stadion filmte er sich bei der Räumung und stellte die Sequenz ins Netz mit dem Kommentar: „Betet für Raqqa“ - die syrische Stadt Al-Rakka ist eine Hochburg des IS.