DFB-Team in Hamburg

Mustafi bedauert HSV-Krise mit bedrückenden Worten

DFB-Kapitän Neuer spricht sich im Video für einen Verbleib von Löw als Bundestrainer auch nach der WM 2018 aus.

Seit Mittwochabend macht der Fußball-Weltmeister in der Hansestadt Station. Die deutsche Nationalmannschaft ist im feinen "Le Meridien" nahe der Alster abgestiegen. Bevor am Sonnabend das WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien um 20.45 Uhr (Liveticker auf abendblatt.de) im Volksparkstadion auf dem Programm steht, trainiert die Mannschaft am Freitag noch einmal zum Abschluss im Stadion. Bei der Pressekonferenz am Freitag sind dann Bundestrainer Joachim Löw und Sami Khedira zu Gast. Am Donnerstagnachmittag traten Kapitän Manuel Neuer, Ilkay Gündogan und Shkodran Mustafi vor die Presse.

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Mustafi bedauert HSV-Krise mit bedrückten Worten

In der Jugend spielte Skhodran Mustafi beim HSV, als 17-Jähriger wechselte er dann auf die Insel zum FC Everton. Nun ist er mit der deutschen Nationalmannschaft zurück in Hamburg. Der Verteidiger gab zu, nach wie vor die Spiele des HSV zu verfolgen und aufgrund der aktuellen sportlichen Situation auch mit dem Verein zu leiden. "Es ist schon schade zu sehen, dass der HSV in den letzten Jahren immer da unten mitgespielt hat", seufzte Mustafi. "Zu meiner Zeit, hatte der HSV noch andere Ziele."

Der Arsenal-Profi machte den HSV-Fans aber auch Hoffnung auf schnelle Besserung. "Mittlerweile haben sie eigentlich immer noch alle Voraussetzungen, um oben mitzuspielen", so der 24-Jährige. "Es ist sehr schade, den Verein da unten zu sehen." Wenn Mustafi an seine Zeit beim HSV zurückdenkt, gerät er ins Schwärmen. "Ich hatte drei super Jahre hier. Hier fing meine Karriere an und ich habe dem Club viel zu verdanken." Abschließend brachte der Abwehrspieler die Lage des Dinos mit zwei Worten auf den Punkt: "Schade eigentlich."

Kapitän hofft auf Löw-Verbleib

Kapitän Manuel Neuer würde es begrüßen, wenn Bundestrainer Joachim Löw seinen 2018 auslaufenden Vertrag noch einmal verlängern würde. "Er hat die Nationalmannschaft in den vergangenen Jahren weitergebracht. Er hat viel Erfolg und ist in seiner Zeit immer mit der Moderne mitgegangen", sagte Neuer. Löw hatte zuletzt im Abendblatt-Interview erklärt, dass er keinen Bundesligisten übernehmen werde. Seine Zukunft beim DFB hatte Neuer aber offen gelassen. "Vielleicht wird er ja Trainer in der Premier League", scherzte der 56-Jährige.

Volksparkstadion so gut wie ausverkauft

Der DFB rechnet für das WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien im Volksparkstadion mit einem ausverkauften Haus. Rund 50.000 Tickets sind verkauft, "es gibt nur noch wenige Restkarten", sagte Pressesprecher Jens Grittner. Für die Begegnung gegen Nordirland am Dienstag in Hannover sind bisher 34.000 Tickets abgesetzt worden

Mustafi: "Schaue zu Hummels und Boateng auf"

Shkodran Mustafi hat bei seinem Wechsel zum FC Arsenal 41 Millionen Euro Ablöse gekostet, und stellt sich im DFB-Team dennoch hinten an. "Mats und Jerome haben schon viele Länderspiele gemacht, ich schaue zu denen auf, sie haben sich schon oft bewiesen und einige Titel gewonnen, da kann ich noch einiges dazulernen", sagte Mustafi.

Sechs Punkte Pflicht

Manuel Neuer hat als Kapitän eine klare Vorgabe für die WM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien und Nordirland formuliert. „Wir wollen versuchen, in den beiden Heimspielen sechs Punkte bei uns zu behalten“, sagte der Torhüter. Das „klare Ziel“ der Mannschaft sei die direkte Qualifikation als Gruppenerster für die WM 2018 in Russland. Glücklich und gelöst präsentierte sich zwei Tage vor der ersten Partie am Samstag gegen Tschechien Rückkehrer Ilkay Gündogan. „Es ist extrem schön, wieder dabei zu sein“, sagte der ehemalige Dortmunder, der sein letztes Länderspiel im November 2015 bestritt.

U21 für Sané keine Degradierung

Im Sommer zählte Leroy Sané noch zum DFB-Kader bei der EM-Endrunde, danach folgte der spektakuläre 50-Millionen-Transfer zu Manchester City - jetzt aber die Rückstufung zur U21-Nationalmannschaft: Der derzeit teuerste deutsche Fußballer erlebt gerade seinen ersten kleineren Karrieredämpfer.

Sané selbst will die Nominierung für die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz und die abschließenden EM-Qualifikationsspiele gegen Russland am Freitag (18 Uhr/Eurosport) sowie in Österreich am kommenden Dienstag keinesfalls als Degradierung verstanden wissen. "Ich freue mich sehr, dass ich hier Spielpraxis sammeln kann. Nicht zuletzt nach der Verletzungspause tut mir das gut", sagte er im Gespräch mit dfb.de.

Alle DFB-Akteure im Training

Die deutsche Nationalmannschaft hat ihr zweites Training für das Weltmeisterschafts-Qualifikationsspiel gegen Tschechien mit dem kompletten Kader absolvieren können. Auch Ilkay Gündogan war am Donnerstagvormittag bei der Übungseinheit in Hamburg dabei. Der Mittelfeldspieler von Manchester City hatte am Vorabend beim ersten Training wegen eines grippalen Infektes gefehlt.

Bundestrainer Joachim Löw standen im Millerntor-Stadion des FC St. Pauli damit 18 Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung. Die Einheit fand erneut weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am Freitagabend wird der Weltmeister das Abschlusstraining im Hamburger Volksparkstadion austragen, wo auch am Samstag (20.45 Uhr) gegen die Tschechen gespielt wird.

Verbesserung des Torabschlusses

Ein Schwerpunkt der Übungseinheiten liegt auf einer Verbesserung der Effizienz im Torabschluss. „Das ist immer auch eine Sache der Konzentration, der Mentalität und der Vorbereitung, im Training Wettkampfsituationen herzustellen“, sagte Löw. Beim 3:0 zum Auftakt der WM-Qualifikation in Norwegen habe seine Mannschaft „einen guten Beginn gemacht, den wir fortsetzen müssen“.

Löw konnte sich Lehmann als Co-Trainer vorstellen

Bundestrainer Joachim Löw hat vor dem WM-Triumph 2014 den ehemaligen Torhüter Jens Lehmann als möglichen zusätzlichen Assistenztrainer der Nationalmannschaft auf der Kandidatenliste gehabt. „Wir haben uns vor der WM über einen Job als Co-Trainer unterhalten, was er sich damals gut vorstellen konnte“, berichtete Lehmann jetzt in der „Bild“-Zeitung über das Gespräch vor dem Turnier in Brasilien. „Dabei ist es dann auch geblieben“, ergänzte der 61-malige Nationalspieler Lehmann. Die Verpflichtung eines zweiten Torwarttrainers im DFB-Team neben Andreas Köpke ist bisher nicht mehr als eine Idee.

Lehmann begleitet derzeit als Experte für den TV-Sender RTL die WM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalelf. Das Verhältnis zu Löw bezeichnet der Ex-Profi als „unbelastet“. Beim 3:0 in Norwegen Anfang September hatte Lehmann den Auftritt der Löw-Mannschaft und vor allem das Spiel von Offensivkraft Mario Götze hart kritisiert. „Ich denke, dass ich grundsätzlich mit meiner Kritik nie persönlich werde, das ist immer auch mein Leitfaden“, erklärte der 46 Jahre alte Lehmann.

Deutsche Länderspielbilanz

Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet am Sonnabend in Hamburg gegen Tschechien ihr 920. Länderspiel. Die Bilanz seit der ersten Begegnung am 5. April 1908 gegen die Schweiz (3:5): 535 Siege, 184 Unentschieden und 200 Niederlagen bei einer Tordifferenz von 2058:1088. Eingesetzt wurden in diesem Zeitraum 924 Nationalspieler.