Stade

Überfall auf HSV-Investor: Täter waren zu dritt

Die Mordkommission ermittelt nach dem Raubüberfall auf den HSV-Investor, an dessen Folgen der 79-Jährige starb

Die Mordkommission ermittelt nach dem Raubüberfall auf den HSV-Investor, an dessen Folgen der 79-Jährige starb

Foto: JOTO

Die Polizei sucht Zeugen des Raubüberfalls, bei dem Ernst Burmeister zu Tode kam. Täter hatten Komplizen mit Fluchtwagen.

Stade/Hamburg. Der am Wochenende nach einem Raubüberfall auf sein Haus in Stade-Bützfleth verstorbene Mann ist der HSV-Investor Ernst Burmeister (79). Das bestätigte die Polizei dem Hamburger Abendblatt. Burmeister ist von den gewalttätigen Räubern geschlagen worden und später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Seine Frau Elke wurde verletzt und befindet sich noch im Krankenhaus.

Der HSV reagierte mit Bestürzung auf Burmeisters Tod und steht im Kontakt mit der Familie. Das Familien-Unternehmen Burmeister (Obst und Gemüse), geführt von den Brüdern Gerhard, Heino und Maik sowie ihrem Vater Ernst, hatte sich im Februar für 4,03 Millionen Euro 1,5 Prozent der Anteile an der HSV AG gekauft. Zum Vergleich: Großinvestor Klaus-Michael Kühne hält offiziell elf Prozent der HSV-Anteile.

HSV-Investor Burmeister starb im Krankenhaus

Die Tat geschah am Freitagabend zwischen 20.40 und 21.10 Uhr im Mühlenweg. Die vermummten Täter hatten die Burmeisters mit Gewalt ins Haus gedrängt, nachdem sie ihnen auf ihr Klingeln geöffnet hatten. Einer der Täter schlug nach Polizeiangaben Frau Burmeister und attackierte auch ihren Mann, den er "mit körperlicher Gewalt unter seine Kontrolle brachte", wie die Polizei Stade mitteilte.

Die Unbekannten erbeuteten offenbar mehrere Tausend Euro sowie Schmuck und flohen danach zunächst zu Fuß in Richtung Fleethweg. Dort wartete nach Angaben der Polizei ein Komplize mit einem dunklen PKW. Nachdem die Täter zugestiegen waren, fuhr der Komplize mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Ortsmitte Bützfleth davon. Dann verliert sich nach polizeilichen Angaben die Spur des Fluchtfahrzeugs und der Täter.

Der herbeigerufene Rettungsdienst versorgte die Opfer. Ernst Burmeister starb am Sonntag im Elbeklinikum Stade, nachdem sich sein Zustand erheblich verschlechtert hatte.

Die Spurensicherung am Tatort soll im Laufe des Montags abgeschlossen werden. „Wir sind noch ganz am Anfang der Ermittlungen“, sagte Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Eine 30-köpfige Mordkommission wird sich ausschließlich mit der Aufklärung des Raubmordes beschäftigen. Ob die Täter Waffen hatten, wollte er aus taktischen Gründen nicht sagen. Der Leichnam Burmeisters wird noch am Montag obduziert, um die genaue Todesursache zu ermitteln.

Die Polizei sucht die Täter wegen Raubmordes und bittet um Hinweise. Wer hat verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten? Zeugen können sich unter der Telefonnummer 04141-102215 bei der Stader Polizeiinspektion melden.

An dem Sonntag fanden in Bützfleth in der Nähe des Tatortes in den dortigen Sportanlagen auch ein Fußball- und ein Handballspiel statt. Beim Handball standen sich die 1. Damen des HSG Bützfleth/Drochtersen und des TV Dinklage im Sportzentrum gegenüber. Auch hier ist die Polizei natürlich an Zeugenaussagen aus den Kreisen der auswärtigen Spielerinnen und Spieler aus Drochtersen und aus Dinklage interessiert, die eventuell wichtige Beobachtungen gemacht haben könnten.