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Caipirinha? Ist für die Touristen!

Das Wichtigste an einem brasilianischen Bierkühlschrank ist die Temperaturanzeige. Nur wenn diese Werte unter dem Gefrierpunkt ausweist, ist der Einheimische zufrieden. „Estupidamente gelado“, wahnsinnig kalt, so muss Bier sein, wenn es serviert wird. Dass eine beliebte Sorte Antarctica heißt, ist deshalb konsequent. Viel besser als Eiswasser schmeckt das Gebräu allerdings nicht.

Dass die Brasilianer sich den Deutschen zugeneigt fühlen, mag auch der Liebe zum Bier geschuldet sein. Zwar trinken die Menschen im Land nur rund 70 Liter vorrangig mildes Lager pro Kopf und Jahr und liegen damit fast 40 Liter unter dem Verbrauch der trinkfesten Teutonen. Der Marktanteil des Biers bei alkoholischen Getränken liegt in Brasilien allerdings bei 85 Prozent und in Deutschland rund 30 Prozent niedriger.

Damit wäre das Vorurteil ausgeräumt, dass an der Copacabana alle Caipirinha schlürfen. Das Nationalgetränk der Brasilianer, klassisch gemixt aus Zuckerrohrschnaps, Limetten und Eis, scheint vielmehr Touristen vorbehalten, die es in allen Geschmacksrichtungen in den Strandbars kaufen können.

In Kneipen dagegen gibt es den Cachaça gern pur zum Bier. Er schmeckt wie eine Mischung aus Rum und Grappa und wird von Liebhabern in kleinen Schlucken aus einem zu zwei Dritteln gefüllten Wodkaglas getrunken. Bei einem Alkoholgehalt zwischen 38 und 48 Volumenprozent wird dann auch den Biertrinkern warm ums Herz.