Rio de Janeiro

Hausding/Klein verpassen Bronzemedaille knapp

Rio de Janeiro.  Patrick Hausding und Sascha Klein schlugen enttäuscht die Hände vors Gesicht, IOC-Präsident Thomas Bach klatschte aufmunternd auf der Tribüne: Die Ex-Weltmeister haben nach einem wahren Wassersprung-Krimi die anvisierte Olympia-Medaille im Turm-Synchronspringen denkbar knapp verpasst. Die deutschen Vorspringer mussten sich als Vierte (438,42 Zähler) im Kampf um den Bronzerang nur um sechs Punkte geschlagen geben.

„Es ist tragisch, so knapp an einer Medaille vorbeizuschrammen. Aber davon dürfen wir uns jetzt nicht runterziehen lassen“, sagte Rekord-Europameister Hausding (Berlin) nach dem letzten Olympia-Wettbewerb der Silbermedaillengewinner von 2008: „Für uns ist die Olympia-Ära auf jeden Fall vorbei.“

Die Entscheidung fiel erst im sechsten und letzten Durchgang, als der britischen Sprungstar Thomas Daley mit seinem Partner Daniel Goodfellow den dritten Platz vor Hausding/Klein erfolgreich verteidigte. Gold ging in der Freiluftanlage des Maria Lenk Aquatics Center mit gewaltigem Vorsprung an die chinesischen Weltmeister Chen Aisen/Lin Yue (496,98). Silber sicherten sich die Amerikaner David Boudia/Steele Johnson (457,11).

Nach durchwachsenen Pflichtsprüngen machten Hausding/Klein mit einem überragenden Dreieinhalb-Rückwärtssalto im vierten Durchgang (92,88 Punkte) einen Sprung vom siebten auf den dritten Rang. Den konnten die Weltmeister von 2013 mit zwei ordentlichen Durchgängen zum Abschluss aber nicht verteidigen.

Die neunmaligen Europameister waren die größte Medaillenhoffnung des deutschen Wassersprung-Teams, das schon vor vier Jahren in London leer ausgegangen war. Zum Auftakt am Sonntag hatte das Synchron-Duo Tina Punzel (Dresden)/Nora Subschinski (Berlin) vom 3-m-Brett nach zwei Patzern den siebten Platz belegt.

Hausding und Klein waren auch in Rio mit Verletzungssorgen an den Start gegangen, doch das ist bei den beiden wahrlich nichts Neues. Seit Jahren schleppen sie sich mit diversen Verletzungen herum, gemeinsames Training ist während der Saison kaum möglich. „Es gab Zeiten, da habe ich Ibuprofen wie Gummibärchen genascht“, sagte Hausding.