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Legendärer Tag mit Labbadia, Lienen und Wiese

Zahlreiche Stars kicken am 4. September für die Aktion „Nestwerk“ von Reinhold Beckmann am Millerntor

hamburg. Schon der Western-Pianist am Eingang ließ das Motto vom diesjährigen „Tag der Legenden“ erahnen. Am 4. September werden ehemalige Fußballstars unter der plakativen Überschrift „High Noon am Millerntor“ im Stadion des FC St. Pauli auflaufen.

Geblieben ist indes der gute Zweck des Benefizspiels. Auch diesmal geht der Erlös an die Aktion „Nestwerk“, gegründet von TV-Moderator Reinhold Beckmann, die sich für benachteiligte Jugendliche einsetzt. 2015 hatte der „Tag der Legenden“ pausiert. „Mit unseren Bordmitteln war eine Aktion mit diesem Aufwand einfach nicht mehr zu stemmen“, sagte Beckmann am Donnerstag bei der Programmvorstellung im Hotel Le Meridien. Jetzt aber habe man gute neue Partner gefunden.

Zum Western-Motto passt natürlich niemand besser als HSV-Trainer Bruno Labbadia. Nach seinen insgesamt 204 Treffern in der Bundesliga und in der Zweiten Liga zog er beim Jubeln gern eine imaginäre Pistole. Er wird ebenso am 4. September kicken wie sein einstiger Teamgefährte beim FC Bayern, Olaf Thon. Der Weltmeister von 1990 entschuldigte sich am Donnerstag noch einmal öffentlich für einen Zweikampf zu gemeinsamen Zeiten beim Rekordmeister. „Es passierte bei einem harmlosen Sonntag-Training nach einem Spiel. Der Bruno war selbst da so ehrgeizig, dass er unbedingt mit aller Macht Tore machen wollte, das konnte ich nicht zulassen“, erzählte Thon. Mit seinen Stollenschuhen schlitzte er unbeabsichtigt die Stirn Labbadias auf, der gerade den Ball köpfen wollte. „Das Blut spritzte wie eine Fontäne“, erinnerte sich Labbadia, die Narbe spüre er noch immer.

Beim Legenden-Spiel dürfte es nicht so hart zugehen, obwohl der sportliche Ehrgeiz gerade beim „Team Deutschland“ groß ist. Von den bislang zehn Aufeinandertreffer gewann der Gegner, das „Team Hamburg“ sechs. „Wir müssen aufholen“, forderte Thon.

Die Chancen stehen nicht schlecht, gerade im Team Deutschland kicken mehrere Nationalspieler, die ihre Karriere erst kürzlich beendeten. Torwart Timo Hildebrand etwa war noch vergangene Saison bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag, ehe er dann aus gesundheitlichen Gründen aufhörte. Der ehemalige Nationaltorwart warnte allerdings vor übertriebenen Erwartungen: „Ich habe mir das letzte Mal vor sieben Monaten Torwarthandschuhe angezogen. Im Tor wird er sich abwechseln mit Tim Wiese, für den der Ausrüster wohl ein spezielles Trikot wird fertigen müssen. Wiese wiegt inzwischen 117 Kilo, strebt eine Karriere als Wrestler an. Zur Stammformation gehören Giovane Elber, Fredi Bobic, Jens Nowotny und Markus Babbel.

Erstmals fürs Team Hamburg wird Benjamin Lauth auflaufen. Der Mittelfeldspieler war von 2004 bis 2007 beim HSV unter Vertrag, spielte zuletzt bei Ferencváros Budapest, dessen Trainer Thomas Doll ebenfalls kommen wird. Trainiert wird das Team Hamburg von St.-Pauli-Coach Ewald Lienen sowie von Helmut Schulte, inzwischen Manager bei Union Berlin. Stürmen wird für die Hamburger auch Ivan Klasnic, einst Idol beim FC St. Pauli. Die Schirmherrschaft übernimmt U-21-Nationaltrainer Horst Hrubesch, der seine Karriere nach den Olympischen Spielen in Rio beenden wird. Der Sender Sport1 wird die Partie live übertragen.

Der Vorverkauf läuft. 9000 Tickets sind schon gebucht. Karten gibt es im Internet unter www.tagderlegenden.de zu Preisen von 9 bis 29 Euro. Das Vorprogramm vor dem Stadion beginnt um 10.30 Uhr, Anpfiff: 14.45 Uhr.