Football

Den Hamburg Huskies droht der Auszug

Die Hamburg Huskies müssen sich zum neuen Jahr möglicherweise eine neue Heimat suchen

Die Hamburg Huskies müssen sich zum neuen Jahr möglicherweise eine neue Heimat suchen

Foto: Witters

Football-Erstligist darf noch bis Jahresende Gelände des Marienthaler THC nutzen. Ob er darüber hinaus bleiben darf, ist ungewiss.

Hamburg.  Hätte man früher gewusst, dass der FC St. Pauli die Relegation um die Fußball-Bundesliga verpassen würde, dann wären die Hamburg Huskies am 11. Juni vielleicht groß rausgekommen: ein Heimspiel in der German Football League (GFL) gegen die Düsseldorf Panther im Millerntor-Stadion. So war es jedenfalls einmal geplant. Der Rasen hätte ohnehin ausgetauscht werden sollen. Aber dann mussten Termine frei gehalten und hin und her geschoben werden, und nun wird leider doch im Hammer Park gespielt, so wie auch an diesem Sonntag (15 Uhr) gegen die Berlin Rebels.

Die Spielstätte ist nicht ideal für diesen Sport, aber die Huskies sind schon froh, dass sie hier untergekommen sind. Seit der Gründung des Teams 1994 wurden Spielstätte und Dachverein mehrfach gewechselt. Nachdem sie vor zwei Jahren vom Harvestehuder THC vor die Tür gesetzt wurden – der hatte für seine Anlage in Langenhorn Eigenbedarf angemeldet –, wurden die Huskies ein eigener Verein. Beheimatet sind sie seither beim Marienthaler Tennis- und Hockey-Club.

Doch nun drohen die Footballer ihr neues Zuhause schon wieder zu verlieren. Ende des Jahre läuft der Pachtvertrag ab. Ob die Huskies das Trainingsgelände und die Gebäude entlang der Horner Rennbahn weiterhin nutzen dürfen, ist offen. Grundsätzlich gäbe es dafür zwei Möglichkeiten: Entweder der Vertrag wird verlängert, was dem Wunsch der Huskies entspräche, die bisher eine Miete entrichten. Oder die Footballer gehen als Abteilung im MTHC auf. Für Huskies-Vorstand Martin Sieg die schlechtere Option: „Wir sind erst seit zwei Jahren eigenständig und würden es auch gern bleiben.“

In beiden Fällen aber müsste die feine Marienthaler Mitgliedschaft zustimmen – und das gilt keineswegs als sicher. „Wir sind eine laute Masse und haben nicht nur Fürsprecher beim MTHC“, sagt Sieg, „ich kann durchaus verstehen, dass sich einige durch uns gestört fühlen.“ Der Mitgründer des Teams gibt sich aber zuversichtlich, dass es zu einer Einigung kommt. Gespräche mit dem Vorstand sollen im Juni stattfinden.

Die Mitgliederversammlung des MTHC stimmt allerdings erst im September ab. Sollte sie sich gegen den Untermieter aussprechen, stünde der schon im Januar auf der Straße. Um sich für diesen schlimmsten Fall zu wappnen, haben die Huskies bereits Kontakt zu politischen Kreisen des zuständigen Bezirks Mitte aufgenommen.

Denn ein Umzug des 270-Mitglieder-Vereins mit seinen sechs Teams liefe sicher nicht geräuschlos ab. Es ließe sich unter Umständen nicht vermeiden, dass Fußballmannschaften Nutzungszeiten abtreten müssten. Um das durchzusetzen, bräuchte es Fürsprecher bei Entscheidungsträgern der Stadt. Der Hammer Park, der bislang als Spielstätte für die erste Mannschaft dient, wurde als möglicher Ausweichstandort des Gesamtvereins bereits verworfen. Er wird obendrein nicht nur von den Fußballern von Hamm United und SV St. Georg, sondern auch von den Leichtathleten des TH Eilbeck und den Triathleten der HT 16 gebraucht.

Schon die Blue Devils träumtenvom einem eigenen Stadion

Dauerhaft lösen ließen sich die Platzprobleme wohl nur mit einem eigenen Footballstadion, das sowohl als Trainings- als auch als Wettkampfstätte genutzt werden könnte. Schon die Hamburg Blue Devils haben davon geträumt. Sie mussten ihre GFL-Heimspiele, die einst durchschnittlich mehr als 10.000 Zuschauer ins alte Volksparkstadion lockten, später zeitweise in Itzehoe austragen. Dass der viermalige deutsche Meister nur noch fünftklassig spielt, hängt auch damit zusammen.

Eine Hoffnung starb mit der Hamburger Olympiabewerbung für 2024. Hätte die Stadt den Zuschlag für die Spiele bekommen, wäre das Stadion nach den Wettkämpfen möglicherweise zu einer Multifunktionsstätte zurückgebaut worden, die auch für Football geeignet wäre. Jetzt könnte sich im Zuge der Quartiersentwicklung eine neue Chance auf ein Stadion auftun. Huskies-Vorstand Sieg: „Wir sind mit der Stadt und mit möglichen Investoren im Gespräch.“ Sportlicher Erfolg könnte zu überzeugen helfen. Gegen den Tabellenführer am Sonntagnachmittag wäre der erste Saisonsieg aber wohl zu viel erwartet.