Bundesliga

Stuttgart abgestiegen! Bremen rettet sich gegen Frankfurt!

Der Wolfsburger Maximilian Arnold (l) und Stuttgarts Lukas Rupp kämpfen um den Ball

Der Wolfsburger Maximilian Arnold (l) und Stuttgarts Lukas Rupp kämpfen um den Ball

Foto: Peter Steffen / dpa

Werder Bremen rettet sich in letzter Sekunde gegen Eintracht Frankfurt. Stuttgart ist abgestiegen. Schalke siegt für Breitenreiter.

Werder Bremen hat sich mit einem Erfolg im "Abstiegsendspiel" gegen Eintracht Frankfurt den Klassenerhalt gesichert und die Hessen in die Relegation geschickt. Ein Tor von Papy Djilobodji in der 88. Minute besiegelte einen verdienten, aber hart erkämpften 1:0 (0:0)-Sieg gegen die Gäste, die sich nun in zwei Partien gegen den Zweitliga-Dritten 1. FC Nürnberg behaupten müssen.

Letztlich gab das unermüdliche Anrennen der Norddeutschen den Ausschlag vor 42.100 Zuschauern zu ihren Gunsten. Eine Halbzeit lang stand die Deckung der Eintracht sehr sicher und geriet nur durch einen Freistoß von Zlatko Junuzovic (31.). In der Folgezeit allerdings konnten die Frankfurter diese konsante Abwehrarbeit nicht mehr fehlerfrei durchhalten.

Die Mannschaft von Eintracht-Trainer Niko Kovac hingegen stand bei ihren wenigen Gegenangriffen gleich zweimal dicht vor dem Führungstreffer. Werder-Torhüter Felix Wiedwald war bei einem Kopfball von Änis Ben-Hatita (2.) und einem Distanzschuss von Makoto Hasebe (20.) gefordert. Nach diesen beiden Szenen riss es Werder-Coach Viktor Skripnik förmlich von der Trainerbank, mit wütenden Handbewegungen mahnte er mehr Konzentration bei seinem Team an.

Erwartungsgemäß verzichtete Kovac zunächst auf den Einsatz von Alex Meier. Der Torjäger hatte zehn Wochen lang wegen einer Knieverletzung pausieren müssen. Auch Innenverteiger Carlos Zambrano nahm zu Beginn auf der Auswechselbank Platz. Bei den Bremern ersetzte Nachwuchsspieler Maximilian Eggestein den gelbgesperrten Fin Bartels.

Nach dem Seitenwechsel verstärkte sich der Druck der Grün-Weißen. Frankfurt kam kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus.

Doch war das Skripnik noch nicht genug. Nach exakt einer Stunde ersetzte der Ukrainer Eggestein durch Torjäger Anthony Ujah, der Routinier Claudio Pizarro in der Sturmspitze unterstützen sollte.

Schon drei Minuten später war Ujah an einer guten Angriffsaktion beteiligt, die Junuzovic allerdings überhastet abschloss. In der 68. Minute antwortete Kovac seinem Kollegen und schickte Zambrano für Ben-Hatira auf das Spielfeld. Sechs Minuten später hielt Lukas Hradecky gegen Ujah. Djilobodjis Treffer erlöste aber schließlich den Werder-Anhang.

Neben Keeper Wiedwald überragte bei den Bremern der omnipräsente Mannschafts-Kapitän Clemens Fritz. Die Bestnoten bei der Eintracht verdienten sich der enorm fleißige Hasebe sowie im Abwehrzentrum Spielführer Marco Russ.

Hoffenheim - Schalke 1:3

Happy End beim "Abschiedsspiel": Schalke 04 hat in der letzten Partie von Sportchef Horst Heldt und Trainer André Breitenreiter den direkten Sprung in die Gruppenphase der Europa League geschafft. Die Königsblauen gewannen zum Abschluss der Bundesliga-Spielzeit 4:1 (2:1) bei 1899 Hoffenheim.

Klaas-Jan Huntelaar (7.), Eric Maxim Choupo-Moting (14.) Leroy Sané (56.) und Fabian Schär (89., Eigentor) trafen für die Schalker, die zum ersten Mal bei der TSG gewinnen konnten. Das Tor von Mark Uth (41.) konnte die erste Heimniederlage der Hoffenheimer unter der Regie ihrer "Retters" Julian Nagelsmann nicht verhindern.

Wenige Minuten vor Spielbeginn wurde die Trennung von Breitenreiter offiziell. Die Entscheidung bestätigte der Coach im Sky-Interview. "Ich werde in diesem Spiel zum letzten Mal für Schalke auf der Bank sitzen", sagte der 42-Jährige, der erst vor der Saison gekommen war und noch einen Vertrag bis 30. Juni 2017 besitzt.

Schon weit vor dem Anpfiff schlenderte Heldt (46) vollkommen entspannt in die Rhein-Neckar-Arena. Am Pfingstsonntag übernimmt sein Nachfolger Christian Heidel (52). Schon am Mittwoch soll der neue Sportchef angeblich das Engagement von Coach Markus Weinzierl (derzeit FC Augsburg) verkünden.

Die 30.150 Zuschauer in der ausverkauften Arena sahen zu Beginn einen Schlagabtausch mit offenem Visier. Die Hoffenheimer, die den vor wenigen Monaten kaum für möglich gehaltenen Klassenerhalt schon am vorletzten Spieltag feiern konnten, bestimmten das Spiel - Schalke schlug aber eiskalt durch Huntelaar und Choupo-Moting zu.

Die Gastgeber, die laut diverser Bericht die Abgänge einiger Leistungsträger (Kevin Volland, Sebastian Rudy, Niklas Süle, Nadiem Amiri, Ermin Bicakcic) fürchten müssen, vergaben ihrerseits hochkarätige Chancen.

Im Tor der Hoffenheimer stand Ersatztorwart Jens Grahl, der die TSG genau wie Defensivspieler Tobias Strobl (Borussia Mönchengladbach) und Transferflop Kevin Kuranyi verlässt. Nicht mit von der Partie war Süle. Der Abwehrchef, der scheidende Schalker Joel Matip und Luca Caldirola (Darmstadt 98) waren bis dahin die einzigen Feldspieler, die keine Minute in der laufenden Saison verpasst hatten.

Das Fehlen Süles machte sich bemerkbar. Huntelaar (25.) und Matip (26.) hätten das Ergebnis noch in der ersten halben Stunde in die Höhe schrauben können. Stattdessen verkürzte Uth noch vor der Pause.

Nach dem Seitenwechsel drängte Hoffenheim auf den Ausgleich. Dabei hatte Schalke großes Glück, dass Keeper Ralf Fährmann kein Eigentor produzierte (49.). Dem Ball fehlte laut Torlinientechnik nur ein Hauch, um komplett über der Linie zu sein. Kurz darauf stellte der ganz starke Sané den alten Abstand wieder her. Nach einer Stunde durfte Kuranyi zu seiner Abschiedsvorstellung gegen seinen Ex-Klub auf den Platz.

Beste Spieler aufseiten der Schalker waren Sané und Matip. Bei den Hoffenheimern konnten Kevin Volland und Andrej Kramaric überzeugen.

Darmstadt - Gladbach 0:2

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat dank seines "H&H-Sturms" am letzten Spieltag die quälend lange Sieglos-Serie in der Fremde beendet. 196 Tage nach dem bislang letzten Auswärtserfolg gewannen die Fohlen bei Darmstadt 98 mit 2:0 (1:0) - die Play-offs zur Champions League hatte das Team von Trainer André Schubert schon in der vergangenen Woche praktisch perfekt gemacht.

Thorgan Hazard (31.) erzielte die Gladbacher Führung, nachdem der vom FC Arsenal heftig umworbene Granit Xhaka ihn mit einem herrlichen Steilpass freigespielt hatte. In der zweiten Halbzeit bestrafte Angreifer André Hahn (63.) die viel zu passive Einstellung der Gastgeber mit dem zweiten Treffer.

Vor 17.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion am Böllenfalltor bekamen es die Gäste zu Beginn indes noch mit furchtlosen Darmstädtern zu tun. Die Lilien befanden sich, wie von Coach Dirk Schuster prophezeit, trotz des feststehenden Klassenerhalts noch keinesfalls im Urlaubsmodus und versuchten immer wieder, über die Flügel zum Erfolg zu kommen. Die beste Chance der Anfangsphase besaßen jedoch die Gladbacher, als Hahn (17.) aus der Distanz die Latte traf.

Davor und danach war vom 25 Jahre alten Angreifer, der in den vergangenen Wochen nach seiner schweren Knieverletzung immer besser in Schwung gekommen war, allerdings kaum etwas zu sehen. Gleiches galt auf der anderen Seite für Felix Platte, der Darmstadts gesperrten Torjäger Sandro Wagner nicht im geringsten ersetzen konnte.

Als die Partie zunehmend an Qualität verlor und dem Publikum ein Langweiler drohte, ließ Xhaka seine Klasse aufblitzen und zeigte eindrucksvoll, warum er rund 30 Millionen Euro wert ist. Seine Idee nutzte Hazard, um Lukasz Zaluska im Darmstädter Tor zu umkurven und den Ball aus spitzem Winkel einzuschieben.

Nach dem Seitenwechsel bestimmten zunächst ebenso wie in den letzten Minuten der ersten Halbzeit die Gladbacher das Geschehen. Bis auf einen Schuss von Jonas Hofmann (51.), der den Ball knapp am Tor vorbeischlenzte, sprang in dieser Phase zwar keine Torchance heraus. Die Gäste drängten nun aber merklich auf die Vorentscheidung.

Dass Gladbach die Partie derart kontrollieren durfte, lag auch an der Passivität der Darmstädter. Diese begünstigte auch den Treffer durch Hahn, dem ebenso wie zuvor Flankengeber Patrick Herrmann zu viel Freiraum gestattet wurde.

Stuttgart steigt ab

Das Wunder ist ausgeblieben, der erste Abstieg des VfB Stuttgart nach 41 Jahren Realität: Die Schwaben müssen nach einer katastrophalen Pleitenserie zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Der erneut schwache VfB verlor durch das 1:3 (0:2) beim VfL Wolfsburg das sechste Spiel in Serie - neun Jahre nach dem Meistertitel ist das Kapitel Bundesliga für den VfB erst einmal beendet.

Die Wolfsburger Maximilian Arnold (11.) und André Schürrle (29./90.+2) sorgten dafür, dass die Stuttgartern den Absturz nicht mehr verhindern konnten. Daniel Didavi (78.) gelang das zwischenzeitliche 1:2. Ohnehin standen die Chancen schon vor der Begegnung schlecht: Nur bei einem Sieg und Schützenhilfe der direkten Abstiegskonkurrenten Bremen und Frankfurt hätte noch der Sprung auf den Relegationsplatz gelingen können. Sowohl für Trainer Jürgen Kramny als auch für Manager Robin Dutt könnte es das letzte Spiel als Verantwortliche beim Traditionsklub gewesen sein.

Kramny änderte seine Startelf auf insgesamt vier Positionen und musste im Duell bei den Wolfsburgern unter anderem auch auf Kevin Großkreutz verzichten. Der Neuzugang kam wegen Oberschenkelproblemen nicht zum Einsatz. Im Team von Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking fehlten Mittelfeldspieler Luiz Gustavo (persönliche Gründe) und Linksverteidiger Ricardo Rodriguez (Rückenprobleme).

"Ich glaube, die Taktik ist nicht so entscheidend, sondern der Mut auf dem Platz", hatte der arg in der Kritik stehende Dutt erklärt - doch nach nur elf Minuten gab es den ersten Rückschlag: Nach einer Flanke von Marcel Schäfer nutzte Arnold Abstimmungsprobleme in der VfB-Abwehr und traf aus kurzer Distanz zum 1:0. Es war bereits das 73. Gegentor der Schwaben - Ligahöchstwert.

Ohnehin machten die Wolfsburger nicht den Eindruck, sich den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung aussetzen zu wollen. In der Defensive unterbanden sie früh die Angriffsbemühungen der Gäste, in der Offensive blieben sie mit Pässen in die Schnittstelle gefährlich. Kruse alleine vor Mitchell Langerak (15.) hatte bereits die Chance auf das 2:0 - nach einem Konter machte es dann Schürrle besser und traf. Hatten die mitgereisten Fans ihre Mannschaft bis dahin lautstark unterstützt herrschte nun im Gästeblock Stille.

Auch bis zur Pause blieben die Gastgeber die bessere Mannschaft, beim VfB sah es nicht so aus, als ob die Mannschaft mit dem Druck fertig werden würde. Paul Seguin scheiterte an Langerak (44.), wenig später hatten die Gäste allerdings Pech. Der früh eingewechselte Martin Harnik traf nach einem Konter nur die Latte.

In der zweiten Halbzeit begannen die Stuttgarter deutlich offensiver, der VfL zog sich zurück und lauerte auf Konter. Wirklich viel gelang den Gästen aber dennoch nicht. Mit einem Plakat "Keine Ahnung, keine Planung, kein Konzept! Vorstand raus!" machten die VfB-Fans ihrem Unmut Luft. Alexandru Maxim (85.) scheiterte mit einem Freistoß aus 18 Metern an Keeper Coen Casteels.

Beste Spieler waren bei den Wolfsburgern Seguin und Arnold, beim VfB überzeugte nur Langerak.

Dortmund - Köln 2:2

Borussia Dortmund ist beim letzten Heimspiel mit Weltmeister Mats Hummels die Generalprobe für das DFB-Pokal-Finale gegen Bayern München misslungen. Der BVB kam gegen den 1. FC Köln am letzten Bundesliga-Spieltag nicht über ein 2:2 (1:2) hinaus, ist mit 78 Punkten aber dennoch bester Tabellenzweiter der Liga-Historie. Der FC kann mit seiner Saison ohne Abstiegssorgen rundum zufrieden sein, auch wenn die Kölner ihren ersten Sieg in Dortmund seit 1991 verpassten.

Für Hummels, der für geschätzte 38 Millionen Euro zum FC Bayern wechseln wird, war das 308. Pflichtspiel für die Borussia in 8,5 Jahren das letzte vor Heimpublikum. Neben einigen Pfiffen beim Warmmachen wurde der Kapitän auch mit Applaus bedacht. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte in einer Videobotschaft kurz vor dem Anpfiff zu einem fairen Umgang mit Hummels aufgerufen: "Die großartigen Jahre sollten die Oberhand behalten."

Ein Traumtor von Gonzalo Castro (11.) brachte die Gemüter im sportlich bedeutungsarmen Spiel erstmals etwas in Wallung. Sein Rechtsschuss zum 1:0 schlug im oberen linken Torwinkel ein und war unhaltbar für FC-Torhüter Thomas Kessler, der anstelle von Timo Horn spielen durfte. Anthony Modeste (27.) und der frühere BVB-Profi Milos Jojic (43.) trafen für die Kölner. Marco Reus (75.) glich mit einem direkten Freistoß aus.

Eine Zeremonie für Mats Hummels hatte sich der BVB mit Verweis auf das Pokal-Endspiel am Samstag klugerweise verkniffen. Verabschiedet wurde vor 81.359 Zuschauern lediglich Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) vor seinem letzten Bundesliga-Spiel.

Das Spiel war anfangs unterhaltsam, weil beide Mannschaften trotz geringer Bedeutung noch Lust auf Fußball hatten. Verteidigt wurde dabei bisweilen halbherzig, was zumindest in der deutlich besseren ersten Hälfte turbulente Strafraumszenen entstehen ließ. Jojics Heber von der Strafraumgrenze über Torwart Roman Bürki ging ein Fehler im Dortmunder Aufbau voraus. Bereits das 1:1 war der Abschluss eines Konters gewesen, er endete mit Modestes 15. Saisontor.

Die zweite Halbzeit war lange nicht der Rede wert, bis Modeste am glänzend parierenden Bürki scheiterte (71.). Reus erzielte 15 Minuten vor dem Ende sein zwölftes Saisontor.

Bayern - Hannover 3:1

Meister Bayern München hat sich mit flottem Fußball und einem Sieg auf das DFB-Pokalfinale eingestimmt und Pep Guardiola einen würdigen Abschied aus der Bundesliga beschert. Das Team des scheidenden Katalanen bezwang Absteiger Hannover 96 locker mit 3:1 (2:0), ehe Kapitän Philipp Lahm die Schale in Empfang nahm.

Den vierten Titel in Serie hatte der Rekordchampion bereits in der Vorwoche perfekt gemacht. In einem unterhaltsamen Spiel schnappte sich Robert Lewandowski (12.) mit seinem 30. Saisontor zum zweiten Mal nach 2014 die Torjägerkanone. WM-Held Mario Götze (28., 54.), der die Bayern im Sommer verlassen dürfte, sicherte den 28. Dreier der Saison. Artur Sobiech (66.) gelang immerhin noch der Ehrentreffer für Hannover.

Am kommenden Samstag wollen die "Vier-Sterne-Bayern" (Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge) das Double in Berlin gegen Borussia Dortmund perfekt machen. Die 26. Meisterschaft wurde bereits am Samstag mit Trachtenkapellen und 26 Böllerschüssen gefeiert.

26 Bayern-"Legenden" symbolisierten die Triumphe, darunter der langjährige Macher Uli Hoeneß, der seinen umjubelten ersten offiziellen Auftritt für den Brachenprimus seit seiner Haftentlassung sichtlich genoss. Die große Party mit den Fans folgt am Sonntag auf dem Marienplatz.

Coach Guardiola wurde bereits in der Arena verabschiedet. "Lieber Pep, ich möchte mich im Namen des gesamten FC Bayern bei dir bedanken. Wir hatten drei großartige Jahre mit dir", sagte Klubboss Rummenigge, ehe er dem 45-Jährigen die Hand reichte und ihn umarmte. Guardiola warf dem applaudierenden Publikum Küsschen zu.

Dann bekamen die 75.000 Zuschauer eine Bayern-Elf zu sehen, die sich mit einem Knalleffekt aus der Saison verabschieden wollte. 96 wehrte sich zwar tapfer, war insgesamt aber nicht mehr als ein Sparringspartner für das Cupfinale.

Weltmeister Ron-Robert Zieler hatte in seinem Abschiedsspiel für Hannover bei Lewandowskis abgefälschtem Schuss zum 1:0 keine Abwehrchance. Beim 2:0 zog der Pole höflich zurück und gewährte dem Münchner Sorgenkind Götze nach dessen Solo das zweite Saisontor - ein mögliches Abschiedsgeschenk für den WM-Helden. Kingsley Coman traf per Kopf den linken Pfosten (37.).

In der zweiten Hälfte erlaubte sich Guardiola den Luxus, Weltmeister Manuel Neuer im Tor durch Sven Ulreich zu ersetzen, der sein erstes Ligaspiel für die Bayern bekam. Götze stellte den Erfolg mit seinem zweiten Tor von der Strafraumgrenze sicher.

Mainz - Hertha 0:0

Trotz einer Nullnummer zum Abschluss der Fußball-Bundesliga hat der FSV Mainz 05 seine erfolgreichste Saison seit fünf Jahren besiegelt und den direkten Einzug in die Gruppenphase der Europa League geschafft. Zwar kamen die Rheinhessen gegen den direkten Konkurrenten Hertha BSC Berlin nicht über ein 0:0 hinaus, verhinderten aber den Absturz auf den Platz sieben. Der FSV war 2012 und 2014 jeweils in den Qualifikationsspielen zum Europacup gescheitert.

Die Hertha, die lange auf Champions-League-Kurs lag, rutschte auf Rang sieben ab und muss nun den Umweg über die Qualifikation zur Europa League (ab 28. Juli) gehen. Die "Alte Dame", bei der Niklas Stark in der 87. Minute die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels sah, wurde im Endklassement noch von Schalke 04 überflügelt.

Vor dem Anpfiff widmeten die FSV-Fans ihrem nach knapp 25 Jahren im Amt zu Schalke 04 wechselnden Manager Christian Heidel eine beeindruckende Choreographie. Der 52-Jährige wurde offiziell nach der Partie auf dem Rasen verabschiedet.

Die Mainzer waren gleich zu Beginn des Duells hellwach. Vor allem Mittelfeldspieler Karim Onisiwo sorgte für Wirbel und war zunächst an allen gefährlichen Aktionen beteiligt. Der Österreicher prüfte gleich in der 3. Minute Hertha-Schlussmann Rune Jarstein aus spitzem Winkel. Wenig später legte Onisiwo glänzend für FSV-Stürmer Jhon Cordoba auf, der aufmerksame Jarstein blieb allerdings auch gegen den Kolumbianer Sieger (8.).

Danach kamen die Berliner, die auf den gesperrten Angreifer Vedad Ibisevic verzichten mussten, besser in die Partie. Doch ausgerechnet ihr bislang bester Torschütze Salomon Kalou avancierte zum Pechvogel der ersten 45 Minuten. Der Ivorer konnte nach einer halben Stunde im Mittelfeld zwar den weit aus seinem Tor geeilten Mainzer Keeper Loris Karius, der vor einem Wechsel zum FC Liverpool stehen soll, überwinden. Doch Kalous Schuss auf das leere Gehäuse verkümmert förmlich und konnte geklärt werden. Nur zehn Minuten später verzog Kalou erneut völlig freistehend aus 14 Meter (41.).

Nach dem Wechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Chancen blieben aber Mangelware. Eines der wenigen Highlights war ein Cordoba-Kopfball, der nach knapp einer Stunde neben dem Kasten der Gäste landete. Die Hertha wurde erst zum Ende der Partie offensiver. Wohlwissend, dass angesichts des sich abzeichnenden Sieges der Schalker in Hoffenheim nur ein eigener Dreier in Mainz zur Vermeidung der Europa-League-Qualifikationsrunde reichen würde.

Bei den Gastgebern überzeugten Kapitän Julian Baumgartlinger sowie mit Abstrichen Gaëtan Bussmann. Jarstein und Verteidiger Marvin Plattenhardt verdienten sich bei der Hertha die besten Noten in einem Spiel, das am Ende nicklig wurde.

Bayer - Ingolstadt 3:2

Ralph Hasenhüttl verlässt den FC Ingolstadt nach zweieinhalb erfolgreichen Jahren doch noch mit einem Negativ-Rekord. Durch das 2:3 (1:2) bei Bayer Leverkusen verloren die Schanzer erstmals unter Hasenhüttl drei Spiele in Folge.

Der Österreicher, der zum Aufsteiger RB Leipzig wechselt, verpasste am Ende der beeindruckenden ersten Ingolstädter Bundesliga-Saison zwar die Krönung in Form eines einstelligen Tabellenplatzes. Der Coach wahrte mit dem FCI aber dennoch den Status als zweitbestes bayerisches Team hinter Meister Bayern München und vor dem FC Augsburg.

Bayer hatte schon vor zwei Wochen Rang drei und damit die vierte Champions-League-Qualifikation in Folge gesichert. Nach Ingolstadts Führung durch Mathew Leckie (16.) sicherten Charles Aranguiz (31.), Kevin Kampl (37.) und Stefan Kießling (61.) den fünften Heimsieg in Serie. Moritz Hartmann mit seinem zehnten verwandelten Strafstoß der Saison verkürzte noch (69.).

Bei Bayer erhielten die wie Sebastian Boenisch verabschiedeten Ersatztorhüter Dario Kresic und (ab der 47. Minute) David Yelldell ihre Abschiedsspiele - es war das erste Bundesliga-Spiel nach dem 11. November 2012 und 124 Partien in Folge, in dem nicht Bernd Leno das Bayer-Tor hütete. Der abwanderungswillige Admir Mehmedi, über dessen Vorstoß sich Trainer Roger Schmidt unter der Woche verärgert zeigte, saß dagegen nur auf der Bank. Torjäger Javier "Chicharito" Hernandez fehlte wegen einer Waden-Blessur, Nationalspieler Christoph Kramer wurde geschont. Ingolstadt begann erneut Orjan Nyland im Tor, auch der zu Leverkusen zurückkehrende Danny da Costa stand in der Startelf.

Die Gäste waren in der Anfangsphase nicht nur das engagiertere, sondern auch das bessere Team und gingen verdient in Führung. Bayers Innenverteidiger Ramalho verschätzte sich bei einem langen Ball und scheiterte auch beim Versuch, den quirligen Dario Lezacarno zu foulen. Der Paraguayer bediente uneigennützig Leckie, der den Ball ins leere Tor schoss.

Völlig unerwartet fiel der Ausgleich der Hausherren, den der in letzten Wochen überragende Jungstar Julian Brandt erneut stark vorbereitete. Sechs Minuten später sogar die umstrittene Führung für Bayer, das die Partie laut Sportchef Rudi Völler "wie ein Freundschaftsspiel" angegangen war: Der nach einem Solo gefoulte Karim Bellarabi führte den Freistoß schnell aus, während die Ingolstädter sich noch ordneten, und Kampl schob ein. Die FCI-Spieler und Hasenhüttl meckerten so emotional, als ginge es noch um den Klassenerhalt.

Bayer war nun stärker. Bellarabi verpasste nach zu fester Ablage von Brandt (45.+1) zwar noch das 3:1, bereitete es danach Kießling aber vor. Auf der Gegenseite jedoch traf Hartmann nach seinem Strafstoß-Treffer noch einmal den Pfosten (70.), ehe Lezcarno freistehend über Leverkusens Tor schoss (71.).