Sport

Fairness muss man auch wollen

Also, der HSV muss noch nach Mainz, dann kommt Wolfsburg, Stuttgart spielt gegen Bremen, und Darmstadt hat ein direktes Duell gegen Frankfurt und dann zwei Champions-League-Kandidaten. Das heißt doch ..., da könnte doch ...

Vergessen Sie´s. Jede Rechnerei über die Restprogramme im Abstiegskampf verbietet sich. Wenn sich die Saison dem Ende zuneigt, dann kann man sich auf nichts mehr verlassen – außer vielleicht, dass der VfL Wolfsburg gegen Kellerkinder verliert.

Tatsächlich haben sich die Kicker des VW-Konzerns nach dem tollen Auftritt in der Champions League im Liga-Alltag gegen Bremen und Augsburg genau so mies präsentiert wie an dieser Stelle bereits befürchtet.

Dabei eifern sie ja nur ihren Vorbildern von Bayern München nach. Die leisteten sich im letzten Jahr nach der feststehenden Meisterschaft völlig unwahrscheinliche Niederlagen gegen Freiburg und Augsburg, die den Wettbewerb durchaus verzerrt hatten. Fairness muss man sich leisten wollen.

Deshalb auch ziehen wir den Hut vor Borussia Dortmund. Die haben rund um Europa-League-Aus und DFB-Pokal-Halbfinale seriös ihren Bundesligajob gemacht, den HSV geschlagen und den VfB Stuttgart. Die haben geliefert. Auch deshalb ist dieser Verein bei Fußballfans so viel populärer als manche kickende PR-Maßnahme eines Großkonzerns.

„Hilfe kann man nicht erwarten“, wissen alle Bundesligatrainer. Das ist richtig. Ein anständiges Auftreten zu jeder Zeit aber schon.